Loit

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Loit (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Loit
Loit
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Loit hervorgehoben
Koordinaten: 54° 37′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Süderbrarup
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 6,69 km2
Einwohner: 270 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 24888,
24894 (Hoffnungstal)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04641
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 055
Adresse der Amtsverwaltung: Königstraße 5
24392 Süderbrarup
Webpräsenz: www.suederbrarup.de
Bürgermeister: Johann-Peter Christiansen (KWL)
Lage der Gemeinde Loit im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Loit (dänisch: Løjt) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Die Ortskerne sind Loit und Muschau. Sie liegt an der gleichnamigen Loiter Au.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loit liegt etwa 17 km nordöstlich von Schleswig an der Bundesstraße 201 nach Kappeln. Die K47 verläuft von der B201 aus Richtung Osten nach Steinfeld. Im Westen der Gemeinde befindet sich die Loiter Au, die in die Schlei mündet. Das Gemeindegebiet umfasst Höhenlagen von 7,2 bis 27,2 m üNN. Nördlich grenzt die Gemeinde an Brebel, östlich an Steinfeld, südlich an Westerakeby (Gemeinde Taarstedt) und westlich an Twedt und Buschau (beide Gemeinde Twedt).

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brebelholz (teilw., dänisch: Bredbølskov)
  • Friedenstal
  • Loit (dänisch: Løjt, abgeleitet von lögh, Bedeutung: Waschwasser)
  • Loitfeld (dänisch: Løjtmark)
  • Loithof (dänisch: Løjtgaard)
  • Loitmoor
  • Loitosterholz (dänisch: Løjtøsterskov)
  • Magdalenenruh
  • Muschau (dänisch: Myrskov, Bedeutung: Mäusewald)
  • Nordschau
  • Schwienholt (teilw. dänisch: Svinholt, Bedeutung: Schweinewald)
  • Schwonhöh (Svanehøj, Schwanerhebung)

Fließgewässer in Loit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Loiter Au (entspringt in Brebel, Brebelholz; mündet in die Schlei)
  • Moorgraben (auch Büllekjärau) (entspringt in Steinfeld, Brebeholz; mündet in die Loiter Au)
  • Beek (entspringt in Steinfeld, Schmedeland; mündet in die Loiter Au)
  • (namenloser) Bach im Süden von Loit (entspringt in Ulsnis, Kius (Kiuser Gehege); mündet in die Loiter Au)

In früheren Zeiten gab es in Loit noch weitere Fließgewässer, diese wurden aber mit der Zeit trockengelegt und eingerohrt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1352 wurde Loit zum ersten Mal schriftlich im Registrum capituli Slevicensis erwähnt, damals noch mit dem ältesten bekannten Ortsnamen Leuthe. In den folgenden Jahrhunderten hat sich der Ortsname in seiner Schreibweise mehrfach verändert, um 1776 wird Loit außerdem als Steffen-Loit (gemeint war das Loit bei Steinfeld) bezeichnet, um die Verwechslung mit anderen Orten mit demselben Namen (Havetoftloit und Løjt Sogn) im Herzogtum Schleswig zu verhindern.

In Überlieferungen ist von einer mittelalterlichen Raubritterburg bei Loit die Rede. Diese soll sich auf einem Plateau im heutigen Waldstück Eichtal befunden haben (westlich der Gemeinde, nahe der Au). Der geltinger Pastor Dr. H.N.A. Jensen beschreibt den Ort mit Namen Borriswohld (vermutlich nach einem ehemaligen angrenzenden Gehöft benannt) 1844 in einer Chronik[2]. Andere Autoren beziehen sich wiederum auf Jensen oder die Überlieferung[3].

Seit 1871 existiert ein eigener Gemeinderat in Loit, dessen Vorsitz als erster Bürgervorsteher H. Seemann innehatte.

Seit 1769 fand im Pastorat auch Schulunterricht statt. Da in den Räumen um 1912 bereits 40 bis 50 Kinder unterrichtet wurden, wurde das Gebäude ausgebaut. 1954 entstand schließlich ein eigenes Schulgebäude unmittelbar neben dem Pastorat, der Schulbetrieb fand allerdings nur bis 1967 statt, woraufhin die Schüler auf die umliegenden Gemeinden auswichen. Seit 1991 wird das alte Schulgebäude als Kinderheim genutzt und trägt den Namen Kinderhaus Alte Schule Loit.

