Lockheed YF-12

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Lockheed YF-12
YF-12 (S/N 60-6934) im Testflug
YF-12 (S/N 60-6934) im Testflug
Typ: Abfangjäger
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Lockheed Corporation
Erstflug: 7. August 1963
Indienststellung: keine
Produktionszeit: keine Serienproduktion
Stückzahl: 3 Prototypen

Die Lockheed YF-12 war ein zweistrahliges Versuchsflugzeug von Lockheed für die United States Air Force, das vom Höhenaufklärer Lockheed A-12 OXCART abgeleitet war. Es wurden nur drei Exemplare des Abfangjägers gebaut, bevor das Programm beendet wurde. In den Lockheed Advanced Development Projects Unit, besser bekannt als Skunk works, entwickelte Chefkonstrukteur Clarence Johnson die YF-12. Sie ist das weltweit größte jemals gebaute Jagdflugzeug.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Bau des Abfangjägers North American XF-108 aus Kostengründen gestoppt worden war, gelang es Lockheed, die Air Force für einen aus der A-12 abgeleiteten Mach-3-Abfangjäger zu interessieren. Das Flugzeug war als Ersatz für die Convair F-106 Delta Dart vorgesehen. Nachdem die CIA vor Kostenüberläufen beim A-12-Programm stand, entschied sich die Air Force, drei Maschinen in der Konfiguration für einen Abfangjäger fertigstellen zu lassen. Am 7. August 1963 flog die erste YF-12. Ein Kauf von 93 weiter modifizierten YF-12B wurde 1965 aber von Verteidigungsminister Robert McNamara gestoppt. Neben Kostengründen wurde auch angeführt, dass die Sowjetunion ohnehin keine Bomber besaß, die derart schnelle Abfangjäger rechtfertigen würden.

Von den drei gebauten YF-12 existiert heute noch eine. Diese steht im National Museum of the United States Air Force auf der Wright-Patterson Air Force Base. Ein weiteres Flugzeug wurde 1966 bei einer gescheiterten Landung durch einen Brand auf der Edwards Air Force Base schwer beschädigt und später zur einzigen SR-71C Blackbird umgebaut. Die dritte Maschine ging am 24. Juni 1971 bei einem Feuer während des Fluges verloren, die Piloten konnten das Flugzeug per Schleudersitz verlassen.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die YF-12 war im Wesentlichen eine A-12, besaß also auch einen Rumpf, der hauptsächlich aus Titan bestand und als Triebwerk zwei Pratt & Whitney J58, die die YF-12 auf Geschwindigkeiten von über Mach 3 beschleunigen konnten. Vor allem bezüglich der Ausstattung wurde die YF-12 gegenüber der OXCART aber verändert. So wurde die Nase modifiziert, um ein Radar vom Typ Hughes AN/ASG-18 aufnehmen zu können, außerdem wurden die Kamerabuchten zu Raketenbuchten umfunktioniert. Jede YF-12 konnte drei Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-47 Falcon mit sich führen.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine YF-12 im Flug
Eine AIM-47 vor einer YF-12
Kenngröße Daten
Typ Hochgeschwindigkeitsabfangjäger
Besatzung 2
Länge 30,97 m
Spannweite 16,95 m
Höhe 5,64 m
Flügelfläche ca. 167 m²
Leermasse 27.604 kg
max. Startmasse 63.504 kg
Höchstgeschwindigkeit 3661 km/h
max. Flughöhe ca. 27.400 m
Reichweite 4830 km (ohne Nachbetankung)
Triebwerk zwei Pratt & Whitney J58 Strahltriebwerke mit Nachbrenner und je 144,57 kN Schub
Bewaffnung bis zu drei AIM-47 Falcon Luft-Luft-Raketen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • James Goodall: Lockheed’s SR-71 „Blackbird“ Family -A-12, F-12, D-21, SR-71. Midland 2003; ISBN 978-1-85780-138-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kategorie:Lockheed YF-12 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steve Pace: X-Planes at Edwards. 1995, ISBN 978-1-61060-786-5, S. 11.