Lola rennt

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Film
Originaltitel Lola rennt
Lola rennt.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1998
Länge 81 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Tom Tykwer
Drehbuch Tom Tykwer
Produktion Stefan Arndt
Musik Tom Tykwer
Johnny Klimek
Reinhold Heil
Kamera Frank Griebe
Schnitt Mathilde Bonnefoy
Besetzung

Lola rennt ist ein deutscher Actionthriller des deutschen Regisseurs und Filmproduzenten Tom Tykwer aus dem Jahr 1998 mit Franka Potente und Moritz Bleibtreu in den Hauptrollen. Der Film zeigt dreimal dieselbe Zeitspanne von 20 Minuten, jedes Mal mit kleinen Detail-Unterschieden, die die Handlung jeweils zu einem völlig anderen Ausgang führen (Schmetterlingseffekt in einer Form ähnlich einer Zeitschleife).

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haus in der Albrechtstraße im Berliner Bezirk Mitte, in dem die drei Episoden beginnen

Intro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte spielt in Berlin und beginnt mit Lolas Freund Manni, der als Kurier für einen Hehler arbeitet und sie aus einer Telefonzelle anruft. Er hatte eine Plastiktüte mit 100.000 Mark in der U-Bahn liegen lassen, mit der er außerplanmäßig fahren musste, weil Lola ihn nicht wie abgesprochen abgeholt hat (ihr Moped wurde gestohlen, als sie Zigaretten holen gegangen ist). Manni ist sicher, dass ein Obdachloser, der in derselben U-Bahn fuhr, das Geld genommen hat. Nun bleiben Manni noch 20 Minuten, bis sein Auftraggeber um 12 Uhr das Geld erwartet. 20 Minuten für Lola, um ihrem Freund aus der Patsche zu helfen. Sie bittet Manni, an der Telefonzelle auf sie zu warten. Manni verspricht es, kündigt aber an, um 12 Uhr den nahegelegenen Supermarkt zu überfallen, falls Lola bis dahin nicht eingetroffen ist. Lola beschließt, ihren Vater um Hilfe zu bitten, der eine Filiale einer Berliner Bank leitet.

Im Hauptteil verfolgt der Zuschauer, wie Lola durch die Stadt rennt und zunächst ihren Vater und dann Manni aufsucht. Diese drei „Läufe“ haben den gleichen Ausgangspunkt, entwickeln sich aber unterschiedlich, wodurch sie auch das Leben der Leute, auf die Lola stößt, in verschiedener Weise beeinflussen. Letzteres wird bei den jeweiligen Begegnungen in einer schnellen Abfolge von Schnappschüssen als Vorschau auf deren Leben gezeigt. Lolas Läufe sind jeweils durch eine einprägsame Musik aus Techno- und Trance-Elementen unterlegt, welche Variationen des immer selben Motivs darstellen.

