Lobo (Musiker)

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Lobo - TopPop 1973 04.png

Lobo (* 31. Juli 1943 in Tallahassee, Florida als Roland Kent LaVoie) ist ein US-amerikanischer Musiker. Sein größter Erfolg war 1973/74 die Ballade I’d Love You to Want Me.

Biografie[Bearbeiten]

Kent LaVoie wuchs in Florida auf und war mit 17 Jahren in einer Band namens The Rumors mit Gram Parsons, Jim Stafford und Jon Corneal, die jeder für sich später selbst erfolgreiche Musikkarrieren hatten. Während seiner Zeit an der University of South Florida war er Mitglied der Sugar Beats. Er lernte Phil Gernhard kennen, der unter anderem Produzent eines Nummer-eins-Hits von Maurice Williams & the Zodiacs gewesen war. Mit ihm nahm die Band 1964 eine Single auf: What Am I Doing Here wurde ein lokaler Erfolg. Danach spielte LaVoie noch in mehreren anderen Bands, bevor er 1969 einen eigenen Plattenvertrag mit dem Label Big Tree Records unterschrieb, bei dem Gernhard inzwischen arbeitete. Im selben Jahr erschien seine erste Solosingle mit dem Titel Happy Days in New York City, die allerdings unbeachtet blieb.

Zwei Jahre später unternahm LaVoie einen neuen Anlauf. Er legte sich den Künstlernamen Lobo (Spanisch für Wolf) zu und nahm den selbstgeschriebenen Song Me and You and a Dog Named Boo auf. Das Lied war sofort ein Erfolg und erreichte Platz 5 in den US-Singlecharts. Es wurde anschließend auch in Europa veröffentlicht und erreichte auch dort vordere Chartplätze, darunter Platz 4 in Großbritannien und Norwegen. Das Debütalbum Introducing Lobo und drei weitere Singles waren ebenfalls noch in den US-Charts erfolgreich, konnten aber nicht an den ersten Hit heranreichen.[1]

Bereits 1972 hatte er sein zweites Album fertiggestellt und darauf enthalten war das ebenfalls selbstgeschriebene Lied I’d Love You to Want Me. Es wurde sein größter Erfolg und erreichte Platz 2 der US-Charts. Als Millionenseller wurde es mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Noch erfolgreicher war Lobo nur in den deutschsprachigen Ländern, wo er mit einem Jahr Verzögerung Platz 1 erreichte. In Deutschland und der Schweiz stand das Lied jeweils 13 Wochen, in Österreich 9 Wochen lang an der Spitze. Diesen Erfolg verdankte das Lied auch der Verwendung in der Krimiserie Der Kommissar, wo es in der Folge Sonderbare Vorfälle im Hause von Professor S. mehrfach angespielt wurde und eine große Nachfrage auslöste.[2] Die deutsche Version des Lieds mit dem Titel Baby, du bist nicht alleine von Michael Holm war zur gleichen Zeit in den deutschen Charts und erreichte Platz 19.[3]

Das zugehörige Album Of a Simple Man war ebenfalls erfolgreich und erreichte in Deutschland Platz 15. In den USA war es mit Platz 37 in den Billboard 200 sein bestplatziertes Album. Dort hatte er mit der Auskopplung Don’t Expect Me to Be Your Friend seinen dritten Top-10-Hit. Seine drei größten Hits erreichten alle auch Platz 1 der Adult-Contemporary-Charts.

Während der Erfolg in Europa noch gar nicht eingetreten war, hatte Lobo in den USA im Juli 1973 bereits sein drittes Album Calumet veröffentlicht. Mit drei Top-40- und zwei weiteren Charthits konnte es in seiner Heimat den Erfolg fortsetzen. In Deutschland kam später lediglich Standing at the End of the Line als drittes und letztes Lied in die nationalen Charts.

Es folgten zwei weitere Alben, Just a Singer und A Cowboy Afraid of Horses, jeweils im Abstand von einem Jahr, die jeweils eine weitere Hitsingle hervorbrachten. Aber die Zeit der großen Erfolge war vorbei. Neben den eigenen Veröffentlichungen wandte sich Lobo auch der Produktion von anderen Musikern zu und veröffentlichte zwei Alben von Jim Stafford, jeweils zusammen mit Phil Gernhard, und die Single In the Mississippi seines Bruders Roger LaVoie.[4] Schließlich endete die Zusammenarbeit mit Phil Gernhard und dem Label Big Tree. Lobo wechselte zu MCA/Curb Records und erst 1979 erschien sein Comeback-Album Lobo. Produziert worden war es von Bob Montgomery und nur eines der zehn Lieder darauf hatte LaVoie selbst geschrieben.[5] Das Album floppte und lediglich das Lied Where Were You When I Was Falling in Love war noch einmal ein Erfolg und brachte ihn zum vierten Mal auf Platz 1 der AC-Charts. Holdin’ On for Dear Love war im Dezember 1979 seine letzte Single in den US-Hot-100.

Danach wechselte LaVoie erneut das Label und gründete mit Lobo Records einen eigenen Musikverlag in der Country-Hauptstadt Nashville. Bis 1985 veröffentlichte er dort weitere Singles, unter anderem auch mit Narvel Felts und Kenny Earl unter dem Bandnamen Wolfpack, mit denen er noch kleinere Erfolge in den US-Country-Charts hatte. Dann zog er sich wieder aus seinem Label zurück.[6]

Ende der 1980er erlebte seine Musik noch einmal neuen Aufschwung in Asien und ab 1989 veröffentlichte er in Taiwan und Singapur weitere Alben. Ein Börsencrash und der Zusammenbruch seines Asien-Labels beendete diesen Karriereabschnitt. 2000 fand er in Deutschland ein neues Label und veröffentlichte weitere Alben, 2008 erschien sein bislang letztes Album Out of Time.[1]

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[7][8] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Austria.svg AT Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US
1971 Introducing Lobo 163
(15 Wo.)
Höchstplatzierung bei Wiederveröffentlichung
im April 1973, erreichte 1971 Platz 178 (10 Wochen)
1972 Of a Simple Man 15
(24 Wo.)
37
(31 Wo.)
in Deutschland erst 1973 erschienen
1973 Calumet 128
(14 Wo.)
1974 Just a Singer 183
(4 Wo.)
1975 A Cowboy Afraid of Horses 151
(7 Wo.)
weitere Alben
  • 1976 Come with Me
  • 1979 Lobo
  • 1989 Am I Going Crazy?
  • 1994 Asian Moon
  • 1995 Classic Hits
  • 1996 Sometimes
  • 1997 You Must Remember This
  • 2008 Out of Time

Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1974: The Best of Lobo
  • 1990: Greatest Hits
  • 1993: The Best Of
  • 1997: Me and You and a Dog Named Boo
  • 2010: The Very Best Of

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[7][9] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Austria.svg AT Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US
1971 Me and You and a Dog Named Boo
Introducing Lobo
15
(13 Wo.)
4
(14 Wo.)
5
(13 Wo.)
Autor: Kent Lavoie
1971 I’m the Only One / She Didn’t Do Magic
Introducing Lobo
46
(9 Wo.)
Autor: Kent Lavoie
1971 California Kid and Reemo
The Best Of
72
(3 Wo.)
Autoren: Andrew Michael Gateley, Robert Pedrick
1972 A Simple Man
Of a Simple Man
56
(9 Wo.)
Autor: Lobo
1972 I’d Love You to Want Me
Of a Simple Man
1
(24 Wo.)
1
(28 Wo.)
1
(20 Wo.)
5
(11 Wo.)
2 Gold
(14 Wo.)
Autor: Lobo
1972 Don’t Expect Me to Be Your Friend
Of a Simple Man
8
(13 Wo.)
Autor: Lobo
1973 It Sure Took a Long, Long Time
Calumet
27
(11 Wo.)
Autor: Lobo
1973 How Can I Tell Her
Calumet
22
(12 Wo.)
Autor: Lobo
1973 There Ain’t No Way
Of a Simple Man
68
(5 Wo.)
Autor: Lobo
1973 Love Me for What I Am / There Ain’t No Way
Calumet / Of a Simple Man
86
(2 Wo.)
Autor: Lobo
1974 Standing at the End of the Line
Calumet
46
(3 Wo.)
37
(7 Wo.)
Autor: Lobo
1974 Rings
Just a Singer
43
(9 Wo.)
Autoren: Alex Harvey, Eddie Reeves
Original: Lonnie Mack, 1971
1975 Don’t Tell Me Goodnight
A Cowboy Afraid of Horses
27
(9 Wo.)
Autor: Kent Lavoie
1979 Where Were You When I Was Falling in Love
Lobo
23
(17 Wo.)
Autoren: Jeff Silbar, Sam Lorber, Steve Jobe
1979 Holdin’ On for Dear Love
Lobo
75
(8 Wo.)
Autoren: Johnny Slate, Steve Pippin, Larry Henley
weitere Singles
  • 1972: The Albatross
  • 1973: Stoney
  • 1973: Gypsy and the Midnight Ghost
  • 1974: Goodbye Is Just Another Word
  • 1975: Something to See Me Through
  • 1975: Would I Still Have You
  • 1976: At First Sight
  • 1977: Afterglow
  • 1977: It’s Everywhere

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Lobo bei Classic Bands, abgerufen am 23. August 2015
  2. 1000 ultimative Charthits, Lothar Berndorff & Tobias Friedrich, S. 235, Moewig, 2008, ISBN 9783868032727
  3. Baby, du bist nicht alleine von Michael Holm in den Charts
  4. Lobo's Discography – Rare Tracks, Fans of Lobo, abgerufen am 23. August 2015
  5. Lobo (Album) bei Allmusic, abgerufen am 23. August 2015
  6. Features: PolKats - Class of the Sixties: Lobo, Dizzy Rambler Online, abgerufen am 23. August 2015
  7. a b Chartquellen: Singles / Alben / weitere US-Charts
  8. The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7
  9. Gold-/Platin-Datenbank US

Weblinks[Bearbeiten]