Londoner Konferenz (1948)

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Die Londoner Konferenz war eine dreieinhalbmonatige Konferenz von Repräsentanten der drei Westalliierten. Sie endete am 1. Juni 1948.[1] Auf der Konferenz einigten sich die Außenminister der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf die zukünftigen Linien einer gemeinsamen Besatzungspolitik im westlichen Deutschland. Auch Militärgouverneure nahmen an der Konferenz teil, zum Beispiel Lucius D. Clay (USA).

Am 1. Juli 1948 setzten die drei Militärgouverneure in Frankfurt am Main die elf Ministerpräsidenten der deutschen Westzonen durch die Frankfurter Dokumente von den Konferenzergebnissen in Kenntnis.

Auf der Londoner Konferenz drängten die USA und GB Frankreich erfolgreich, seine Besatzungspolitik in Deutschland zu ändern. Frankreich ging es mit Blick auf die Ruhrfrage darum, vor Deutschland „endgültig sicher“ zu sein; es verfolgte „eine Politik der harten Hand, die zuvörderst darauf abzielte, das Rheinland vom übrigen Deutschland abzutrennen und die Ruhr der Kontrolle einer internationalen Behörde zu unterstellen.“[2] De Gaulle hatte am 5. Februar 1945 in einer Rundfunkrede dieses Ziel lanciert.[3]

Diese Politik war vom französischen Außenminister Georges Bidault im Einvernehmen mit Vincent Auriol (französischer Staatspräsident) und Ministerpräsident Robert Schuman betrieben worden. Die Londoner Empfehlungen wurden der Nationalversammlung zur Ratifikation vorgelegt; sie wurden lebhaft kritisiert und fanden nur eine knappe Mehrheit. Es kam zu einer Kabinettskrise; Schuman räumte den Posten des Premierministers und wurde Außenminister.[2]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Londoner Konferenz knüpfte an die Londoner Außenministerkonferenz vom November/Dezember 1947 an. Diese war der fünfte (und letzte) Versuch, einen friedlichen Ausgleich zwischen den Machtzentren USA und UdSSR zu finden.[3]

Siehe auch: Leo Wohleb, Parlamentarischer Rat

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. a b Raymond Poidevin: Der Faktor Europas in der Deutschland-Politik Robert Schumans (Sommer 1948 bis Frühjahr 1949). In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 33. Jahrg., 3. H., Jul., 1985 ([2])
  3. a b Die Stabskonferenz des amerikanischen Militärgouverneurs General Lucius D. Clay vom 26. Juni 1948