1883 wurde eine Eisenbahnstrecke der Schleswiger Kreisbahn zwischen der Stadt Schleswig und der Gemeinde Süderbrarup eröffnet, welche als Zubringer für die Eisenbahn zwischen Kiel und Flensburg diente. An diese war auch Loit angebunden, eine Haltestelle befand sich bis zur Stilllegung der Strecke 1980 im heutigen Flurstück Schwienholt.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellte die Loiter Meierei für die regionalen Milchbauern einen Anlaufpunkt dar. Sie wurde 1969 von der Meierei Süderbrarup übernommen. Zu dieser Zeit existierte außerdem ein Gasthof in Loit, welcher als Bahnhofsgaststätte errichtet wurde. Diese brannte später ab, die Ruinen sind noch am Ortsausgang in Richtung Schleswig zu finden. 1972 war außerdem ein Filmstudio im Ort geplant, welches allerdings aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht wurde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft KWL seit der Kommunalwahl 2013 fünf Sitze und die Wählergemeinschaft ABL vier.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Gold und Grün schräglinks geteilt, oben ein blauer Wellenbalken mit blauem Waschzuber, unten zwei geöffnete goldene Rapsblüten.“[4]

Der Waschzuber ist eine in der Heraldik sehr seltene Darstellung und verweist auf den ursprünglichen Ortsnamen (s. o.). Die Wellenlinie unter dem Waschzuber stellt die Loiter Au dar, in der in früheren Zeiten gewaschen wurde. Die Loiter Au durchläuft den Ort in der Mitte. Die zwei Rapsblüten stellen die beiden Ortsteile Loit und Muschau dar und verbildlichen die Rapsfelder in der Landschaft Angeln und besonders in Loit.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch industrielle Landwirtschaft geprägt. In der jüngeren Zeit hat Loit wie manch anderes Dorf weitreichende Veränderungen erlebt. In den 1950er Jahren gab es noch einige Geschäfte und Handwerksbetriebe und die bäuerliche Landwirtschaft dominierte das Leben, das jedoch hat sich geändert. Die Landwirtschaft hat an Bedeutung verloren, die meisten Dorfbewohner arbeiten außerhalb des Ortes oder als Freiberufler.

Touristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Westen der Gemeinde fließende Loiter Au

Aufmerksamkeit über die Region hinaus erlangt Loit jährlich durch die "Loiter Oldtimer- und Landmaschinenschau", welche seit 2005 stattfindet. Zudem gibt es am nördlichen Ortseingang eine Anliegestelle an der Loiter Au für Kanuten, welche hier im Sommer beinahe täglich einsetzen. Durch die gute Verkehrsanbindung und die Nähe zur Schlei ist in den letzten Jahren ein Anstieg von Ferienwohnungen zum Ausdruck gekommen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Loit stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Kirche zu Loit

Kirche zu Loit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die romanische Saalkirche, die eine Feldsteinkirche ist, wurde im 12. Jahrhundert errichtet, der hölzerne Turm (Glockenstapel) erst 1762. Ihre jetzige Form erhielt die Kirche im Jahre 1834, nachdem die ursprünglich vorhandene Apsis baufällig geworden war und abgerissen wurde. Die Nordseite der Kirche zieren sehr einfach gehaltene Fresken aus dem 17. Jahrhundert, die die Passionsgeschichte darstellen. Die Kanzel ist eine der ältesten in Schleswig-Holstein. Die Kirche zu Loit ist ursprünglich eine Ausgliederung der Kirche zu Tolk. Seit den 1970er Jahren hat die Kirche ihre eigenständigen Status verloren und wurde in die Nachbarkirchengemeinde Süderbrarup integriert. Das Kirchspiel ist eines der kleinsten Angelns.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Andresen (1828–1871), Kunstbuchautor

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • E. Sieck, U. Brodersen (Herausgeber: Gemeinde Loit): Zur Geschichte des Dorfes Loit. Druck- und Verlagshaus Husum, Husum 1993
  • Hans Beck: Zur Geschichte von Loithof. in: Jahrbuch des Angler Heimatvereins. Bd. 25 (1961) S. 108–121.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Loit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Jensen, H.N.A., Angeln. Geschichtlich und topographisch beschrieben. Neu bearbeitet und bis auf die Gegenwart fortgeführt von W.Martensen und J.Henningsen. Kiel, Verlag B.Schramm, 1982
  3. Kock, Heinrich (Hrsg.): Sagen und Erzählungen aus der Landschaft Angeln. W.G. Heides Erben - Verlag, Kappeln, 1929
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein