Lleida

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Lleida. Für die nach der Stadt benannte Provinz siehe Provinz Lleida.
Gemeinde Lleida
Lleida - La Seu Vella (des de Cappont).jpg
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Lleida
Lleida (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Katalonien
Provinz: Lleida
Comarca: Segrià
Koordinaten 41° 37′ N, 0° 38′ OKoordinaten: 41° 37′ N, 0° 38′ O
Höhe: 155 msnm
Fläche: 211,7 km²
Einwohner: 138.542 (1. Jan. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 654,43 Einw./km²
Gemeindenummer (INE): 25120 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Àngel Ros Domingo (PSC)
Daten der Generalitat: MuniCat
Sitze im Gemeinderat: Kommunalwahl 2011
Website: www.lapaeria.es
Lage der Gemeinde
Lleida, Spain location.png

Lleida [ˈʎɛjðə] (lokal [ˈʎejðɛ]; nicht mehr amtliche spanische Bezeichnung Lérida [ˈleɾiða][2]) ist eine Stadt im Westen der spanischen Autonomen Region Katalonien mit 138.542 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015). Sie ist Hauptstadt der Provinz Lleida und liegt 160 Kilometer südlich der Pyrenäen am Fluss Segre.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lleida hieß in der Antike Ilerda und war schon in vorrömischer Zeit ein bedeutender Ort. Es war die befestigte und durch Handel reiche Hauptstadt der Ilergeten und prägte eigene Silbermünzen mit Inschriften im iberischen Alphabet. Im Zweiten Punischen Krieg stand es auf Seiten der Karthager und widersetzte sich den Römern, bis der Häuptling der Ilergeten, Indibilis, 205 v. Chr. endgültig den Römern unterlag. In römischer Zeit gehörte die Stadt zur Provinz Hispania Tarraconensis. Sie befand sich auf einem hohen Hügel am rechten Ufer des Flusses Sicoris, dem heutigen Segre, der hier eine Brücke hatte. Ferner lag sie an der Straße von Tarraco (heute Tarragona) nach Osca (heute Huesca). Hier belagerte Caesar im ersten Jahr seines Bürgerkriegs gegen Pompeius (49 v. Chr.) dessen beide Legaten Lucius Afranius und Marcus Petreius und zwang sie zur Kapitulation.[3] Kaiser Augustus erhob Ilerda zum Municipium. Zur Zeit des Ausonius hatte die Bedeutung der Stadt etwas abgenommen.

Unter den Westgoten wurde Lleida Bischofssitz; 546 fand hier ein Konzil statt. 713 wurde es von den Mauren erobert, die es Lareda oder Lerita nannten. Es gelangte unter ihrer Herrschaft zu hoher Blüte und war eine der bedeutendsten Städte der Provinz Saragossa. Ludwig der Fromme zerstörte Lleida 800 und verleibte es der Spanischen Mark ein, doch fiel die Stadt bald wieder an die Mauren. Von diesen eroberte sie der christliche Herrscher Raimund Berengar IV. 1149 zurück. In der Folge war sie im 12. und 13. Jahrhundert zeitweise Residenz der Könige von Aragón. 1300-1717 besaß Lleida eine bedeutende Universität (1991 wiedererrichtet).

Seine strategische Lage machte Lleida auch in der Neuzeit wiederholt zum Schauplatz kriegerischer Ereignisse. 1642 von den Franzosen erobert, wurde sie schon im folgenden Jahr von Philipp IV. wieder genommen. 1646 und erneut 1647 von den Franzosen vergeblich belagert, musste Lleida sich im Spanischen Erbfolgekrieg im November 1707 dem Herzog von Orléans ergeben und ein strenges Strafgericht über sich ergehen lassen, wobei die Bewohner gleichzeitig auch aller bis dahin behaupteten Vorrechte (Fueros) verlustig gingen.

Beim Aufstand Spaniens gegen Napoleon Bonaparte 1808 war die Junta von Lleida unter den ersten, die den Krieg an Napoleon erklärte und die Bevölkerung zum Widerstand gegen die Franzosen aufriefen. In der Nähe von Lleida wurden die Spanier unter O’Donnell von den Franzosen unter Suchet am 23. April 1810 geschlagen, infolge dessen sich die Stadt am folgenden 14. Mai nach kurzer Belagerung den Franzosen ergab. Es kam im Oktober 1813 durch Verrat wieder an die Spanier.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft und der Tourismus. Darüber hinaus gibt es Betriebe der Nahrungsmittel-, der Chemie- und Textilindustrie.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr

Lleida hat einen Busbahnhof und einen Bahnhof der spanischen Staatseisenbahnen RENFE. Diese Station heißt Lleida-Pirineus und ist seit 2004 Halt der AVE-Schnellfahrstrecke Madrid–Barcelona.

Individualverkehr

Die Autobahn Autovía A-2 verbindet Lleida direkt mit Barcelona nach Osten und Saragossa und Madrid Richtung Westen. Die Autobahn ist teilweise mautpflichtig. Daneben gibt es gut ausgebaute Landstraßen, die meist parallel zur Autobahn verlaufen.

Flughafen

Seit Februar 2010 verfügt Lleida über einen eigenen Flughafen, der Verbindungen nach Mallorca anbietet.[4]

Bildung und Erziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Lleida (UdL: Universitat de Lleida) ist eine der ältesten Universitäten in Spanien. Sie wurde um 1300 gegründet und bestand zunächst bis zur Schließung 1717. Im Jahr 1991 wurde sie wieder errichtet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lleida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Ley 2/1992, de 28 de febrero, por la que pasan a denominarse oficialmente Girona y Lleida las provincias de Gerona y Lérida Spanisches Gesetz zur Benennung der Provinzen Girona und Lleida vom 28. Februar 1992. (Spanisch)
  3. Caesar, De bello civili 1, 38f.; Appian, Bürgerkriege 2, 42; Titus Livius, Ab urbe condita, Epitome des Buches 110; u. a.
  4. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1877612/