Lockstedt (Klötze)

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Lockstedt
Stadt Klötze
Koordinaten: 52° 39′ 53″ N, 11° 12′ 8″ O
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 28,05 km²[1]
Einwohner: 225 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 8 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Eingemeindet nach: Neuendorf
Postleitzahl: 38486
Vorwahl: 03909
Lockstedt (Sachsen-Anhalt)
Lockstedt
Lockstedt
Lage von Lockstedt in Sachsen-Anhalt

Lockstedt gehört zur Ortschaft Neuendorf und ist ein Ortsteil der Stadt Klötze im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Lockstedt liegt eineinhalb Kilometer südwestlich von Neuendorf und fünf Kilometer nördlich von Klötze. Im Westen fließt die Purnitz.[3] Es ist ein Rundplatzdorf mit Kirche auf dem Platz. Im Südosten liegt das Waldgebiet Lockstedter Holz.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine urkundliche Erwähnung von Lockstedt stammt aus dem Jahre 1394 als dat dorp to Lokstede. Albert von Alvensleben und Heinrich von Eikendorp verkauften und überließen wegen ihrer Gefangenschaft den Herzögen Bernhard und Heinrich von Braunschweig und Lüneburg einige Dörfer.[4] So kam das Dorf an das Herzogtum Braunschweig, wo es bis 1815 verblieb. Weitere Nennungen sind 1458 in dem dorpe to Lokstede by henninge, 1541 Luckstede[1] und 1873 Lockstedt bei Klötze.[5]

Ersterwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Historiker Peter P. Rohrlach schreibt, dass die von Dehio im Jahre 2002 angegebene erste chronikalische Erwähnung 1234 der Kirche in Lockstedt[6] nicht zu belegen ist. Hingegen schreibt Wilhelm Zahn im Jahre 1907, dass in einer Schulenburger Registratur von 1604 eine Urkunde vom 6. November 1280 aufgeführt ist, die sich auf die Weihe der Kirche in Locktedt bei Kakerbeck bezieht, welche für den Sonntag vor Johanni angeordnet war.[7] Parisius und Brinkmann[8] wiesen schon 1868 darauf hin, dass im Verzeichnis zum Codex diplomaticus Brandenburgensis, erstellt von Moritz Wilhelm Heffter, Lockstedt bei Klötze falsch zugeordnet ist.[9]

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Mertens schlägt für den Ortsnamen zwei Ableitungen vor. Entweder von lok, look für Schnittlauch oder wahrscheinlicher von lok, loc für Gehölz.[10]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Lockstedt aus dem Landkreis Gardelegen nach Neuendorf (Klötze) eingemeindet.[11] Mit der Eingemeindung von Neuendorf nach Klötze am 1. Januar 2010 kam der Ortsteil Lockstedt zur Stadt Klötze und zur neu errichteten Ortschaft Neuendorf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1785 166
1801 164
1818 119
1840 181
1864 287
1871 295
Jahr Einwohner
1885 274
1892 253
1895 279
1905 227
1905 305
1910 312
Jahr Einwohner
1925 312
1939 283
1946 465
2018 225

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche Lockstedt ist ein flach gedeckter spätmittelalterlicher Findlingsbau mit barockem Fachwerk-Dachreiter.[15]
  • In Lockstedt steht eingezäuntes, freistehendes Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.[16]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1374–1377 (Open Access beim Verlag).
  2. Stadt Klötze, Einwohnermeldeamt: Einwohnerbestand am 31.12.2018. 9. Januar 2019.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Hermann Sudendorf: Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande. Vom Jahre 1390 bis zum Jahre 1394. Hrsg.: Hannover-Döhren. Teil 7, 1871, S. 320, Nr. 333 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10985538_00452~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Preußisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihrer Bevölkerung. Band VI, Provinz Sachsen. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt vom Königlichen Statistischen Bureau. Berlin 1873, S. 20 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A11157796_00030~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I, Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 518.
  7. Wilhelm Zahn: Die altmärkischen Dorfkirchen und ihre Geistlichen im Mittelalter. (Anmerkungen zu 212 Kirchen von Abbendorf bis Ziethnitz). In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 34. Jahresbericht, 1907, S. 64, 118. Lockstedt (altmark-geschichte.de [PDF]).
  8. A. Parisius, A. Brinkmann: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Gardelegen. Otto Hendel, Halle an der Saale 1897, S. 100.
  9. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Namenverzeichniß zu sämmtlichen Bänden. Hrsg.: Berlin. Band 2, 1868, S. 291 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10478021_00297~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  10. Franz Mertens: Heimatbuch des Kreises Gardelegen und seiner näheren Umgebung. Hrsg.: Rat des Kreises Gardelegen. Gardelegen 1956, DNB 1015184308, S. 211.
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359, 362, 363.
  12. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 50 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 23. März 2019]).
  13. Pfarrbereich Klötze. Abgerufen am 23. März 2019.
  14. Ernst Machholz: Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchen in der Provinz Sachsen (= Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. 30. Heft). Leipzig 1925, S. 2 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 23. März 2019]).
  15. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 303.
  16. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Lockstedt, Stadt Klötze auf www.denkmalprojekt.org. 1. April 2018, abgerufen am 23. März 2019.