Lohsepark

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Plan und Informationstafel
Hannoverscher Bahnhof

Der Lohsepark ist der größte Park in der Hafencity Hamburg im Teilquartier Am Lohsepark. Er erstreckt sich vom Baakenhafen im Süden bis zum Ericusgraben im Norden und ist nach Hermann Lohse (1815–1893) benannt.

Der Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf seinem Gelände befand sich der Hannoversche Bahnhof. Der Lohsepark ist Naherholungspark durch seine Kombination aus Spazier- Ruhe- und Spielfläche. Er ist auch Erinnerungsstätte durch seine Gedenkorte an die Deportation der Juden, Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1940 und 1945. Sie wurden vom Hannoverschen Bahnhof aus in Ghettos und Vernichtungslager gebracht.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf zum Park stammt vom Büro Vogt Landschaftarchitekten in Zürich von 2010. Der Park erstreckt sich schlauchförmig. Kennzeichnend sind geschwungene und diagonale Wege, Bänke und Spielplätze in einer 550 Meter langen und 100 Meter breiten Rasen- und Wiesenlandschaft mit Sichtachsen. Die gebogenen Stämme und Äste von Robinien, die in der Versmannstraße gefällt werden mussten, wurden als Klettergerüste installiert. Auf der 4,4 Hektar großen Fläche gibt es 500 Bäume aus 20 Baumarten, darunter heimische (Linden, Eichen, Kirsch- und Apfelbäume) und exotische (japanischer Schnurbaum, Lebkuchenbaum). Die Parkanlage schließt im Süden ab durch eine Treppenanlage zum Baakenhafen direkt bei der HafenCity Universität Hamburg.[1] Dies war früher der Abschluss des inneren Wallrings zur Elbe hin.[2]

Gedenkorte und Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnsteig 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im nördlichen Teil des Parks wurde der ehemalige Vorplatz des Hannoverschen Bahnhofs zu einem 1000 Quadratmeter großen Platz gestaltet. Von dort führt die „Fuge“, eine mit Eisenbahnschotter markierte und dem Wildwuchs überlassene Trasse, entlang des historischen Gleisverlaufs südostwärts zu dem unter Denkmalschutz stehenden Relikt des Bahnsteigs 2. Von diesem Bahnsteig wurden zwischen 1940 und 1945 in 20 Zügen 8071 Juden, Sinti und Roma deportiert. Der erste Zug transportierte am 20. Mai 1940 mehr als 900 Sinti und Roma in das Arbeitslager Belzec bei Lublin.[3] Gedenktafeln mit den Namen der 7741 bekannten Deportierten weisen auf ihr Schicksal hin.[4] An der Westseite des Lohseplatzes wird ein Dokumentationszentrum „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ eingerichtet. Es dokumentiert das Schicksal der aus Hamburg und Norddeutschland deportierten Bürger und integriert die Dokumentation „In den Tod geschickt“.[5][6][7] Ein Info-Pavillon am Vorplatz des ehemaligen Hannoverschen Bahnhof liefert bereits seit Ende 2013 Informationen, bis das Informations- und Dokumentationszentrum eröffnet wird.[8]

Ermordete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überlebende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lucille Eichengreen: Deportation am 25. Oktober 1941 in das Ghetto von Litzmannstadt (Lodz), mehrere Konzentrationslager, Befreiung durch die Briten am 15. April 1945.

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Süden her ist der Park an die U-Bahn-Station HafenCity Universität der Linie U4 angebunden.[10] Der nördliche Teil wird peripher durch die Stationen Meßberg (Fußweg über Wandrahmsteg) und Steinstraße (Fußweg über Oberbaumbrücke) der Linie U1 erschlossen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lohsepark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein neuer Park für alle. In: CJ Projektmanagement Hamburg GmbH (Hrsg.): HSH Nordbank Run 2016 in der HafenCity, S. 14–15.
  2. Oliver Schirg: Ein grünes Herz für die HafenCity. In: Hamburger Abendblatt vom 8. Juli 2016, S. 11.
  3. Gedenkstätte für deportierte Juden, Roma und Sinti. In: Lübecker Nachrichten vom 11. Mai 2017, S. 6.
  4. Gedenkort an NS-Opfer wird am 10. Mai eingeweiht. In: Hamburger Abendblatt vom 19. April 2017, S. 16. Autorenkürzel (M. G.)
  5. Kulturbehörde Hamburg: Programm. Einweihung des Gedenkortes denk.mal Hannoverscher Bahnhof, 10. bis 16. Mai 2017. Faltblatt 2017.
  6. HafenCity Hamburg: denk.mal Hannoverscher Bahnhof. Geschichte sprechen lassen. Infokarte von ca. 2017.
  7. Erinnern an die Deportierten aus Hamburg 1940 bis 1945
  8. Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof. Faltblatt von ca. 2017.
  9. Gedenkstätte für deportierte Juden, Roma und Sinti. In: Lübecker Nachrichten vom 11. Mai 2017, S. 6.
  10. Neue U-Bahn U4: hamburg.de: Im Winter geht’s los! (Memento des Originals vom 19. September 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hamburg.de

Koordinaten: 53° 32′ 32,1″ N, 10° 0′ 18,5″ O