Living Colour

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Living Colour
Living Colour live in Graz 2010
Living Colour live in Graz 2010
Allgemeine Informationen
Herkunft New York City, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Genre(s) Alternative Metal, Funk Metal
Gründung 1984, 2002
Auflösung 1994
Website http://livingcolour.com
Aktuelle Besetzung
Corey Glover
Doug Wimbish (seit 1992)
Vernon Reid
Schlagzeug,
Programmierung
Will Calhoun
Ehemalige Mitglieder
Bass
Muzz Skillings (bis 1992)

Living Colour (im Cover-Artwork teilweise auch Living Coloür geschrieben) ist eine Alternative-Metal-Band, die 1984 in New York gegründet wurde. Sie hatte ihren Karrierehöhepunkt Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre und gilt als eine der Vorreiter des Crossovers und des Funk Metals. Nach einer Unterbrechung von 1995 bis 2002 ist die Band auch heute noch aktiv.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Living Colour wurde 1985 von Vernon Reid gegründet, der sich bereits in der progressiven Jazz- und Postpunk-Szene von New York einen Namen mit Decoding Society gemacht hatte. Bereits 1983 hatte er ein Projekt mit Greg Carter und Bassist Alex Mosel gegründet, das namenlos blieb und dessen Besetzung häufig wechselte. Mit Muzz Skillings (Bass), Corey Glover (Gesang) und Will Calhoun (Schlagzeug) fand er schließlich ein stabiles Line-up und gab der Band den Namen Living Colour. Der Bandname bezieht sich auf einen Ausspruch vor Sendungen des Kanals NBC: „The following program is brought to you in living color“ (dt. „Das Programm wird ihnen in lebenden Farben präsentiert“). Die Formation feierte erste Erfolge im Vorprogramm der Rolling Stones, deren Sänger Mick Jagger sie häufig unterstützte. So produzierte er auch die Demoaufnahmen zu Glamour Boys und Which Way to America?, auf Grund derer die Band von Epic Records unter Vertrag genommen wurde.[1] Außerdemübernahm er gelegentlich Background-Gesang und Mundharmonika.[2]

1988–1995: Die erfolgreichen Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1988 veröffentlichten sie das Debütalbum Vivid, von dem unter anderem das Lied Cult of Personality als Single ausgekoppelt wurde und für den die Band 1990 den Grammy Award in der Kategorie Beste Hard-Rock-Darbietung des Jahres erhielt. Das Lied wurde ein Hit in den Vereinigten Staaten, nicht zuletzt weil das dazugehörige Video auf MTV sehr häufig gespielt wurde, und wird auch heute noch rezipiert. So erschien es in den Computerspielen Grand Theft Auto: San Andreas und Guitar Hero III: Legends of Rock.[3] Bei dem Lied Funny Vibe, das ebenfalls als Single ausgekoppelt wurde, sind Flavor Flav und Chuck D von Public Enemy zu hören und es gilt als ein früher Vorbote der Crossover-Strömung der 1990er Jahre, da verschiedene Stile wie Hip Hop, Hard Rock und Funk verschmolzen werden. Das Album wurde ebenfalls ein großer Erfolg und verkaufte sich weltweit über zwei Millionen mal. dafür wurde es in den Vereinigten Staaten und Kanada mit einer Platin-Schallplatte ausgezeichnet. zudem gewann die Band bei den 1989 MTV Video Music Awards die Auszeichnungen für das Best Group Video, Best New Artist in a Video und Best Stage Performance in a Video.[4][1]

1989 gab es einige Probleme mit Guns n’ Roses, da Living Colour die Verwendung der Wörter „Nigger“, „Faggots“ und „Immigrants“ im Song One in a Million kritisierten. Während einer gemeinsamen Tour lieferten die beiden Bands sich Wortgefechte, in die sie das Publikum einbezogen. Die Streitigkeiten konnten nicht beigelegt werden.[1] Das Nachfolgealbum Time's Up erschien 1990 und wurde ebenfalls ein großer Erfolg. So gelang es der Band erstmals auch international erfolgreich zu sein und Living Colour erreichte die Top 100 der deutschen, Schweizer und der britischen Charts, während sie in den Vereinigten Staaten Platz 13 erreichte. Der Titelsong wurde 1991 mit einem Grammy Award in der Kategorie Beste Hard-Rock-Darbietung des Jahres ausgezeichnet. Auf dem Track Under Cover of Darkness ist Raplegende Queen Latifah zu hören.[1] Auf dem Track Elvis Is Dead übernahm Little Richard den Gastgesang. 1991 erschien außerdem das Raritätenalbum Biscuits in Form einer Extended Play. Dieses enthielt unter anderem Coverversionen von James Brown, Jimi Hendrix, Talking Heads und Al Green. Im gleichen Jahr spielte die Band auf dem Alternative-Festival Lollapalooza, das von Perry Farrell initiiert wurde.[5]

Kurz darauf stieg Muzz Skillings aus und wurde durch Doug Wimbish ersetzt, der vorher als Sessionmusiker bereits mit Jeff Beck, Madonna und Mick Jagger gearbeitet hatte. 1993 erschien das Album Stain, das mit dem Track Ausländer einen Song mit deutschem Titel auf dem Album hatte, der sich mit dem alltäglichen Rassismus beschäftigte. Der Titel wurde geprägt durch die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen 1992.[2] Es war nicht ganz so erfolgreich wie seine Vorgänger.[6] Während der Arbeiten an einem Nachfolger kam die Band musikalisch nicht weiter und fand keine gemeinsame Linie mehr. Als Konsequenz lösten sich Living Colour 1995 auf. Das Ende markiert das Best-of-Album Pride.[5]

1995–2001: Zwischen den Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Band aufgelöst war, gingen die Musiker verschiedenen Projekten nach. Vernon Reid veröffentlichte 1996 das Soloalbum Mistaken Identity. Corey Glover versuchte sich ebenfalls an einer Solokarriere und veröffentlichte 1998 Hymns, das jedoch weitestgehend unbeachtet blieb. Zudem versuchte er sich, wie schon 1986 in Platoon als Schauspieler. Außerdem war er als VJ auf VH1 aktiv. Will Calhoun und Doug Wimbish gründeten die Band Jungle Funk. Zusammen mit Glover spielten sie außerdem als Headfake zusammen.[7][5]

Seit 2001: Reunion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000 trat bei einem Auftritt von Headfake im CBGB auch Reid mit auf, so dass alle Mitglieder von Living Colour auf der Bühne waren. Wie zu erwarten machten Gerüchte um eine Reunion die Runde und tatsächlich kehrten Living Colour 2001 zurück, um eine gemeinsame Tour zu spielen. 2003 unterschrieb die Band einen Plattenvertrag bei Sanctuary und veröffentlichte das Album Collideøscope, das jedoch nicht erfolgreich war. Nach mehreren Kompilationen folgte 2009 das bisher letzte Werk Chair in the Doorway, das Platz 161 der Billboard 200 erreichte.[7]

Ihr Song Cult of Personality erreichte seit dem 25. Juli 2011 als Einzugslied des amerikanischen Wrestlers CM Punk neue Bekanntheit. Die Band spielte diesen Song am 7. April 2013 live bei WrestleMania XXIX. Im Zuge dessen erreichten Living Colour Platz 75 der britischen Charts und platzierte sich in den Charts auf iTunes.[8] 2016 erschien das Mixtape Who Shot Ya, eine Hommage an den ermordeten Rapper Notorious BIG. 2017 soll außerdem ein neues Album namens Shade erscheinen.[9]

Musikstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Living Colour werden sowohl dem Alternative Metal, dem Funk Metal und dem Crossover zugerechnet. Ihre Musik lässt sich nur schwer einordnen und besteht aus diversen Elementen. Im Vordergrund steht Hard Rock, daneben sind aber auch Elemente aus Jazz, Funk, Hip-Hop und Pop zu finden. Sie kollaborierten unter anderem mit Musikern aus dem Hip-Hop-Bereich, unter anderem Public Enemy und Run DMC. Gerade zu beginn waren auch die ebenfalls aus New York stammenden Bad Brains ein großer Einfluss. Textlich behandelt die Band überwiegend politische Themen. Insbesondere sind ihre Texte durch den alltäglichen Rassismus geprägt, den die Mitglieder der Band als Schwarze erfahren mussten. Dabei brechen sie mit Klischees und bewahren sich einen ironischen Standpunkt.[2] So enthielt ihre erste Debütsingle Cult of Personality Zitate und Samples von unter anderem John F. Kennedy, Mahatma Gandhi, Josef Stalin und Benito Mussolini.[3] Living Colour waren Mitbegründer Black Rock Coalition, eines Zusammenschlusses schwarzer Musiker aus dem Bereich der Rockmusik, und äußerten auf ihren Platten politische Statements auch im Hinblick auf den Status der Schwarzen in der Geschichte der Rockmusik, so z. B. den Vorwurf der Instrumentalisierung schwarzer Kultur durch die Weißen im Titel Elvis Is Dead.[1][5]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[10][11] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1988 Vivid 300! 300! 300! 300! 6 Platin
(76 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Mai 1988
Kanada: Platin[12]
1990 Time’s Up 56
(8 Wo.)
300! 4
(23 Wo.)
20
(19 Wo.)
13 Gold
(35 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. August 1990
Kanada: Gold
Australien: Gold[13]
1993 Stain 29
(9 Wo.)
25
(8 Wo.)
39
(4 Wo.)
19
(3 Wo.)
26
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. März 1993
2003 Collideøscope 300! 300! 300! 300! 300! Erstveröffentlichung: 7. Oktober 2003
2009 The Chair in the Doorway 300! 300! 300! 300! 161
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. September 2009
2017 Shade 300! 300! 25
(… Wo.)
300! 300! Erstveröffentlichung: 9. September 2017

EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[10] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1991 Biscuits 300! 300! 32
(5 Wo.)
18
(20 Wo.)
26
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. Juli 1991
  • 2016: Who Shot Ya (LC Productions)

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994: Dread (Import Japan)
  • 2005: Live from CBGB’s (Legacy Recordings)
  • 2005: Instant Live (Instant Live)
  • 2008: CBGB OMFUG Masters: August 19, 2005 The Bowery Collection (Celluloid Records)
  • 2009: The Paris Concert (In-Akustik)

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1995: Pride (Epic Records)
  • 1998: Super Hits (Epic/Legacy Recordings)
  • 1998: Play It Loud (Sony Music Distribution)
  • 2005: What’s Your Favorite Color?: Remixes, B-Sides and Rarities (Sony Music Distribution)
  • 2006: Everything Is Possible: The Very Best of Living Colour (Epic/Legacy Recordings)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[10] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1989 Cult of Personality
Vivid
300! 300! 300! 89
(4 Wo.)
300!
Open Letter (To a Landlord)
Vivid
300! 300! 300! 300! 300!
Glamour Boys
Vivid
300! 300! 300! 83
(5 Wo.)
300!
1990 Type
Time’s Up
300! 300! 300! 75
(6 Wo.)
300!
1991 Love Rears Its Ugly Head
Time’s Up
300! 300! 300! 12
(11 Wo.)
300!
Solace of You
Time’s Up
300! 300! 300! 33
(5 Wo.)
300!
Cult of Personality (1991)
Vivid
300! 300! 300! 67
(2 Wo.)
300! Wiederveröffentlichung
1993 Leave It Alone
Stain
300! 300! 300! 34
(2 Wo.)
300!
Ausländer
Stain
300! 300! 300! 53
(1 Wo.)
300!
2011 Cult of Personality
Vivid
300! 300! 300! 75
(2 Wo.)
300! Download

weitere Singles

  • 1989: Memories Can’t Wait
  • 1989: Funny Vibe (mit Flavor Flav und Chuck D)
  • 1990: Elvis Is Dead
  • 1992: Pride
  • 1992: Fight the Fight
  • 1993: Nothingness
  • 1993: Bi
  • 1994: Sunshine of Your Love (Cover von Cream)
  • 2003: Song Without Sin
  • 2009: Behind the Sun

Videoalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1989: Primer (VHS, Laserdisc, CBS Records) (US: Goldene Schallplatte)[11]
  • 1991: Time Tunnel (VHS, Sony Music)
  • 2006: Video Hits (DVD, Sony BMG)
  • 2007: On Stage at World Cafe Live (Decca Records)
  • 2008: The Paris Concert (In-Akustik)

Kompilationsbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e David Fricke: Living Colour's Time Is Now. But the Black Rock Coalition's best-known band wouldn't think of resting on its laurels. Rolling Stone, 1. November 1990, abgerufen am 8. Februar 2017.
  2. a b c Holger Stratmann (Hrsg.): Rock Hard-Enzyklopädie. Rock Hard GmbH, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 216.
  3. a b Dustin Schoof: Living Colour singer Corey Glover looks back on 25 years of 'Vivid'. Lehighvalleylive.com, 29. März 2013, abgerufen am 8. Februar 2017.
  4. MTV VMAs 1989. Awardsandshows.com, abgerufen am 8. Februar 2017.
  5. a b c d laut.de-Biographie: Living Colour. Laut.de, abgerufen am 8. Februar 2017.
  6. Stain: AllMusic Review by Greg Prato bei Allmusic (englisch). Abgerufen am 8. Februar 2017.
  7. a b Artist Biography by Greg Prato bei Allmusic (englisch). Abgerufen am 8. Februar 2017.
  8. What Happened After SmackDown, Punk’s Theme Song, Updates on Finlay & Cara. Wrestlescoop.com, abgerufen am 8. Februar 2017.
  9. LIVING COLOUR To Release 'Mixtape' Featuring Reinvention Of NOTORIOUS B.I.G.'s 'Who Shot Ya'. Blabbermouth, 19. August 2016, abgerufen am 8. Februar 2017.
  10. a b c Chartquellen: AT, CH, DE, UK, US. Abgerufen am 7. Februar 2017
  11. a b Auszeichnungen: RIAA.com
  12. Gold & Platinum Search - Music Canada - Vivid. Music Canada. Abgerufen am 7. Februar 2017.
  13. Gavin Ryan: Australia's Music Charts 1988–2010. Moonlight Publishing, Mt. Martha, VIC, Australia 2011.