Lomustin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Strukturformel
Strukturformel von Lomustin
Allgemeines
Freiname Lomustin
Andere Namen
  • CCNU
  • 1-(2-Chlorethyl)-3-cyclohexyl-1-nitrosoharnstoff
Summenformel C9H16ClN3O2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 13010-47-4
EG-Nummer 235-859-2
ECHA-InfoCard 100.032.585
PubChem 3950
DrugBank DB01206
Wikidata Q415378
Arzneistoffangaben
ATC-Code

L01AD02

Wirkstoffklasse

Zytostatikum

Eigenschaften
Molare Masse 233,70 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

90 °C[1]

Löslichkeit

löslich in Chloroform, Ethanol und Aceton[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​350
P: 201​‐​301+310​‐​308+313 [2]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Lomustin, (Synonyme: Chlorethyl-Cyclohexyl-Nitroso-Urea, abgekürzt CCNU) ist ein Arzneistoff, genauer ein Zytostatikum aus der Gruppe der Alkylantien (Nitrosoharnstoffe).

Pharmakologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirkmechanismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nitrosoharnstoffe wie Carmustin oder Lomustin verändern wie alle Alkylantien das Erbgut und machen es unlesbar. Die betroffenen Zellen teilen sich nicht und sterben nach einer gewissen Zeit ab. Das wirkt sich besonders schwerwiegend auf sich schnell teilende Zellen und somit auf Krebszellen aus. Außerdem haben Nitrosoharnstoffe die Besonderheit, dass sie viele Reparaturmechanismen für die DNA unterbinden und damit die Karzinogenität stark erhöhen.

Lomustin überwindet die Blut-Hirn-Schranke und lässt sich deshalb oft erfolgreich gegen Hirntumoren einsetzen. Kombinationen mit operativer Entfernung und Bestrahlung sind möglich.

Nebenwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anwendung in der Tiermedizin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Katzen kann der Wirkstoff beim intermediär-großzelligen gastrointestinalen Lymphom eingesetzt werden. Die Wirkung ist vergleichbar mit der anderer Chemotherapie-Protokolle, die Verträglichkeit gut.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carmustin, Estramustin, Nimustin

Handelsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monopräparate

Cecenu (D), Ceenu (CH), sowie ein Generikum (A)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals, 14. Auflage (Merck & Co., Inc.), Whitehouse Station, NJ, USA, 2006; S. 963, ISBN 978-0-911910-00-1.
  2. a b Datenblatt Lomustine bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 8. April 2011 (PDF).
  3. S. E. Rau, K. E. Burgess: A retrospective evaluation of lomustine (CeeNU) in 32 treatment naïve cats with intermediate to large cell gastrointestinal lymphoma (2006-2013). In: Veterinary and comparative oncology. Band 15, Nummer 3, September 2017, S. 1019–1028, doi:10.1111/vco.12243, PMID 27277825.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!
Dieser Text basiert ganz oder teilweise auf dem Eintrag Methyl-Lomustin im Flexikon, einem Wiki der Firma DocCheck. Die Übernahme erfolgte am 29. Juni 2005 unter der damals gültigen GNU-Lizenz für freie Dokumentation.