Lobbypedia

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Lobbypedia
www.lobbypedia.de
Motto Geld / Macht / Politik
Beschreibung lobbykritisches Online-Lexikon und Wiki
Registrierung Pflicht, auf Anfrage
Sprachen Deutsch
Eigentümer LobbyControl e.V.
Urheber registrierte Benutzer
Erschienen 28. Oktober 2010
Artikel 892 (2019)[1]
Status aktiv
Programmiersprache Mediawiki

Lobbypedia (Kofferwort aus Lobbyismus und Wikipedia) ist ein lobbykritisches Onlinelexikon. In der Lobbypedia wird Wissen über die Einflussnahme verschiedener Akteure auf Politik und Öffentlichkeit gesammelt und organisiert.[2][3]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lobbypedia wird durch LobbyControl e.V. betrieben und durch Fördermitglieder, Spenden und Stiftungsgelder finanziert. Das Projekt ging am 28. Oktober 2010 online und enthielt Mitte 2016 über 900 Inhaltsseiten.[4] Die Webseite läuft mit der frei verfügbaren Software MediaWiki.

Redaktionsprinzip und Mitarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder Artikel besitzt eine Diskussionsseite, auf welcher nicht angemeldete Besucher der Webseite eigene Texte oder Kommentare hinterlegen können. Angemeldete Autoren schreiben neue oder verändern bestehende Artikel in der Lobbypedia. Eine Anmeldung als Autor kann bei LobbyControl e.V. beantragt werden. Redakteure oder Administratoren von Lobbycontrol e.V. sichten Änderungen und neue Beiträge und gestalten die Portalseiten.[5]

Portale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wissen ist neben der Suchfunktion und einem Index (A–Z) auch über die nach fünf Themenfeldern sortierten Portale zugänglich:

  • Lobby-Regulierung
  • Lobbyismus in der EU
  • Seitenwechsel
  • Finanzlobby
  • Lobbyisten in Ministerien

Grimme Online Award 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anderthalbjahre nach der Gründung gewann die Lobbypedia den Grimme Online Award 2012. Die Jury begründete die Auszeichnung mit den Worten:

„[…] Zu groß ist der Einfluss gesellschaftlicher Gruppen auf die politischen Akteure, zu eng erscheinen vor allem die Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft. „Lobbypedia“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die versteckten Strukturen des Lobbyismus sicht- und greifbar zu machen. […]“

Grimme Online Award, Preisträger 2012: Aus der Begründung der Jury[6], Vergabe des Grimme Online Awards

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lobbypedia wird Einseitigkeit vorgeworfen. So werden in der Lobbypedia insbesondere Personen und Organisationen aufgeführt, die als neokonservativ oder „neoliberal“ angesehen werden, solche, die der eigenen Weltanschauung nahe stehen, fehlen dagegen, so z. B. Attac, die Deutsche Umwelthilfe oder Campact. Während das Atomforum oder Energieunternehmen in der Lobbypedia stehen, ist dies bei den Unternehmensverbänden aus dem Bereich der erneuerbaren Energien nicht der Fall. Ebenfalls wird der Lobbypedia vorgeworfen mittels Schuld durch Assoziation nicht belegte Netzwerke anzudeuten.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Inhaltsseiten: Statistik – Lobbypedia. Abgerufen am 5. März 2019.
  2. Zeit, Lobbypedia: Lobbyismus transparent machen, 28. Oktober 2010
  3. Spiegel, Online-Pranger: Lobbywächter kämpfen gegen mächtige Strippenzieher, 28. Oktober 2010
  4. Seitenstatisktik der Lobbypedia
  5. Redaktions-Prinzipien der Lobbypedia
  6. Adolf-Grimme-Institut, Grimme Online Award, 2012
  7. Clemens Schneider: Lobbycontrol: Die alternative Wirklichkeit der Selbstgerechten. In: Huffington Post. 11. März 2017, abgerufen am 3. Dezember 2018.