Lohsa

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lohsa
Lohsa
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lohsa hervorgehoben
Koordinaten: 51° 23′ N, 14° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 114 m ü. NHN
Fläche: 134,54 km2
Einwohner: 5393 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km2
Postleitzahl: 02999
Vorwahlen: 035724 (Dreiweibern, Driewitz, Friedersdorf, Hermsdorf/Spree, Litschen, Lohsa, Mortka, Riegel, Steinitz, Tiegeling, Weißig, Weißkollm), 035726 (Groß Särchen, Koblenz), 035728 (Lippen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 330
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Rathaus 1
02999 Lohsa
Webpräsenz: www.lohsa.de
Bürgermeister: Thomas Leberecht (CDU)
Lage der Gemeinde Lohsa im Landkreis Bautzen
TschechienDresdenLandkreis GörlitzLandkreis MeißenLandkreis Sächsische Schweiz-OsterzgebirgeArnsdorfBautzenBernsdorfBischofswerdaBurkauCrostwitzCunewaldeDemitz-ThumitzDoberschau-GaußigElsterheideElstraFrankenthal (Sachsen)GödaGroßdubrauGroßharthauGroßnaundorfGroßpostwitzGroßröhrsdorfMalschwitzHaselbachtalHochkirchHoyerswerdaKamenzKönigsbrückKönigswarthaKubschützLaußnitzLautaLichtenberg (Lausitz)LohsaMalschwitzNebelschützNeschwitzNeukirch (bei Königsbrück)Neukirch/LausitzObergurigOhornOßlingOttendorf-OkrillaPanschwitz-KuckauPulsnitzPuschwitzRadebergRadiborRäckelwitzRalbitz-RosenthalRammenauSchirgiswalde-KirschauSchmölln-PutzkauSchönteichenSchwepnitzSohland an der SpreeSpreetalSteina (Sachsen)SteinigtwolmsdorfWachau (Sachsen)WeißenbergWilthenWittichenauBrandenburgPolenKarte
Über dieses Bild

Lohsa, obersorbisch Audio-Datei / Hörbeispiel Łaz?/i, ist die flächengrößte Gemeinde im sächsischen Landkreis Bautzen in der Oberlausitz. Die Einheitsgemeinde Lohsa liegt an der Kleinen Spree, östlich der Städte Wittichenau und Hoyerswerda, und zählt zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben.[2]

Mehrere Seen des entstehenden Lausitzer Seenlands liegen teilweise oder ganz im Gemeindegebiet. Das Speicherbecken Lohsa I und der mit ihm in Verbindung stehende Silbersee sind die Restlöcher ehemaliger Braunkohletagebaue, deren Flutung im Februar 1971 begann. Nördlich von Lohsa entstand 2001 der Dreiweibernsee nach der Flutung des 1989 stillgelegten Braunkohlentagebaues Lohsa. Östlich von Weißkollm befindet sich mit dem Speicherbecken Lohsa II ein weiterer Tagebausee. Südlich des früheren Ortsteils Bärwalde schließt sich in geringer Entfernung zur Gemeindegrenze der Bärwalder See an.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Einheitsgemeinde Lohsa gehören folgende 15 Ortsteile:

  • Dreiweibern (Tři Žony); 37 Einwohner
  • Driewitz (Drěwcy); 113 Einwohner
  • Friedersdorf (Bjedrichecy; mit Womjatke, auch als Neu Friedersdorf bezeichnet); 186 Einwohner
  • Groß Särchen (Wulke Ždźary); 1.120 Einwohner
  • Hermsdorf/Spree (Hermanecy); 184 Einwohner
  • Koblenz (Koblicy); 381 Einwohner
  • Lippen (Lipiny); 59 Einwohner
  • Litschen (Złyčin); 275 Einwohner
  • Lohsa (Łaz); 1.596 Einwohner
  • Mortka (Mortkow; in der Zeit vom 30. November 1936 bis 1947 in Grube Ostfeld umbenannt); 152 Einwohner
  • Riegel (Roholń); 105 Einwohner
  • Steinitz (Šćeńca; mit Kolbitz und Neu Steinitz); 304 Einwohner
  • Tiegling (Tyhelc); 57 Einwohner
  • Weißig (Wysoka); 71 Einwohner
  • Weißkollm (Běły Chołmc); 716 Einwohner

Die Einwohnerzahlen der einzelnen Orte stammen vom Meldeamt Lohsa (Stand: 31. Dezember 2016) und weisen auf Grund unterschiedlicher Berechnungsvorschriften in ihrer Summe eine Abweichung zu den Einwohnerzahlen der Gemeinden auf, die vom Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen herausgegeben werden.