Erster Lauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lola trifft im Treppenhaus auf einen Jungen mit einem aggressiven Hund, vor dem sie kurz zurückschreckt. An einer Straßenecke prallt sie mit einer Frau mit Kinderwagen zusammen und wird von ihr beschimpft. Hier wird erstmalig in einer schnellen Abfolge von Bildern gezeigt, wie das Leben der Frau zukünftig verlaufen wird: Sie verliert ihr Kind an Sozialarbeiter und beschafft sich ein fremdes Kind aus dem Kinderwagen einer anderen Familie. Später rennt Lola neben einem Fahrradfahrer her, der ihr sein Fahrrad zum Kauf anbietet. Sie lehnt ab, und es werden in der gleichen Form wie vorher Ausschnitte aus dem Leben dieses Mannes gezeigt: Er wird auf seinem Fahrrad überfallen und zusammengeschlagen, dann heiratet er seine Krankenschwester. Lola läuft knapp vor dem aus einer Grundstückseinfahrt kommenden Auto von Herrn Meier vorbei, der, dadurch abgelenkt, auf der Straße mit einem BMW kollidiert, dem drei Schlägertypen entsteigen. Kurz danach läuft sie, ohne es zu wissen, an genau dem Obdachlosen vorbei, der Mannis Geldtasche gefunden und mitgenommen hat. Lola betritt die Bank ihres Vaters, trifft dort unter anderem auf eine Bankangestellte, die – wieder in Fotosequenz gezeigt – später bei einem Unfall schwer verletzt wird und sich danach selbst tötet. Lolas Vater lacht sie aus, als sie ihn um das Geld anfleht, und offenbart ihr darüber hinaus, dass sie nicht seine leibliche Tochter sei und er die Familie für eine Arbeitskollegin verlassen werde. Er lässt sie hinauswerfen. Währenddessen versucht Manni mit einer von einer blinden Frau geliehenen Telefonkarte vergebens, sich von Freunden das benötigte Geld zu beschaffen. Lola läuft neben einem Rettungswagen her, der vor einer langen Glasscheibe, die von vier Personen über die Straße getragen wird, noch knapp bremsen kann. Um Punkt 12 biegt sie um die Straßenecke zum Treffpunkt und sieht nur noch, wie Manni mit dem Überfall auf den Supermarkt beginnt. Auf ihren Ruf zu flüchten, reagiert er nicht. Als er von einem Sicherheitsbeamen gestellt wird, eilt sie ihm zur Hilfe. Beide flüchten mit dem Geld und den Waffen. Auf der Flucht werden sie von der Polizei gestellt. Manni schleudert die Tüte mit der Beute in die Luft. Ein Polizist wird dadurch abgelenkt, feuert versehentlich seine Pistole ab und trifft Lola in die Brust. Sie fällt sterbend auf die Straße.

In einer Zwischensequenz liegen Lola und Manni nebeneinander im Bett und rauchen. Sie stellt ihm Fragen zu seiner Liebe zu ihr und ob ihre Beziehung nicht doch nur ein Zufallsprodukt sei.

Als Lola tödlich verletzt auf der Straße liegt, weigert sie sich, diesen Ausgang der Geschichte zu akzeptieren, und ihr Lauf beginnt von vorne.

Zweiter Lauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film springt zurück zum Ende ihres Telefonats mit Manni. Im Treppenhaus stellt der Junge Lola ein Bein, wodurch sie die Treppe hinunterfällt, was sie dann leicht humpeln lässt. Sie prallt erneut mit der Frau mit dem Kinderwagen zusammen, doch die Verzögerung durch den vorausgegangenen Sturz ändert auch den Lebensverlauf der Frau – diesmal zeigen die Schnappschüsse, wie sie im Lotto gewinnt. Wieder trifft Lola auf den Radfahrer, bezichtigt ihn aber diesmal, das Rad gestohlen zu haben. Auch das zukünftige Leben dieses Mannes verläuft anders als zuvor. Über Herrn Meiers Motorhaube läuft sie nun einfach hinweg, doch dessen Unfall ereignet sich trotzdem. Dieses Mal rempelt Lola an der Straßenecke den Obdachlosen an, der Mannis Geld genommen hat. Sie kommt wegen ihrer Verletzung etwas später in der Bank an, was der Geliebten ihres Vaters genug Zeit gibt, zu beichten, dass sie von jemand anderem schwanger ist. Die zwei geraten in Streit, der Lola so wütend macht, dass sie die Bank ihres Vaters mit der Pistole eines Sicherheitsbeamten ausraubt. Es gelingt ihr zu fliehen, obwohl die Polizei die Bank umstellt hat, da sie für eine flüchtende Geisel gehalten wird. In weiteren Zeitraffer-Schnappschüssen sieht man, wie die Angestellte, die an Lola vorbeigeht, mit dem Kassierer zusammenkommt, der Lola das Geld herausgegeben hat. Um schneller zu Manni zu kommen, bittet Lola den Rettungswagenfahrer, sie mitzunehmen, doch dieser lehnt ab und fährt direkt darauf in die über die Straße getragene Glasscheibe. Als Lola sich Manni nähert, der gerade den Supermarkt betreten will, reagiert er auf ihren Ruf, bricht sein Vorhaben ab und kehrt um, wird aber in dem Moment, als er die Straße überquert, um zu ihr zu gelangen, von dem Rettungswagen überfahren.

