Loffenau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Loffenau
Loffenau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Loffenau hervorgehoben
Koordinaten: 48° 46′ N, 8° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rastatt
Höhe: 319 m ü. NHN
Fläche: 17,07 km2
Einwohner: 2523 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 76597, 76332
Vorwahl: 07083
Kfz-Kennzeichen: RA, BH
Gemeindeschlüssel: 08 2 16 029
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Untere Dorfstraße 1
76597 Loffenau
Website: www.loffenau.de
Bürgermeister: Markus Burger
Lage der Gemeinde Loffenau im Landkreis Rastatt
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Über dieses Bild

Loffenau ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg. Der Ort gehörte lange Zeit zum württembergischen Landkreis Calw und kam mit der Kreisreform 1973 zum badischen Landkreis Rastatt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Teufelsmühle über Loffenau ins vordere Murgtal auf Gaggenau und weiterführend auf die Rheinebene bei Rastatt

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der staatlich anerkannte Erholungsort Loffenau liegt am Westhang des nördlichen Schwarzwaldes in einem Seitental des Murgtals unterhalb des Bergs Teufelsmühle. Die Höhenlage reicht von 215 bis 940 m ü. NN.

Nachbarkommunen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loffenau grenzt im Osten an die Stadt Bad Herrenalb (Landkreis Calw), im Norden an die große Kreisstadt Gaggenau sowie im Süden und Westen an die Stadt Gernsbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Loffenau gehören das Dorf Loffenau und die Häuser Albtaljagdhaus, Auf der Miß, Plotzsägmühle und Teufelsmühle. Im Gemeindegebiet liegt die abgegangene Ortschaft Neusägmühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Loffenau wird erstmals 1266 in einer Schenkungsurkunde der Ebersteiner an das Kloster Herrenalb als Lovfenowe erwähnt.[3] Die Herren von Eberstein verkauften das Dorf 1297 an das Kloster Herrenalb, wodurch es 1338 zu Württemberg kam. Zum Klosteramt Herrenalb gehörte Loffenau bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Mit der Neugliederung des Königreichs Württemberg nach den Gebietszuwächsen aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses wurde die Gemeinde gemäß der neuen Verwaltungsgliederung dem Oberamt Neuenbürg zugeordnet. Zwischen Loffenau und der Nachbargemeinde Gernsbach verlief die Grenze zwischen Baden und Württemberg. Bei der Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Loffenau 1938 zum Landkreis Calw. 1945 wurde der Ort Teil der Französischen Besatzungszone und erfuhr somit 1947 die Zuordnung zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging. Im Rahmen der 1973 vorgenommenen Kreisreform in Baden-Württemberg kam der Ort als einzige Gemeinde des Landkreises Calw zum Landkreis Rastatt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1400 150
1662 180
1760 600
1830 810
1871 1265
1910 1481
1946 1650
1961 2038
Datum Einwohner
1970 2370
1990 2625
1995 2793
2005 2703
2010 2575
2015 2513

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Heilig-Kreuz-Kirche

Seit Einführung der Reformation in Württemberg ist auch Loffenau evangelisch geprägt. So waren 1860 nur zwei der gut 1.200 Einwohner römisch-katholischer Konfession. Auch heute gibt es nur wenige Katholiken, für diese ist die in den 1960er Jahren erbaute Kirche St. Theresia zuständig. Hingegen gibt es mit der evangelisch-methodistischen Kirche eine weitere protestantische Gemeinde, sowie mit der neuapostolischen Kirche eine weitere christliche Kirche im Ort.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loffenau erhielt 1977 das Prädikat „staatlich anerkannter Erholungsort“.