Aufgrund des Braunkohlenabbaus sind auf den heutigen Gemeindefluren folgende Dörfer teilweise oder ganz devastiert worden:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Lohsa
Kriegerdenkmal in Lohsa
Feierhalle auf dem Lohsaer Friedhof
Steinkreuze in der Friedhofsmauer

Der Ort Lohsa wurde erstmals 1343 unter dem Namen „Lose“ urkundlich erwähnt. 1346 wird die Lohsaer Kirche erstmals in einer Urkunde erwähnt und ist damit eine der ältesten Kirchen der nördlichen Oberlausitz. Das Lohsaer Gut wird 1350 erstmals als Besitz derer von Pannewitz und Schreibersdorf in der Herrschaft Neschwitz erwähnt. Im Jahr 1470 wird Balthaser von Schreibersdorf als Besitzer von Lohsa, Friedersdorf und Weißkollm genannt. Im Jahre 1523 erwirbt Bernhard von Gersdorf das Gut Lohsa. 1547 kauft Christoph von Schreibersdorf zu Lohsa die Dörfer Litschen, Driewitz und Lippen. Vom Ende des 16. bis Mitte des 17. Jahrhunderts wechselt das Gut Lohsa mehrfach die Besitzer.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreiweibern und Ratzen gehören seit 1938 zu Lohsa. Im Jahr 1994 wurden fünf Gemeinden eingegliedert,[3] von denen Bärwalde 1998 nach Boxberg/O.L. umgegliedert wurde.[4] Lippen wechselte im Jahr 1996 von Uhyst nach Lohsa.[5] Die 1995 neu gebildete Gemeinde Knappensee[6] wurde 2005 aufgelöst. Ihre Ortsteile Groß Särchen und Koblenz kamen zu Lohsa.[7]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bärwalde 1. Januar 1957
1. Januar 1978
1. Januar 1994
1. Januar 1998
Eingemeindung nach Merzdorf,
Ausgliederung aus Merzdorf,
Eingemeindung nach Lohsa,
Umgliederung nach Boxberg/O.L.
Dreiweibern 1. April 1938
Driewitz 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Litschen
Friedersdorf 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Litschen
Groß Särchen 1. Oktober 1995
1. Januar 2005
Eingemeindung nach Knappensee,
Umgliederung nach Lohsa
Hermsdorf/Spree 1. Januar 1994
Knappensee 1. Januar 2005 Eingemeindung nach Lohsa und Königswartha
Koblenz 1. Oktober 1995
1. Januar 2005
Eingemeindung nach Knappensee,
Umgliederung nach Lohsa
Lippen 1. Mai 1974
1. Januar 1996
Eingemeindung nach Uhyst,
Umgliederung nach Lohsa
Litschen 1. Januar 1994
Mortka 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Litschen
Ratzen 1. April 1938
Riegel 1. Januar 1978 Eingemeindung nach Weißkollm
Scheibe 1. April 1938 Eingemeindung nach Riegel
Steinitz 1. Januar 1994
Weißig 1. April 1938
1945
1948
Eingemeindung nach Hermsdorf/Spree,
Umgliederung nach Steinitz,
Umgliederung nach Hermsdorf/Spree
Weißkollm 1. Januar 1994