In der folgenden Zwischensequenz stellt Manni Lola Fragen und möchte wissen, ob ihr Leben im Falle seines Todes nicht trotz ihrer Liebe zu ihm ganz normal weitergehen würde.

Dritter Lauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lola springt diesmal im Treppenhaus geschickt über den Jungen hinweg und kollidiert draußen nicht mit der Frau (die sich darüber zu wundern scheint), stürzt aber nun über Herrn Meiers Motorhaube und bleibt kurz auf dieser liegen, was den Unfall mit dem BMW verhindert. Diesmal verkauft der Radfahrer dem Obdachlosen sein Fahrrad. Als Lola diesmal etwas später bei der Bank ankommt, fährt ihr Vater mit Herrn Meier davon. Der Sicherheitsbeamte der Bank macht eine launige Bemerkung und erntet einen eiskalten Blick von ihr. Ihm wird unwohl, sein Herzschlag beschleunigt sich. Lola läuft weiter durch die Stadt und bittet in Gedanken Gott um Hilfe. Sie wird fast von einem LKW erfasst und sieht gegenüber das Spielcasino. Dort setzt sie beim Roulette ihre 100 Mark zweimal auf Zahl, gewinnt beide Male, lässt sich ihren Gewinn – fast 130.000 Mark – auszahlen und steigt hinten in den Rettungswagen, der gerade vor der Glasscheibe hält. Darin liegt der Sicherheitsbeamte der Bank mit Herzproblemen und wird reanimiert. Lola nimmt seine Hand, worauf sich sein Puls normalisiert. Unterdessen wird Manni an der Telefonzelle von der blinden Frau mit einer Kopfbewegung auf den Obdachlosen mit der Plastiktüte hingewiesen, der auf seinem neu erworbenen Fahrrad an ihnen vorbei fährt. Manni rennt ihm nach. In der Verfolgung verursacht Manni einen Unfall zwischen dem Wagen, in dem Lolas Vater und Herr Meier sitzen, dem BMW, mit dem Herr Meier bereits in den anderen Lauf-Versionen kollidiert ist, und dem Mann, der Lolas Moped geklaut hat. Als Manni den Obdachlosen einholt, tauscht er seine Pistole gegen das Geld. Lola erreicht vor Manni den Treffpunkt. Manni kommt etwas später mit dem Hehler an, dem er das Geld noch rechtzeitig übergeben konnte. Manni fragt Lola, ob sie gerannt sei und was sie in ihrer Tasche habe. Akustisch wird wieder eine Fotoserie mit Schnappschüssen der Zukunft angekündigt, aber diesmal nicht gezeigt – damit endet der Film.

Vorlage, Dramaturgie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit seinen drei Abwandlungen ein und derselben Geschichte variiert der Film die Grundidee des 1981 von Krzysztof Kieślowski gedrehten und wegen der polnischen Zensur erst 1987 gezeigten Films Der Zufall möglicherweise (englisch Blind Chance, polnisch Przypadek), wobei die Version von Kieślowski mit ihren 120 Minuten Spiellänge dem Zuschauer weitaus mehr philosophische Auseinandersetzung mit dem Thema Zufall und Schicksal bietet. Tom Tykwer benutzte als bekannter Verehrer von Kieślowski die Grundstruktur des im realsozialistischen Polen viele Jahre verbotenen Films als Vorlage. Bereits 1950 ließ Akira Kurosawa in seinem Film Rashomon – Das Lustwäldchen eine Geschichte aus am Ende vier Perspektiven erzählen, um die Frage nach Wahrheit und Wirklichkeit aufzuwerfen.
  • Die Dramaturgie des Drehbuchs folgt einer spiralförmigen Struktur. Ähnlich einem Spiralverlauf beginnt das Handlungstempo in der äußersten Umdrehung der Spirale in mittlerem Tempo. Dieses nimmt kontinuierlich zu, bis jeweils der zentrale Endpunkt, das Ziel im Zentrum der Spirale erreicht ist. Die Metapher der Spirale visualisiert das „um-sich-selbst-drehen“ der rat- und rastlosen Protagonistin Lola sowie die kontinuierlich abnehmende verfügbare Zeit in jeder „herumgerannten“ Runde der Lösungssuche. Die Spirale taucht auch als Bildmetapher mehrmals im Film auf, zum Beispiel in einem Treppenhaus. Im Hintergrund der Telefonzelle ist das Jugendzentrum „Die Spirale“ zu sehen. Im Casino hängt ein Porträt einer Frau mit einer spiralförmigen Frisur an der Wand – was als eine Hommage an eine Szene aus Hitchcocks Film Vertigo – Aus dem Reich der Toten interpretiert werden kann.