Bei der Teilnahme am Bundeswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden/ Unser Dorf hat Zukunft hat Loffenau 1983, 1985, 1989 und 2007 eine Goldmedaille gewonnen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loffenau ist neben Weisenbach Mitglied einer Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Gernsbach als erfüllender Gemeinde.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 12. Dezember 2017 ist Markus Burger (* 1984) Bürgermeister von Loffenau. Er löste Erich Steigerwald ab, der das Amt seit 1977 ausübte.[4][5]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

Freie Wählergemeinschaft 36,6 % + 0,1 % 4 Sitze ±0
CDU 24,1 % − 8,9 % 3 Sitze − 1
SPD/Aktive Loffenauer Bürger 39,3 % + 8,8 % 5 Sitze + 1

Der Gemeinderat besteht aus den zwölf gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loffenau pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heilig-Kreuz-Kirche Loffenau (Innenansicht)
Kirche St. Theresia
Aussichtsturm auf dem Loffenauer Hausberg Teufelsmühle

Eine besondere Sehenswürdigkeit Loffenaus befindet sich in der evangelischen Heilig-Kreuz-Kirche.[7] In dieser 1843 im neugotischen Stil neu errichteten Emporenbasilika[8] blieb der mittelalterliche Turmchor mit gotischen Fresken (1440–1455) erhalten. Neben den zahlreichen Abbildungen von Aposteln und Heiligen ist die „Hostienmühle“ an der Nordwand der Kirche, als eine der wenigen erhaltenen Darstellungen der spätmittelalterlichen Legende über die „mystische Mühle“, besonders bemerkenswert. Sechs große Bildprogramme sind vorhanden: Im Gewölbe die Symbolwesen der Evangelisten mit den Kirchenvätern, am und um den Triumphbogen die Verkündigung, im oberen, stärker untergliederten Bereich der Ost- und Südwand die Kreuzlegende, im unteren Abschnitt der Ost- und der östlichen Südwand die Credo-Apostel, in der unteren Zone der westlichen Südwand die von Heiligen und Stiftern flankierte Muttergottes im Strahlenkranz und auf der gesamten Nordwand das Motiv der Hostienmühle.

Auf dem 908 m ü. NHN hohen Loffenauer Hausberg Teufelsmühle bietet ein Aussichtsturm einen Blick über Loffenau und das untere Murgtal bis hinein in die Rheinebene.

Blick vom Naturdenkmal Bockstein, einem Granitfelsen, auf Loffenau und den Merkur

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loffenau verfügt über eine Grundschule und zwei Kindergärten. Weiterführende Schulen befinden sich in den Nachbargemeinden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Adolf Riecke (1798–1883), Geistlicher, Pädagoge und Politiker, war von 1851 bis 1871 Pfarrer in Loffenau
  • Meryl Streep (* 1949), US-amerikanische Schauspielerin, Oscar-Preisträgerin, ihre Ururgroßeltern stammten aus Loffenau

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Loffenau (Hrsg.): 700 Jahre Loffenau 1297–1997. Rastatt 1997.
  • Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Rastatt und Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (Hrsg.): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg – Der Landkreis Rastatt. Band 2, Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-7995-1364-7, S. 251–267.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Loffenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 171–172
  3. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Rastatt und Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (Hrsg.): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg – Der Landkreis Rastatt. Band 2, Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-7995-1364-7, S. 256.
  4. Erdrutschsieg für Markus Burger. In: BNN.de. Badische Neueste Nachrichten, 24. September 2017, abgerufen am 21. Dezember 2017.
  5. a b Steigerwald ist jetzt zweimaliger Ehrenbürger. In: BNN.de. Badische Neueste Nachrichten, 12. November 2017, abgerufen am 21. Dezember 2017.
  6. 80 Steinbourger feiern das Dorffest mit. In: Badisches Tagblatt. 20. Juli 2018, archiviert vom Original am 30. Juli 2018; abgerufen am 30. Juli 2018.
  7. Artikelserie von Veronika Gareus-Kugel im Badischen Tagblatt vom 20. bis 25. August 2004 (Memento vom 12. März 2007 im Internet Archive)
  8. Clemens Kieser, Karlfriedrich Ohr, Wolfgang Stopfel, Martin Walter: Kunst- und Kulturdenkmale im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden. Konrad-Theiss Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1599-5, S. 247.