Lommis

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Lommis
Wappen von Lommis
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilen
BFS-Nr.: 4741i1f3f4
Postleitzahl: 9506
Koordinaten: 716346 / 264025Koordinaten: 47° 31′ 0″ N, 8° 59′ 0″ O; CH1903: 716346 / 264025
Höhe: 475 m ü. M.
Fläche: 8,6 km²
Einwohner: 1215 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 141 Einw. pro km²
Website: www.lommis.ch
Lommis, Hauptstrasse, Blick in Richtung katholische Kirche

Lommis, Hauptstrasse, Blick in Richtung katholische Kirche

Karte
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Lommis ist eine politische Gemeinde im Bezirk Münchwilen des Schweizer Kantons Thurgau. Die Gemeinde besteht aus den Ortschaften Lommis, Kalthäusern und Weingarten und liegt im Lauchetal bei Matzingen.

1995 wurden von der Munizipalgemeinde Lommis die Ortsgemeinden Bettwiesen und Wetzikon abgetrennt. Bettwiesen wurde in die Politische Gemeinde Bettwiesen umgewandelt, Wetzikon kam zur Politischen Gemeinde Thundorf. Gleichzeitig vereinigten sich die verbleibenden Ortsgemeinden Kalthäusern, Lommis und Weingarten zur Politischen Gemeinde Lommis.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die rund 800 Jahre alte Kirche St. Jakobus von Lommis gehört zu den ältesten des Kantons.[3]

Lommis wurde 824 erstmals als Loubmeissa erwähnt. 854 erhielt das Kloster St. Gallen Güter aus der Mark Lommis. Um 1200 war die Herrschaft Lommis, ein Lehen der Abtei Reichenau und der Grafen von Toggenburg, im Besitz der Ministerialen von Lommis. 1443 zog Petermann von Raron Lommis an sich. Nach weiteren Wechseln gelangte Lommis 1599 an die Abtei Fischingen, bei der es bis 1798 verblieb. Kirchlich gehörte Lommis im Hochmittelalter vermutlich zu Affeltrangen; 1214 ist ein Priester erwähnt. 1529 schloss sich die Gemeinde der Reformation an, doch gelang dem Gerichtsherrn 1532 die Wiedereinführung der Messe. Das reformierte Lommis war bis 1961 wurde Filiale von Matzingen und die Kirche wurde von 1648 bis 1966 paritätisch genutzt.

Der Acker- und Rebbau war bis um 1900 von Bedeutung, der Torf­abbau bis 1918. In Lommis wurde eine Mühle aus dem Jahr 1625 und Sägerei betreiben, Baumwollspinnerei erfolgte in Heimarbeit. Als Industrie bestand von 1810 bis 1839 die Baumwollspinnerei Lauchetal, ab 1900 eine Stickerei und ab 1933 eine Schuhfabrik. Die Melioration 1918 stärkte die Milchwirtschaft (Käserei). Zu Beginn des 21. Jahrhunderts boten vor allem Bauunternehmen, das Gewerbe (u. a. Holzbau, Flugzeugelektronik) und der 1962 angelegte Flugplatz Arbeit. Ab 1970 wuchs die Gemeindebevölkerung rasch.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung im Gebiet der heutigen Gemeinde Lommis[2]
Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden
1850 1900 1950 1990 2000 2010 2018
Politische Gemeinde 962 1101 1211
Munizipalgemeinde 1131 1061 1128 1789
Ortsgemeinde 356 341 350 487
Quelle [4] [2]

Von den insgesamt 1211 Einwohnern im Jahr 2018 waren 137 bzw. 11,3 % ausländische Staatsbürger.[5]

Lommis im Jahr 1950

Flugplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lommis gibt es einen kleinen Flugplatz (ICAO-Kode LSZT). Dieser wurde 1962 gebaut und verfügt heute über eine 615 m lange Graspiste. Betrieben wird der Flugplatz von der Motorfluggruppe Thurgau.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Spiegelberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordöstlich von Weingarten liegen die Ruinen der ehemaligen Burg Spiegelberg, die im 13. Jahrhundert durch die Freiherren von Spiegelberg gebaut wurde. Seit 1639 war die Burg im Besitz des Klosters Fischingen. Sie wurde 1821 mitsamt ihrer Kapelle abgebrochen.[6]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lommis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. a b c 2000 T4 Wohnbevoelkerung ab 1850.xlsx. und 2018_2017_1990_BevGmd.xlsx (Bevölkerung in ausgewählten Jahren, 1990, 2000, 2010, 2017-2018, Vorjahresveränderung). Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  3. Lommis, St. Jakobus der Ältere. Auf der Webseite des Pastoralraums Nollen-Lauchetal-Thur, abgerufen am 1. November 2019
  4. a b Erich Trösch: Lommis. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  5. 2018_2015_BevGmd_Geschl_Nat.xlsx (Bevölkerung nach Geschlecht und Nationalität, 2015-2018) Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  6. Ernst Leisi: Die Herren von Spiegelberg im Thurgau und im Linzgau, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 79. Jg. 1961, S. 107–119 (Digitalisat)