Rezeption in späteren Filmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Simpsons-Episode „Trilogy Of Error“ (dt. Titel: „Trilogie derselben Geschichte“) ist eine Hommage an den Film. In dieser Folge gibt es drei Handlungsstränge, die jeweils miteinander verstrickt sind. Jeder Handlungsstrang erzählt dieselbe Geschichte eines Tages abwechselnd aus der Sicht von Homer, Bart und Lisa. In Lisas Segment läuft sie zur Filmmusik von Lola rennt durch die Stadt Springfield.
  • Auch die Episode Run, Gary, Run aus der Serie Allein gegen die Zukunft hat eine ähnliche Handlung.
  • In der Episode Run Johnny Run von Johnny Bravo werden ebenfalls drei Zeitstränge verwendet und Bilder aus einer möglichen Zukunft von Menschen gezeigt.
  • In der Episode Meine clevere Idee von Scrubs – Die Anfänger wird das Titellied aus „Lola rennt“ gespielt, als der Hausmeister einen 100-m-Hindernislauf auf JD zuläuft.
  • In der Episode Das Monster aus der Tiefe von Buffy – Im Bann der Dämonen wird in der Anfangssequenz eine junge Frau in Deutschland verfolgt, die starke Ähnlichkeit mit der Protagonistin aus „Lola rennt“ hat.
  • Die Komödie And Then Came Lola aus dem Jahr 2009 ist ein lesbisches Remake des Films.[2]
  • Das Musikvideo zur Single It’s My Life, zu finden auf dem Album Crush von Bon Jovi, wurde durch den Film inspiriert.[3] Dort rennt ein junger Mann durch Los Angeles, um seine Freundin auf einem Konzert der Band zu treffen.
  • In der Folge „Run, Candace, Run“ (dt. Titel: „Lauf, Candace, Lauf“) der Serie Phineas & Ferb ist Candace mit umgebauten Schuhen zu einem dem Titellied ähnelnden Song in durch den Film inspirierten Szenen unterwegs.
  • Die Folge „Tausend Tode“ aus der Fernsehserie Seven Days – Das Tor zur Zeit (Episode 14 der zweiten Staffel) nimmt indirekt Bezug auf den Film.
  • Die Figur der Katja Obinger aus der ersten Folge der kanadischen Fernsehserie Orphan Black ist eine Hommage an die Figur der Lola: Die Deutsche kommt wie Lola aus Berlin, hat halblange rote Haare und wird wie Lola erschossen.
  • In der fünften Folge der Comedy-Serie SMILF rennt die Hauptdarstellerin mit roten Haaren durch die vier Varianten der Handlung.
  • Die zweite Episode der ersten Staffel der australischen Serie Wanted (2016) trägt den Titel Lola rennt (eine der Hauptpersonen der Serie heißt Lola).
  • Im Jahr 2000 (mit einem Re-Edit 2006) entstand die Persiflage „Lilli rennt“ der Hamburger Regisseure Jan Braband und Oliver Schnekenbühl. In dieser Version wird Lola von einem männlichen Darsteller mit roter Perücke gespielt. Der Film gewann unter anderem den Hamburger Shortfilmslam 2006.[4][5]
  • Ein ähnlich konstruierter Film, in dessen Verlauf sich mehrere Handlungsebenen kreuzen, verteilt auf diverse Hotelzimmer, ist der Thriller Bad Times at the El Royale von Regisseur Drew Goddard mit den Schauspielern Jeff Bridges und Dakota Johnson von 2018.
  • Der Kriminalfilm Jackie Brown von Quentin Tarantino von 1997 enthält ebenfalls einen Handlungsstrang, der sich aus dem individuellen Erleben der einzelnen Protagonisten derselben Situation zusammensetzt. Die betreffende Szene zeigt die Geldübergabe eines kriminellen Klüngels in einem Modefachgeschäft in einem amerikanischen Einkaufszentrum, aus verschiedenen personellen Blickwinkeln.

Drehorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese ehemalige Bolle-Filiale in Berlin-Charlottenburg diente als Drehort für Mannis und Lolas Überfall
  • Die Stadtteile, durch die Lola während des Films läuft, liegen nicht auf einer Route, sondern verstreut in Berlin; man kann sie somit unmöglich in dieser Reihenfolge ablaufen.[6][7]
  • Eines der Hauptmotive der rennenden Lola wurde auf der Oberbaumbrücke gedreht, die in Berlin die Stadtteile Kreuzberg und Friedrichshain verbindet.
  • Es dauerte fünf Wochen, um einen Supermarkt zu finden, in dem man die Raubszene drehen konnte.[6]
  • Die Bankszenen in der fiktiven Deutschen Transfer Bank, in der Lolas Vater arbeitet, wurden in der damals leerstehenden ehemaligen Geschäftszentrale der Dresdner Bank am Bebelplatz gedreht.[8] Das Gebäude beherbergt heute u. a. das Hotel de Rome.
  • Die Casinoszene wurde im Foyer des Rathauses Schöneberg gedreht.[9] Der Saalchef, der den eigentlich über dem Maximum liegenden Einsatz der zudem unpassend gekleideten Lola am Roulette-Tisch gestattet, ist heute Technischer Direktor der Spielbank Berlin.
  • Als Außenansicht des Casinos ist das Kronprinzenpalais zu sehen.
  • Die Szenen, in denen der Rettungswagen wegen der Glasscheibe eine Vollbremsung hinlegen musste, wurden auf der Südseite der Kreuzung Greifenhagener Straße und Buchholzer Straße in Prenzlauer Berg gedreht.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Erzählerstimme am Anfang des Films stammt von Hans Paetsch, der auch als „Märchenonkel der Nation“ bekannt ist.[10]
  • Die Aussagen „Der Ball ist rund“ und „Das Spiel dauert 90 Minuten“ sind berühmte Zitate von Sepp Herberger.
  • Für den Film wurden rund 1000 Statisten verpflichtet. Allein 500 wurden für die Anfangssequenz benötigt.
  • Im Trailer zum Film steht fehlerhaft „Moritz Bleitreu“.
  • Die blinde Frau, von der sich Manni im Film eine Telefonkarte ausleiht, wird von Monica Bleibtreu gespielt, Moritz Bleibtreus Mutter.
  • Bei einem Budget von rund 3,5 Mio. D-Mark spielte der Film ca. 7,2 Mio. US-Dollar in den USA ein (entspricht 1998 12,7 Mio. D-Mark).[11][12]
  • Der Abspann des Films läuft von oben nach unten anstatt – wie üblich – von unten nach oben.
  • Der Kinostart des Films in Deutschland war am 20. August 1998.[13] Im deutschen Free-TV war er erstmals am 11. Oktober 2001 auf Arte zu sehen.[14]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Unter Einsatz verschiedenster formaler Mittel erzeugt der Regisseur überaus geschickt einen stakkatoartigen Rhythmus, der sich zu einem mitreißenden, formal brillanten visuellen Feuerwerk verdichtet. Ansätze zur Vertiefung des Stoffes in Richtung Reflexion über Zeit und Zufall sind durchaus vorhanden, werden aber nicht weitergedacht, da die Geschichte in ihren Dimensionen eng begrenzt und nur wenig übertragbar ist.“

