Lockwitz

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Dieser Artikel behandelt den Dresdner Stadtteil Lockwitz. Zum gleichnamigen statistischen Stadtteil Dresdens siehe Lockwitz (statistischer Stadtteil).
Lockwitz
Stadtteil der Landeshauptstadt Dresden
Koordinaten: 50° 59′ 14″ N, 13° 48′ 23″ O
Höhe: 130–205 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Januar 1930
Postleitzahl: 01257
Vorwahl: 0351
Landkreis Bautzen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Landkreis Meißen Altfranken Altstadt I Altstadt II Blasewitz Borsberg Brabschütz Briesnitz Bühlau Coschütz Cossebaude Cotta Cunnersdorf Dobritz Dölzschen Dresdner Heide Eschdorf Friedrichstadt Gönnsdorf Gomlitz Gompitz Gorbitz Gostritz Großluga Kleinluga Großzschachwitz Gruna Helfenberg Hellerau Gittersee Hellerberge Hosterwitz Kaditz Kaitz Kauscha Kemnitz Kleinpestitz Kleinzschachwitz Klotzsche Krieschendorf Langebrück Laubegast Lausa Leuben Leubnitz-Neuostra Leuteritz Leutewitz Lockwitz Löbtau Loschwitz Malschendorf Marsdorf Merbitz Meußlitz Mickten Mobschatz Mockritz Naußlitz Neustadt Nickern Obergohlis Niedergohlis Niederpoyritz Niedersedlitz Niederwartha Oberpoyritz Oberwartha Ockerwitz Omsewitz Pappritz Pennrich Pieschen Pillnitz Plauen Podemus Prohlis Räcknitz Reick Reitzendorf Rennersdorf Rochwitz Roitzsch Rossendorf Roßthal Schönborn Schönfeld Schullwitz Seidnitz Söbrigen Sporbitz Steinbach Stetzsch Strehlen Striesen Tolkewitz Torna Trachau Trachenberge Übigau Unkersdorf Wachwitz Weißer Hirsch Weißig Weixdorf Wilschdorf Wölfnitz Zaschendorf Zöllmen Zschertnitz ZschierenKarte
Über dieses Bild
Lage der Gemarkung Lockwitz in Dresden
Schloss Lockwitz und Schlosskirche Lockwitz
Lockwitztalbrücke der Autobahn 17
Die Wettersäule am Lockwitzbach (1913 errichtet)
Das Mausoleum der Kap-herrs

Lockwitz ist ein Stadtteil im äußersten Südosten der Stadt Dresden und des Ortsamtsbereichs Prohlis.
Zum Statistischen Stadtteil Lockwitz gehören noch die angrenzenden Orte Kauscha, Luga und Nickern. Tatsächlich befindet sich in Lockwitz die südlichste Bebauung der Stadt. Zu dieser gehört die etwa 65 Meter hohe Lockwitztalbrücke der A 17 über den Lockwitzgrund. Lockwitz liegt am nördlichen Ende dieses Tals am gleichnamigen Lockwitzbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lockwitz wurde 1288 erstmals erwähnt. Es gehörte damals zur reichsunmittelbaren Burggrafschaft Dohna und kam erst nach deren Niedergang 1402 zur Markgrafschaft Meißen, dem Vorläufer Sachsens.

Der Name leitet sich aus dem sorbischen „Lucawicz“ ab und bedeutet „Ort am Wiesenbach“ oder „Ort an der Aue“.

Das später entstandene Rittergut besaß die Obere Gerichtsbarkeit, konnte also harte Strafen verhängen und vollziehen.

Friedrich II. von Preußen machte Lockwitz im März 1757 für einen Monat zu seinem Hauptquartier.[1]

1788/89 lebte hier Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie.

Im 19. Jahrhundert blühte die halbindustrielle Mühlenverarbeitung in Lockwitz auf und ermöglichte so einen Wandel vom Bauernstand zum bürgerlichen Ort. Durch den nahen Obstanbau entstand eine wichtige Kelterei.

Im Jahr 1906 wurde Lockwitz an das Dresdner Straßenbahnnetz durch die Lockwitztalbahn angeschlossen, welche 1977 durch eine Buslinie ersetzt wurde. Im Jahr 1930 wurde Lockwitz nach Dresden eingemeindet.

Wetterereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2002 kam es nach einer 5b-Wetterlage zu einer "Jahrtausendflut". Der Hochwasserschutz wurde zu einem Dauerthema.[2]

Bereits Anfang Juni 2013 gab es wieder ein Jahrhunderthochwasser : Hochwasser in Mitteleuropa 2013. Kurz zuvor, am 29. Mai 2013 knickte ein Tornado der Stärke F1 im Lockwitzgrund einige Bäume an der Autobahn A17 um. [3]

Bebauung und Kulturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An die Grundstruktur eines Rundlings erinnert die Bezeichnung des zentralen Dorfplatzes als „Am Plan“. Die dörfliche Struktur blieb trotz der frühen Eingemeindung im Jahr 1930 erhalten. Der Dorfkern liegt etwa zwei Kilometer vom südlichen Stadtrand, der gleichzeitig die Grenze des Stadtteils bildet, entfernt. Im Dorfkern befindet sich auch ein Gutsherrenschloss, das Anfang des 18. Jahrhunderts mit der evangelischen Schlosskirche Lockwitz baulich verbunden wurde.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil ist über Buslinien direkt mit dem Hauptbahnhof verbunden. Das etwa 10 Kilometer entfernte Stadtzentrum ist in etwa 20 Minuten zu erreichen. Der Stadtteil wird im Norden von der Staatsstraße 172 geschnitten. Lockwitz ist zudem von der A 17 sowohl über die Autobahnabfahrt Prohlis als auch über die Abfahrt Heidenau erreichbar.

Angrenzende Stadtteile und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Lockwitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 24. Heft: Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1904, S. 75.
  • Gustav Adolf Poenicke (Wikisource): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. (Wikisource) II. Section: Meissner Kreis. Leipzig 1856, S. 182ff (Werkansicht der SLUB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lockwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Philipp von Schröter, Johann Friedrich Seyfart: Kriegsgeschichte der Preussen von dem Jahre 1655 bis 1763. Frankfurt. Leipzig 1764, Seite 189; hier schrieb er einen oft zitierten Brief an seine Schwester Anna Amalie von Preußen siehe z. B. Briefe und Gedichte (Erweiterte Ausgabe), Seite 9 unten und Florian Kühnel: Kranke Ehre?: Adlige Selbsttötung im Übergang zur Moderne. München 2013, Seite 147, abgerufen 11. Februar 2014
  2. lockwitz-intern.de/hochwasserschutz.html, Plan Hochwasservorsorge Dresden Betrachtungsgebiet Lockwitz, Luga, Niedersedlitz (31. Okt. 2013; PDF; 5,6 MB)
  3. www.tornadoliste.de (mit Videos und Kommentaren unter tornadoliste2013.htm), www.dnn-online.de (abgerufen am 12. Okt. 2013)