Longest F. Stein

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Longest F. Stein (* 6. April 1953 in Dresden als Frank Stein) ist ein Ausstellungsgestalter, der besonders durch Ausstellungen im Bereich Fotografie bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stein studierte in Dresden und zog 1978 nach Berlin. Nach kurzer Arbeit in einem Konstruktionsbüro leitete er von 1983 bis 1990 die Galerie im Kreiskulturhaus Treptow, die er zur Galerie Treptow umformte. 1990 bis 1998 zog er mit dem Ausstellungsprofil in das „studio bildende kunst - berlin baumschulenweg“ um, wo die „Galerie Treptow“ als eigene Abteilung weiter bestand.[1] 1991 gründete er den Kunstförderverein Treptow e. V. und wurde 1995 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Nach der Schließung des „studio bildende kunst“ übernahm er von Mai 1998 bis Dezember 2003 die Leitung des Kunst- und Medienzentrums Adlershof. Dort entstanden im Wechsel mit Ute Tischler vorwiegend thematische Ausstellungen. 1999 wurde er in die Deutsche Fotografische Akademie berufen.[2] Seit 2005 organisiert er Ausstellungsprojekte an verschiedenen Orten und ist Kurator des Kunstfördervereins Treptow e. V.

Kuratorische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Longest F. Stein zeigte in der kommunalen Galerie Treptow vorwiegend junge Kunst und Künstler. Er „wühlte mit Erfolg in den Niederungen der Kommunikations- und Jugendkultur der DDR der 80er Jahre“, so urteilte rückblickend die Berliner Zeitung.[3] In einer Zeit, in der in der DDR die Fotografie noch um ihre Anerkennung als Kunstform kämpfte, neue Kunstformen ergwöhnisch beobachtet und Aktionskunst von staatlicher Seite kaum geduldet wurde, schuf er ein Podium für genau diese Kunstformen.[4] Zahlreiche seiner Ausstellungen wurden zu Skandalen der Ostberliner Kulturbürokratie. „Joseph W. Hubers Ausstellung 1984 wurde vor Eröffnung geschlossen, Gundula Schulzes Auftritt peinlich genau von den wachsam besorgten Organen protokolliert.“[3] Im Magazin Bildende Kunst 1989 wurde Steins Arbeit unter dem Titel Ein Kaktus im Blumenbeet wie folgt beschrieben:

„Seit fünf Jahren offeriert die Galerie Treptow im Kreiskulturhaus des Stadtbezirkes kontinuierlich Werke junger Kunstproduzenten. Im monatlichen Wechsel bietet das Einmann-Unternehmen vor allem Fotografen die Möglichkeit, mit ihren Arbeiten einer interessierten Öffentlichkeit zu begegnen. Treptows Bedeutung für die Profilierung junger Künstler und die Präsentation experimenteller Arbeiten im Bereich der Fotografie bleibt auch nach der Einrichtung einer Spezialgalerie am Helsingforser Platz in Berlin unbestritten. Mit Debütausstellungen von Tina Bara, Christiane Eisler, Jens Rötzsch oder Maria Sewcz, um nur einige zu nennen, mit Einzelauftritten der inzwischen als Autoperforationsartisten zu Ruhm gekommenen Dresdner ‚kalibrigen Tlaente‘ (Christoph Tannert) Micha Brendel, Rainer Görß, Else Gabriel reihte sich die von Frank Stein (‚Longest‘) geführte Einrichtung in das Seismographennetz für heimatliche Kunst.“

Kuratierte und organisierte Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Longest F. Stein (Hrsg.): Sehtest – Materialien zur Geschichte einer Galerie. 204 Seiten, 203 Abbildungen, davon 47 in Farbe, mit Textbeiträgen von Uwe Kolbe, Gabriele Muschter, Wolfgang Kil, Jörg Sperling, Christoph Tannert, Thomas Günther und Cosima Reif

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Constanze Albrecht, Ute Hornbogen (Hrsg.): Studio bildende Kunst Berlin-Baumschulenweg. Eine Dokumentation der Jahre 1979–1998. Berlin 2002.
  2. Eintrag auf deutsche-fotografische-akademie.com.
  3. a b Astrid Volpert: Listenreiche Galeristen. In: Berliner Zeitung, 20. August 1996.
  4. Simone Hain, Stephan Stroux, Michael Schroedter: Die Salons der Sozialisten. Kulturhäuser in der DDR. Berlin 1996, S. 182.