Lexikon des internationalen Films[15]

„Regisseur Tom Tykwer […] überraschte mit ‚Lola rennt‘ Kritik wie Publikum: Knackig-kurze 80 Minuten, in denen (er) auch noch gleich drei Varianten einer Geschichte erzählt. […] Ansonsten ist der Titel Programm und Franka Potente als Lola rennt beinahe während des gesamten Films. Nahezu alle technischen Möglichkeiten und filmischen Errungenschaften nutzend, wechselt Tykwer von Video- zu Kinofilm, von Digital- über Farb- zu Schwarzweiß-Bildern oder gar von Real- zu Zeichentrickfilm. Hat man sich erst einmal an den zu Beginn etwas nervigen Techno-Beat gewöhnt, erwartet einen der kurzweiligste, witzigste Streifen jüngster Zeit.“

Prisma Online[16]

„‚Lola rennt‘ ist wahrscheinlich ‚der‘ deutsche Film der späten 90er Jahre. Schnell, pulsierend, dynamisch ist der Thriller, der auf herausragende Weise das Lebensgefühl dieser Zeit einfängt. Tom Tykwer schaffte es mit ‚Lola rennt‘, die deutsche Filmindustrie aus ihrem Schneewittchenschlaf zu wecken und auf dem internationalen Parkett zu beweisen, dass auch Filme ‚made in Germany‘ durch Originalität und Experimentierfreudigkeit glänzen können. Für den Regisseur und seine damalige Lebensgefährtin Franka Potente sollte das Werk, welches auf den Filmfestivals weltweit gefeiert und obendrein zu einer der kommerziell erfolgreichsten deutschen Produktionen im Ausland wurde, den großen Durchbruch bedeuten.“

Filmstarts.de[17]

Die Kritikerin Joanna Berry schreibt in ihrer Kritik, der Film sei ein „visuell einfallsreicher und kinetisch aufgeladener Film, der mit Überraschungen an jeder Ecke aufwartet.“ Als Beispiel dafür führt sie den Vorspann an, bei dem aus einer Menschenmenge der Titel des Films wird. In diesem „High-Speed-Abenteuer“ sei Schauspielerin Franka Potente der „optische rote Faden des Films“. Sie könne auch warmherzig und einfühlsam reagieren, was sich insbesondere in den Szenen mit ihrem Vater zeigen. Dabei sei die Darstellung der Geschichte „erfindungsreich und innovativ“. Dabei nutze Regisseur Tykwer Animation, Kameratricks, Farbe und Schwarzweiß-Film, Musikvideo-Effekte und Wiederholungen. Sie urteilt, der Film sei ein „interessantes, ungewöhnliches Filmexperiment, atemloser Erregung und einer ungeheuren Energie, vom talentierten Regisseur verpackt als Event für die MTV-Generation.“[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lola rennt wurde 1999 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

  • Deutscher Filmpreis in Gold (bester Film)
  • Bester Regisseur (Tom Tykwer)
  • Beste Kamera (Frank Griebe)
  • Bester Schnitt (Mathilde Bonnefoy)
  • Beste Nebendarstellerin (Nina Petri)
  • Bester Nebendarsteller (Herbert Knaup)
  • Publikumspreis: Kinofilm des Jahres
  • Publikumspreis: Schauspielerin des Jahres (Franka Potente)

Darüber hinaus gab es diese Preise und Auszeichnungen:

Außerdem wurde der Film oft nominiert, u. a. für:

Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat besonders wertvoll.

Der Film war Deutschlands Kandidat auf eine Nominierung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film bei der Oscarverleihung 1999, er wurde aber nicht nominiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Petra Anders, Manfred Rüsel: Rund um Lola rennt. Kopiervorlagen für den Deutschunterricht. Cornelsen, Berlin 2006, ISBN 3-464-60393-8.
  • Simone Donecker: Narrative Constructions in Tom Tykwers Run, Lola, run. GRIN Verlag, 2005, ISBN 978-3-638-54807-6.
  • Sandra Schuppach: Tom Tykwer. 1. Auflage. Dissertation. Bender, Mainz 2004, ISBN 978-3-936497-02-1.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Musik von Tom Tykwer, Johnny Klimek, Reinhold Heil, Franka Potente mit Believe, wurde u. a. auch The Unanswered Question von Charles Ives sowie der Song What a Diff'rence a Day Makes in der Version von Dinah Washington verarbeitet. Den Titelsong lieferte Franka Potente feat. Thomas D. mit dem Song Wish (Komm zu mir).

Oper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Februar 2013 fand im Theater am Bismarckplatz des Theaters Regensburg die Uraufführung der Oper Lola rennt von Ludger Vollmer statt. Das Theater bekam als erste Bühne die Rechte zu einer Adaption des Films. Schirin Khodadadian inszenierte, die musikalische Leitung hatte Arne Willimczik.

Altersfreigabe auf DVD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DVDs des Films, die von Laser Paradise herausgegeben wurden, haben eine FSK-16-Freigabe; nicht wegen des Films, sondern wegen des außerdem auf der DVD enthaltenen Trailers.[18]

Remake[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2020 gab die indische Produktionsfirma Ellipsis Entertainment bekannt, eine Bollywood-Version des Filmes zu drehen.[19] Die Dreharbeiten begannen im April 2020, der Kinostart beim Verleiher Sony Pictures Films India sollte ursprünglich am 29. Januar 2021 in Indien erfolgen,[20] wurde jedoch verschoben. Der Film in Hindi erfolgte unter der Leitung des ausführenden Produzenten Tanuj Garg und der Regie von Aakash Bhatia und nach einem Drehbuch von Vinay Chhawal.[21] Taapsee Pannu und Tahir Raj Bhasin übernehmen die Hauptrollen.[22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lola rennt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Lola rennt. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Januar 2009 (PDF; Prüf­nummer: 79 732 DVD).
  2. And Then Came Lola: GaydarNation Reviews LOLA, 15. Mai 2010.
  3. Alex Gernandt: Bon Jovi. 2. Auflage. Goldmann, München 2001, ISBN 3-442-42851-3, S. 261
  4. Persiflage: Lilli Rennt bei crew united, abgerufen am 1. März 2021.
  5. Persiflage: Lilli Rennt in der Internet Movie Database (englisch)
  6. a b Trivia. IMDb; abgerufen am 2. Juni 2009 (englisch)
  7. Drehorte mit Fotos auf einer Stadtkarte (Memento vom 28. Oktober 2010 im Internet Archive)
  8. Michaela Menschner, Ela Dobrinkat: Best of Berlin. Besuchen Sie Berlins berühmteste Drehorte. In: Berliner Morgenpost. 2. April 2009
  9. Schauplatz der Geschichten. Der Tagesspiegel
  10. a b Berry, Joanna: Lola rennt (1998). In: Schneider, Steven Jay, Ueberle-Pfaff, Maja (Hrsg.): 1001 Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist. Ausgewählt und vorgestellt von 77 internationalen Filmkritikern. Zwölfte, aktualisierte Neuausgabe Auflage. Edition Olms, Oetwil am See 2017, ISBN 978-3-283-01243-4, S. 868.
  11. Business and box-office. IMDb; abgerufen am 2. Juni 2009 (englisch)
  12. Run Lola Run. Box Office Mojo; abgerufen am 2. Juni 2009 (englisch)
  13. Filmportal.de und IMDb.com.
  14. Chronik der ARD.de und Fernsehserien.de.
  15. Lola rennt. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017. 
  16. Lola rennt. In: prisma. Abgerufen am 28. März 2021.
  17. Lola rennt. In: filmstarts.de
  18. ofdb.de ofdb.de
  19. Bollywood verfilmt „Lola rennt“ neu
  20. „Lola rennt“ auf Hindi – Bollywood dreht Remake des deutschen Erfolgsfilms
  21. Bollywood verfilmt deutschen Klassiker „Lola rennt“ neu
  22. ‘Run Lola Run’ Set for Bollywood Remake Through Sony and Ellipsis