Liz Greene

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Liz Greene (Mai 2006)

Liz Greene (* 4. September 1946 in Englewood, New Jersey) ist eine US-amerikanisch-britische Psychoanalytikerin nach C. G. Jung, Astrologin und tiefenpsychologisch [1] orientierte Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liz Greene wuchs als Tochter eines englischen Vaters und einer US-amerikanischen Mutter mit ihrem älteren Bruder Richard im US-Staat New Jersey auf und befasste sich schon als Teenager mit Psychologie und Astrologie, neben Kunst, Theater und Musik. Nach ihrem Bachelor- und Masterstudium der Psychologie in Boston und Los Angeles kam sie im Jahr 1975 nach London, der Heimat ihres Vaters, wo inzwischen auch ihr Bruder lebte. Sie erkannte in der Verknüpfung von Psychologie und Astrologie Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Ihr erstes Buch Saturn - A new look at an old devil (1976) zählt zu den Klassikern der modernen psychologischen Astrologie. Am Centre for Transpersonal Psychology in London erhielt sie ein Diplom der Fakultät für Astrologische Studien und ist seitdem Psychoanalytikerin nach C. G. Jung. [2] Im Jahr 1983 gründete sie zusammen mit Howard Sasportas in London das Centre for Psychological Astrology (CPA), das Ausbildungen in psychologischer Astrologie anbietet. Daneben betrieb Greene, weitgehend voneinander getrennt, an der Estelle Road in Hampstead, London, ihre psychoanalytische und astrologische Praxis. Später wurde sie außerdem Direktorin der CPA Press, einem Verlag, der psychologisch-astrologische Sachbücher herausgibt.

Mit ihren Büchern und Seminaren trug Greene viel dazu bei, astrologische Elemente mit einem tiefenpsychologisch geprägten Deutungssystem zu verbinden und prägte damit die psychologische Astrologie weltweit. Sie ist - zusammen mit Alois Treindl - Verfasserin von speziellen computergenerierten Horoskopdeutungen, bei denen nicht einzelne Konstellationen aufgelistet werden, sondern eine Zusammenschau der Persönlichkeit versucht wird. Ihr Psychologisches Horoskop, das sie in den Jahren 1985–87 entwickelte, gilt dabei als Meilenstein in der psychologischen Astrologie. Es folgten das Kinderhoroskop, das Beziehungshoroskop, die Jahresanalyse, die Langzeit-Perspektiven und zuletzt das Horoskop Beruf und Berufung. Beachtung findet auch ihr großes Wissen der Mythologie. Im April 2010 wurde ihr vom Department of History der University of Bristol für die Arbeit The Kabbalah in British Occultism 1860-1940 der Doktortitel verliehen. [3] Seit einigen Jahren engagiert sich Liz Greene stark im so genannten Sophia-Projekt, das ein Studium der Bedeutung der Astrologie in Kultur und Geschichte an britischen Universitäten auf hohem akademischen Niveau ermöglicht, zunächst an der Bath Spa University, derzeit an der University of Wales, Lampeter. Für ihre Verdienste um die Astrologie wurde ihr im Jahr 2000 der Charles Harvey Award der Astrological Association of Great Britain verliehen.

Centre for Psychological Astrology[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einer sporadischen Serie von Seminaren zur Psychologischen Astrologie in London, die Liz Greene und Howard Sasportas als Grundkurse und Tageskurse für Fortgeschrittene anboten, begann im Jahr 1980 die Bildung und Forschung in London, aus der sich nur wenige Jahre später das Centre for Psychological Astrology gründete. 1981 kamen Abendkurse und Seminare weiterer Tutoren hinzu, darunter die Seminare zum Tarot und der Kabbala mit Juliet Sharman-Burke und Warren Kenton. Die vorher zusammengewürfelten Astrologieklassen wurden unter eine Schirmherrschaft gestellt, so dass sich 1982 der Prototyp des Zentrums für Psychologische Astrologie gründete. Richard Aisbitt, ein selbst praktizierender Astrologe, übernahm die Verwaltungsarbeit.

Das Centre for Psychological Astrology, wie es heute existiert, wurde 1983 von Liz Greene und Howard Sasportas in London mit dem Ziel gegründet, eine Vielfalt an psychologischen Themenbereichen in ihre Seminare einfließen zu lassen; Themenbereiche von der Tiefenpsychologie über die Humanistische Psychologie bishin zur Transpersonalen Psychologie. Im Zentrum standen dabei die Werke von C.G. Jung, Sigmund Freud und Melanie Klein. Die Diplomklassen wurden gelegentlich mit weiteren Tutoren geschaffen, die als freie Mitarbeiter ins Zentrum für Psychologische Astrologie kamen. Das Zentrum entwickelte und konsolidierte sein Ausbildungsprogramm bis zum tragischen Tod des Co-Direktors Howard Sasportas im Jahr 1992. Nach dessen Tod übernahm Charles Harvey sein Amt. Richard Aisbitt war Verwaltungsleiter bis 1994, seitdem ist es Juliet Sharman-Burke. Zu Beginn des Jahres 2000 starb der Co-Direktor Charles Harvey und ließ Liz Greene als Direktorin alleine zurück. Seit 2011 lehrt das Zentrum für Psychologische Astrologie als Akademie der Wissenschaften im Stile einer Platonischen Akademie.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saturn. Neue Einsichten in einen verteufelten Planeten.(1984)
  • Sonne und Mond. Die Bedeutung der großen Lichter in der Mythologie und im Horoskop. Hrsg. mit Howard Sasportas.(1994)
  • Neptun, die Sehnsucht nach Erlösung.(1996)
  • Abwehr und Abgrenzung als positive Dimension des Lebens und ihre Entsprechungen im Horoskop.(1997)
  • Prognose und psychologische Dynamik. Das Horoskop und was es offenbart.(2000)
  • Dreiecksbeziehungen.(2001)
  • Das Composit. Im Horoskop das Wesen von Beziehungen erkennen.(2002)
  • Die Botschaft des göttlichen Feuers. Die Sonne im Horoskop und der kreative Weg zu Individualität und Berufung.(2004)
  • Mars im Horoskop. Hrsg. mit Melanie Reinhart, Lynn Bell und Darby Costello.(2004)
  • Die Entfaltung der Persönlichkeit durch psychologische Astrologie. Hrsg. mit Howard Sasportas.(2005)
  • Schattenseiten der Seele. Extreme Seelenzustände und Astrologie.(2006)
  • Dimensionen des Unbewußten in der Psychologischen Astrologie. Ein Kompendium der Psychologischen Astrologie. Hrsg. mit Howard Sasportas (2006)
  • Schicksal und Astrologie. Die Familie im Spiegel des Horoskops.(2007)
  • Jenseits von Saturn: Pluto, Neptun, Uranus. Eine Astrologie des Kollektiven.(2008)
  • Saturn und Jupiter. Neue Aspekte astrologischer Praxis. Hrsg. mit Steven Arroyo (2008)
  • Sage mir dein Sternzeichen, und ich sage dir, wie du liebst.(2010)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. C.H.Beck Verlag, München 2003. S. 346.
  2. Dipl. Analyt. Psych. der Association of Jungian Analysts in London
  3. Doctoral success for Elizabeth Greene, Department of History, University of Bristol, 30. April 2010