Loni von Friedl

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Loni von Friedl (* 24. Juli 1943 als Leontine Anna Maria Friedl von Liebentreu[1][2][3] in Wien) ist eine österreichische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der österreichische Kameramann Fritz von Friedl und seine aus Berlin stammende Ehefrau übersiedelten, um den Luftangriffen der Alliierten auf Berlin im Jahr 1943 zu entgehen, zurück nach Wien. Kurz darauf kam Loni von Friedl auf die Welt.[1] Schon frühzeitig übernahm Loni Friedl Kinderrollen auf der Bühne und beim Hörfunk. Ihre Filmkarriere begann im Jahr 1950 als Kind in dem Film Der geheimnisvolle Wilddieb. 1951 spielte sie gemeinsam mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder Fritz (Vinzenz als Kind) unter der Regie von Georg Marischka und an der Seite von Paul Hörbiger in dem Film Der fidele Bauer die Annamirl als Kind, die als erwachsene Annamirl Raudaschl von Helli Servi verkörpert wurde.[4]

Nach der Schulzeit nahm sie Ballettunterricht bei Pia Lucca und drei Jahre Schauspielunterricht bei Vera Balser-Eberle in Wien.

Filmkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 erhielt Loni von Friedl das Filmband in Gold des Deutschen Filmpreis in der Kategorie „Beste Nachwuchsschauspielerin“, für ihre Rolle in der Berliner Alltagsszenerie Zwei unter Millionen, wo Hardy Krüger ihr Partner war, ebenso wie für ihre Rolle in dem schweizerisch-deutschen Filmdrama Die Schatten werden länger, in dem sie an der Seite von Luise Ullrich, Barbara Rütting und Hansjörg Felmy spielte.

In der Folge wirkte sie in vielen weiteren Filmen mit. Seit den 1970er Jahren ist sie eine vielbeschäftigte Seriendarstellerin.

Theaterkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1958 bekam Loni von Friedl ein Engagement am Wiener Burgtheater, wo sie bis 1965 agierte. Daneben trat sie an den Städtischen Bühnen von Köln (1958/59), an der Kleinen Komödie in München (1961) und dem Renaissance-Theater in Berlin (1962) auf. Mehrfach gastierte sie am Thalia Theater in Hamburg. 1966/67 spielte sie am Münchner Residenztheater, danach am Berliner Schillertheater. Von 1973 bis 1975 und erneut 1980/81 gehörte sie zum Ensemble der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, von 1976 bis 1980 stand sie am Thalia Theater in Hamburg unter Vertrag, und zuletzt wieder am Schillertheater in "Die Katze auf dem heißen Blechdach"[5].

Im Juni 2007 stand Loni von Friedl im St.-Pauli-Theater Hamburg als Bette Davis auf der Bühne (Solo für Bette), einem Theaterstück, an dem sie selbst mitgeschrieben hat. Auch in Berlin spielte sie ihr Stück Solo für Bette (im Theater O-TonArt im Jahr 2010), das sie in Zusammenarbeit mit Horst Königstein verfasst hatte, der im Jahre 2013 verstarb. Eine Studentin von Königstein, Julia Bossert, drehte mit von Friedl im Jahr 2013 ihre Filmdiplomarbeit (Drehbuch und Regie) Elli & Richard. Dieser Film bekam beim Festival in Kyoto den Zuschauerpreis.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loni von Friedl war von 1966 bis 1976 in erster Ehe mit Götz George verheiratet. Aus dieser Ehe stammt eine Tochter, die in Australien lebt und als Bildhauerin arbeitet.[6] In zweiter Ehe war sie ab 1995 mit dem Schauspieler Jürgen Schmidt verheiratet, der im November 2004 in München infolge einer Leukämieerkrankung verstarb.

Loni von Friedls Bruder Fritz von Friedl und ihr Neffe Christoph von Friedl sind ebenfalls Schauspieler.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984: Auf immer und ewig (Fernsehfilm)
  • 1984: Bali
  • 1984: Unerreichbare Nähe
  • 1984: Ein Heim für Tiere
  • 1985: Teufels Großmutter (Fernsehserie)
  • 1985: Big Mäc
  • 1985: Ein Heim für Tiere (Fernsehserie)
  • 1986: Lauter Glückspilze (Fernsehserie)
  • 1987: Ein Fall für zwei – Wertloses Alibi
  • 1987: Derrick – Ein Weg in die Freiheit (Fernsehserie)
  • 1987: Waldhaus (Fernsehserie)
  • 1989: Killer kennen keine Furcht (Fernsehfilm)
  • 1989: Jede Menge Schmidt (Fernsehfilm)
  • 1990: Edgar, Hüter der Moral (Fernsehserie)
  • 1990: Tatort – Tod einer Ärztin (Fernsehreihe)
  • 1992: Chéri, mein Mann kommt! (Fernsehfilm)
  • 1992: Peter und Paul (Fernsehserie)
  • 1992: Tücken des Alltags (Fernsehserie)
  • 1993: Auto Fritze (Fernsehserie)
  • 1993: Ein Mann am Zug (Fernsehserie)
  • 1994: Ein unvergeßliches Wochenende… in Südfrankreich (Fernsehfilm)
  • 1994: Mutter der Braut (Fernsehfilm)
  • 1994: Amok (Fernsehfilm)
  • 1996: Rosamunde Pilcher - Wind der Hoffnung
  • 1996: Mona M. – Mit den Waffen einer Frau – Unter Verdacht (Fernsehserie)
  • 1997: Die rote Waschmaschine
  • 1997: Gegen den Strom (Fernsehfilm)
  • 1997: Das Phantom von Bonn
  • 1997: Trügerische Nähe (Fernsehfilm)
  • 1999: Ein Fall für zwei – Kalt erwischt
  • 1999: Das Tal der Schatten (Fernsehfilm)
  • 2003: Rosamunde Pilcher: Flammen der Liebe (Fernsehfilm)
  • 2006: In Ruhe miteinander reden (Diplomfilmarbeit)
  • 2006: Unser Reigen (Fernsehfilm)
  • 2008: Die Treuhänderin – Ein Porträt der Birgit Breuel (Fernsehfilm)
  • 2010: Elli und Richard (Diplomfilmarbeit)
  • 2014: Monsoon Baby (Fernsehfilm)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Internationales Biographisches Archiv (Munzinger): Loni von Friedl. Stand: September 2014 (abgerufen am 5. April 2016).
  2. Torsten Körner: Götz George. Mit dem Leben gespielt. Scherz, Frankfurt 2008, ISBN 978-3-502-15029-9, S. 169.
  3. Georges Ex fühlt sich als Glückskind. Mainpost vom 11. Juli 2008 (abgerufen am 5. April 2008).
  4. Der fidele Bauer in der Internet Movie Database (englisch)
    ; 21. September 1951, Österreich. (Lonis Bruder wird hier ausdrücklich in den Credits mit dem bürgerlichen Namen „Fritz Friedl“ gelistet.)
  5. Kati Degenhardt: Seit 40 Jahren rede ich nicht mehr mit Götz George Artikel in der Berliner Morgenpost vom 21. Juli 2010.
  6. Herzlichen Glückwunsch, Götz George. In: RP Online, 16. Juli 2008. Abgerufen am 11. Dezember 2015.
  7. Deutscher Filmpreis, 1962 auf der Website des Deutscher Filmpreis. Abgerufen am 11. Dezember 2015.
  8. Großer Hersfeld-Preis und Hersfeld-Preis. In: Chronik auf der Website der Bad Hersfelder Festspiele. Abgerufen am 11. Dezember 2015.