Bevölkerung und Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 467, darunter 432 Sorben (93 %) und 35 Deutsche.[8] Ernst Tschernik zählte 1956 in der Gemeinde Lohsa mit Ratzen und Dreiweibern einen sorbischsprachigen Bevölkerungsanteil von nur noch 37,3 %.[9] Seitdem ist der Gebrauch des Sorbischen im Ort weiter stark zurückgegangen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[10]
Wahlbeteiligung: 56,9 % (2009: 55,8 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,9 %
16,0 %
13,0 %
n. k.
13,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+4,7 %p
-6,9 %p
+0,4 %p
-12,2 %p
+13,8 %p

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 22 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 13 Sitze
  • LINKE: 3 Sitze
  • Wählervereinigung für die Einheitsgemeinde Lohsa (WVE): 3 Sitze
  • Freie Wähler Knappensee (FWK): 3 Sitze

Gemeindewappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1992 hat Lohsa ein Wappen. Zur Bedeutung: Lohsa war früher ein von Sümpfen umgebener Ort (grüne Wellenlinie). Ursprünglich bestritten die Bürger ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch die Fischerei (blauer Fisch). Seit 1935 prägte der Bergbau das Landschaftsbild (Hammer und Schlägel). Heute werden auf dem Gebiet des Landschafts-, Umwelt- und Naturschutzes große Anstrengungen unternommen, um vorhandene Naturdenkmäler zu schützen, altes Tagebaugebiet zu rekultivieren, den Ort an Natur zu bereichern und diese Bestandteil des Ortsbildes werden zu lassen. So entstand aus dem ehemaligen Tagebau II des Braunkohlenwerkes Glückauf Knappenrode das Naherholungsgebiet Silbersee (blaue Wellenlinie). Auch am ehemaligen Tagebau Dreiweibern entwickelt sich ein Naherholungsgebiet. Im Rahmen der Rekultivierung entstandenen Teiche, die wieder der Fischzucht dienen werden und bereits zu diesem Zweck vorbereitet werden (blauer Fisch). Laut Jan Meschgangs Buch Die Ortsnamen der Oberlausitz bedeutet der sorbische Name für Lohsa Łaz: „Siedlung auf einem durch Rodung urbar gemachten Neuland.“ Deshalb steht im Zentrum des Wappens ein Baum (Kiefer).

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreiweiberner See

Die Gemeinde befindet sich im südlichen Teil des Lausitzer Seenlandes, welches aus gefluteten Tagebaurestlöchern entsteht. Der Silbersee (Slěborny jězor; Tgb. Werminghoff II; 315 ha; 1972), direkt südlich von Lohsa, Teil des Speicherbeckens Lohsa I, ist wegen Sanierungsarbeiten am Bahndamm gesperrt. Der Knappensee (Hórnikečanski jězor; Tgb. Werminghoff I; 286 ha; 1953), bei Groß Särchen / Koblenz, wird 2013 wegen Sanierungsarbeiten der LMBV gesperrt. Der Dreiweiberner See (Třižonjanski jězor; Tgb. Dreiweibern; 286 ha; 2002), direkt nördlich von Lohsa, wurde 2005 freigegeben. Östlich von Weißkollm entsteht mit dem Speicherbecken Lohsa II ein weiterer Tagebausee, der noch keinen richtigen Namen hat und vorrangig als Wasserspeicher dient.

Das südliche und östliche Gemeindegebiet ist Teil des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, mit vielen Teichen, viel Wald, dem Fischotter, dem Wolf und vielen seltenen Vögeln.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Oberschule in Lohsa

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Lohsa verfügt über eine Grundschule in Groß Särchen, sowie eine Oberschule.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 156, westlich die B 96, über die die nordwestlich verlaufende B 97 erreichbar ist. Mit einem Bedarfshaltepunkt ist Lohsa an die Bahnstrecke Niesky–Hoyerswerda(–Falkenberg (Elster)–Roßlau (Elbe)) angebunden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handrij-Zejler-Denkmal am Marktplatz

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen und Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Sächsisches Sorbengesetz, Anlage zu § 3 (2)
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1994
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  8. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.
  9. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 249.
  10. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Specht: 100 Jahre Braunkohlenbergbau um Werminghoff (Knappenrode) und Lohsa. Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2014, ISBN 9783941908550

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lohsa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien