Locale

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Locale ist ein Einstellungssatz, der die Gebietsschemaparameter (Standortparameter) für Computerprogramme enthält.

Dazu gehören in erster Linie die Sprache der Benutzeroberfläche, das Land und Einstellungen zu Zeichensatz, Tastaturlayout, Zahlen-, Währungs-, Datums- und Zeitformaten. Ein Einstellungssatz wird üblicherweise mit einem Code, der meist Sprache und Land umfasst, eindeutig identifiziert.

In unterschiedlichen Betriebssystemen gibt es verschiedene Konzepte für Gebietseinstellungen:

Windows[Bearbeiten]

Unter Microsoft Windows werden Gebietsschemaparameter durch eine Zahl (z. B. 0x0407 für Deutsch oder 0x0409 für Englisch/US, weitere Ländercodes über den Weblink) angesprochen und enthalten Daten zu Darstellungsformaten, Codepages und Tastaturlayouts. Windows-Programme bieten jedoch in der Regel keine Möglichkeit zur nachträglichen Übersetzung ohne Kenntnis des Programmquelltextes.

.NET[Bearbeiten]

In Microsofts .NET-Framework-Anwendungen gibt es eine Vielzahl möglicher Einstellungen, die in XML-Strukturen abgelegt werden.

POSIX[Bearbeiten]

Unter POSIX-Plattformen wie zum Beispiel Linux werden die Übersetzungsfunktionen über die 'Locale'-Funktionen in der Standard C Library implementiert und stehen deshalb in sehr vielen Programmen zur Verfügung. Die Locale wird über die Environment-Variablen LANG und LC_* (z.B. LC_TIME für das Datumsformat) festgelegt und kann daher von User zu User und sogar von Programm zu Programm unterschiedlich sein. Die Locale-Bezeichnungen haben üblicherweise das Format [language[_territory][.codeset][@modifier]]. Sprache und Gebiet werden durch zweistellige ISO-639- bzw. ISO-3166-Codes repräsentiert (z.B. de_DE für Deutsch/Deutschland oder de_AT für Deutsch/Österreich). Der modifier ist dafür vorgesehen, kategoriespezifische Varianten zu wählen, z.B. eine Währung, ein Datumsformat oder eine Sortierreihenfolge. In der Praxis steht diese Möglichkeit aber mangels vordefinierter Locales meist nicht zur Verfügung.

Mac OS X[Bearbeiten]

Unter Mac OS X kann man Standorteinstellungen und andere Parameter in ~/.MacOSX/environment.plist setzen, in nachfolgendem Beispiel auf UTF-8:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE plist PUBLIC "-//Apple Computer//DTD PLIST 1.0//EN" "http://www.apple.com/DTDs/PropertyList-1.0.dtd">
<plist version="1.0">
<dict>
<key>LC_ALL</key>
<string>de_DE.UTF-8</string>
</dict>
</plist>

Sollte die Datei nicht existieren, können Verzeichnis und Datei einfach erzeugt werden.

Java[Bearbeiten]

Die Java-Plattform bildet 'Locale'-Funktionen über die Klasse java.util.Locale ab. Standorteinstellungen werden hier mit einer Kennzeichnung aus Sprache und Land identifiziert (z. B. de_DE für Deutsch/Deutschland oder de_AT für Deutsch/Österreich). Zusätzlich kann über das Attribut Variant auch auf Regionen Bezug genommen werden (siehe hierzu auch ISO 3166-2:AT, ISO 3166-2:CH, ISO 3166-2:DE). Die Internationalisierung bzw. Lokalisierung erfolgt auf Basis von sogenannten ResourceBundles („Ressourcenbündel“), welche in Java mit der Klasse java.util.ResourceBundle abgebildet werden.

CLDR[Bearbeiten]

Das Common Locale Data Repository ist ein Projekt, dass Locales für viele Sprachen bereitstellt und über Bibliotheken in unterschiedlichen Programmiersprachen genutzt werden kann.

Siehe auch[Bearbeiten]

Internationalisierung und Lokalisierung

Weblinks[Bearbeiten]