Lonnerstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Lonnerstadt
Lonnerstadt
Deutschlandkarte, Position des Marktes Lonnerstadt hervorgehoben
49.710.766666666667288Koordinaten: 49° 42′ N, 10° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Verwaltungs­gemeinschaft: Höchstadt an der Aisch
Höhe: 288 m ü. NHN
Fläche: 22,72 km²
Einwohner: 1974 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91475
Vorwahl: 09193
Kfz-Kennzeichen: ERH, HÖS
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 139
Marktgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schulstr. 19
91475 Lonnerstadt
Webpräsenz: www.lonnerstadt.de
Bürgermeister: Stefan Himpel
Lage des Marktes Lonnerstadt im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet) Neunhofer Forst Mark (gemeindefreies Gebiet) Kraftshofer Forst Kalchreuther Forst Geschaidt Forst Tennenlohe Erlenstegener Forst Buckenhofer Forst Nürnberg Nürnberg Landkreis Nürnberger Land Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Erlangen Landkreis Ansbach Landkreis Bamberg Landkreis Bamberg Landkreis Forchheim Buckenhof Aurachtal Eckental Heroldsberg Kalchreuth Lonnerstadt Möhrendorf Mühlhausen (Mittelfranken) Oberreichenbach (Mittelfranken) Spardorf Uttenreuth Vestenbergsgreuth Weisendorf Wachenroth Röttenbach (bei Erlangen) Marloffstein Höchstadt an der Aisch Heßdorf Herzogenaurach Hemhofen Großenseebach Gremsdorf Bubenreuth Baiersdorf Adelsdorf Dormitzer ForstKarte
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Lonnerstadt ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Höchstadt an der Aisch. Der Ort liegt an der Kleinen Weisach, die in die Aisch mündet.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Lonnerstadt gliedert sich in vier Ortsteile:[2] Ailsbach, Fetzelhofen, Lonnerstadt und Mailach.

Nachbargemeinde[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Wachenroth, Höchstadt an der Aisch, Uehlfeld, Vestenbergsgreuth

Geschichte[Bearbeiten]

Lonnerstadt wurde am 5. Oktober 910 erstmals urkundlich erwähnt.[3] König Ludwig IV. (genannt das Kind) bestätigte verschiedene Kauf- und Tauschgeschäfte des Eichstätter Bischofs Erkanbald mit Adeligen aus dem Raum Eichstätt. (MGH DD Die Urkunden Zwentibolds und Ludwig des Kindes Nr. 74/5) Da Ludwig IV. zehn Tage später im nur 25 Kilometer entfernten Forchheim urkundete, wird das Urkundenfragment, von dem nur Eschatokoll und Regest erhalten sind, allgemein als echt betrachtet. Lonnerstadt liegt, zusammen mit Mailach, Uehlfeld und Wachenroth, in einer Ansammlung von Orten mit vorfränkisch-thüringisch geprägten Namen innerhalb eines dann in der Folge fränkisch und teilweise slawisch beeinflussten Ortsnamengebiets. Dies deutet, zusammen mit der Tatsache, dass Lonnerstadt die Urpfarrei des gesamten mittleren Aischgrunds von Uehlfeld über Höchstadt an der Aisch bis Medbach war, auf ein hohes Alter des Ortes hin. Der Kirchenpatron St. Oswald weist auf die erste Welle der angelsächsischen Mission um 720 hin. So sind zum Zeitpunkt der urkundlichen Erstnennung eine Kirche und ein adeliger Herrenhof mit Zubehör sicher anzunehmen. Die Kirche von Lonnerstadt wird gelegentlich als Slawenkirche aus der Zeit der Slawenmission Karls des Großen bezeichnet, dürfte jedoch älter sein als diese um 780 in Auftrag gegebenen Kirchen. Wachenroth und Mühlhausen im Tal der Reichen Ebrach sind jedoch gut als von Lonnerstadt abgetrennte Slawenkirchen vorstellbar.

Um 1003 erscheint Lonnerstadt zusammen mit anderen Orten der Umgebung in einer Schenkung des Markgrafen Heinrich/Ezilo von Schweinfurt an das Kloster Fulda, vermutlich eine als Schenkung verschönte Zwangsabtretung nach dessen gescheitertem Aufstand gegen König Heinrich II.[4] Es ist aber, wie alle anderen genannten Orte, nicht bei Fulda verblieben; vielmehr scheint im 11. und 12. Jahrhundert Lonnerstadt im Besitz oder zumindest unter der Gerichtshoheit der Grafen von Höchstadt gestanden zu haben.[5] Nach dem Aussterben des letzten Grafen, Hermann von Stahleck, der in die Familie der Staufer eingeheiratet hatte und von seinem königlichen Schwager Konrad III. 1142 zum Pfalzgrafen bei Rhein ernannt worden war, kamen Höchstadt und sein Umland 1156 an das Hochstift Bamberg. Dieses hatte durchgehend die hohe Gerichtsbarkeit über Lonnerstadt. Eine Urkunde von 1135, in der Graf Goswin von Höchstadt als Zeuge auftrat, zeigt, dass auch die Würzburger Bischöfe dort Besitz an Grund und Leibeigenen hatten.[6] Im 12. und 13. Jahrhundert erschienen örtliche Adelige als Ministerialen der Bamberger Kirche.

Bis 1803 teilten sich die Hochstifte Würzburg und Bamberg sowie die Freie Reichsstadt Nürnberg die Gerichtsrechte in der Marktgemeinde. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Nach dem Übergang der hochstiftlichen Rechte an Bayern während der Säkularisation 1803 fielen 1806 auch die nürnbergischen Rechte an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Fetzelhofen eingegliedert.[7] Mailach kam am 1. Mai 1978 hinzu.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1421, 1987 1608 und im Jahr 2000 1908 Einwohner gezählt.

Politik[Bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Lonnerstadt hat 12 Mitglieder, dazu kommt noch der Bürgermeister.

CSU - Bürgerblock SPD und Wählergemeinschaft Lonnerstadt Freie Wähler Freie Wählergruppe Ailsbach Wählergemeinschaft Fetzelhofen Gesamt
2014 2 4 4 1 1 12 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl vom 16. März 2014 wurde Stefan Himpel (Freie Wähler) zum Bürgermeister von Lonnerstadt gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot eine gestielte goldene Hopfendolde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 837.000 €, davon waren umgerechnet 153.000 Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 6, im produzierenden Gewerbe 84 und im Bereich Handel und Verkehr 38 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 44 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 675. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 4 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 73 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1777 Hektar, davon waren 1253 Hektar Ackerfläche und 521 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Lonnerstadt liegt an der Bundesstraße 470, rund 7 km von der Ausfahrt Höchstadt-Ost der A 3. Nach Nürnberg sind es 45 km, nach Würzburg 70 km, nach Berlin 440 km und nach München 210 km.

Tourismus[Bearbeiten]

Lonnerstadt gehört zur Naturregion Naturpark Steigerwald. Der Aischtalradweg von Rothenburg nach Bamberg führt durch Lonnerstadt. Es gibt eine Bierstraße, die mehrere Brauereien in der Umgebung verbindet.

Bildung[Bearbeiten]

Lonnerstadt hat folgende Einrichtungen:

  • einen Kindergarten mit 75 Kindergartenplätzen
  • eine Volksschule mit 20 Lehrern und 323 Schülern

(Stand: 1999)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111027/183747&attr=OBJ&val=1392
  3. Oktober 910 - ein König kommt ins Aischtal. Ausstellung des Heimatmuseums Höchstadt an der Aisch 2010. Internetversion unter: Rubrik "Ausstellungen"
  4. Der Aufstand des Grafen Ezzilo, Veröffentlichung des Heimatvereins Höchstadt 2003. Internetversion unter: Rubrik "Aufsätze"
  5. Neue Überlegungen zur Ezziloschenkung. Veröffentlichung des Heimatvereins Höchstadt 2006. Internetversion unter: Rubrik "Aufsätze"
  6. Die Grafen Goswin und Hermann von Stahleck in der schriftlichen Überlieferung. Veröffentlichung des Heimatvereins Höchstadt 2007. Internetversion unter: Rubrik "Aufsätze"
  7.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 484.
  8.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 711.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lonnerstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien