Lophira alata

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Lophira alata
Illustration von Lophira alata in Natürl. Pflanzenfam. III. 6, fig. 74

Illustration von Lophira alata in Natürl. Pflanzenfam. III. 6, fig. 74

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Ochnaceae
Gattung: Lophira
Art: Lophira alata
Wissenschaftlicher Name
Lophira alata
Banks ex C.F.Gaertn.
Frucht von Lophira alata

Lophira alata ist eine Pflanzenart aus der Familie der Ochnaceae. Diese Art wird z. B. in Kamerun „Bongossi“, „Bang“ oder „Bakoundou“, in Ghana „Kakou“, an der Elfenbeinküste „Esore“, in Nigeria „Aba“, „Eba“ oder „Bongossi“, in Sierra Leone „Endwi“ genannt, einige dieser Namen sind auch Handelsnamen für das Holz: Red Ironwood ist der gebräuchlichste Handelsname im englischsprachigen Raum, Azobé und Bongossi sind wohl im deutschsprachigen Raum die wichtigsten Namen für dieses Holz.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lophira alata ist ein meist immergrüner, tropischer Laubbaum, der Wuchshöhen von meist bis 16–20 Meter, selten bis zu 40–60 Meter und Stammdurchmesser von bis zu 2 Meter erreichen kann. Die Borke ist gräulich bis bräunlich und leicht abblätternd. Diese Art besitzt teils Brettwurzeln.

Die einfachen, glatten, ledrigen, glänzenden und gestielten länglich-lanzettlichen bis verkehrt-eiförmigen, -eilanzettlichen Laubblätter sind 11 bis 45 cm lang und 2 bis 9 cm breit. Sie sind spiralig an den Zweigenden angeordnet und sind unterseits heller und ganzrandig, sowie an der Spitze abgerundet bis ausgerandet. Der Blattstiel ist 2 bis 6 cm lang. Die Nervatur ist sehr fein gefiedert mit hellerer Mittelader. Beim Austrieb sind die jungen Blätter rötlich. Die früh abfallenden Nebenblätter sind 3 bis 5 mm lang und 0,7 mm breit.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der endständige, pyramidale rispige Blütenstand ist etwa 15 bis 20 cm lang. Die weißen, stark duftenden Blüten sind gestielt, zwittrig, radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die Blütenstiele sind 1 bis 1,5 cm lang und kahl. Die fünf, freien und kahlen, grünlichen bis weiß-roten Kelchblätter sind leicht ungleich; die zwei äußeren sind eiförmig, zugespitzt, 7 bis 8 mm lang und 4 bis 5 mm breit; die inneren drei sind breit-eiförmig, stumpf und 6 mm lang und 5 mm breit. Die freien, glatten und weißen und dachziegelig angeordneten Kronblätter sind verkehrt-herzförmig und bis 1,7 cm lang und 1,3 cm breit. Es können vereinzelt auf den Petalen streifige, orange Saftmale vorhanden sein. Die vielen, freien, kreisig angeordneten und 4 bis 5 mm langen Staubblätter besitzen weiße, 4 bis 6 mm lange, fädige Staubfäden und längliche, orange Staubbeutel. Der konische, einkammerige (unvollständig zweifächrige) und rippige Fruchtknoten ist oberständig und gelblich-weiß, sowie von einem kleinen Diskus unterlegt. Er ist 8 mm lang und 3 mm breit und mit 8 bis 16 Samenanlagen. Der kurze, dicke Griffel hat zwei, 1 bis 2 mm lange Narbenäste.

Die relativ glatten, eiförmigen, langspitzigen und holzigen, bräunlichen, nicht öffnenden Flügelfrüchte (Pseudosamara) sind 3 cm lang und 1,5 cm breit. Während der Fruchtreife vergrößern sich zwei, der fünf der Frucht anhaftenden Kelchblätter, ungleich stark. Die fünf Kelchblätter sind zuerst weiß-rot und dann holzig, feinaderig und bräunlich. Zwei werden groß und länglich, flügelig; eines ist 8 bis 12 cm lang und 2 bis 3 cm breit und das andere 2,5 bis 6 cm lang und 0,6 bis 1 cm breit. Die anderen drei anhaftenden Kelchblätter bleiben klein. Jede Frucht enthält nur einen eiförmigen Samen mit dünner Samenschale, der 1,6 cm lang und 8 mm breit ist .

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Art besitzt Vorkommen vom Senegal bis Kamerun und Gabun, sowie bis in die Republik Kongo und den Kongo. Das Hauptvorkommen gedeiht in Kamerun und der Elfenbeinküste. Lophira alata ist eine sehr seltene Baumart und möglicherweise vom Aussterben bedroht.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung als Lophira alata erfolgte 1805 durch Karl Friedrich von Gärtner in Supplementum Carpologiae :52, pl. 188, f. 2, nach Joseph Banks.[1] Ein Synonym für die Art ist Lophira procera A.Chev. andere sind Lophira simplex G.Don, Lophira thollonii Tiegh., Lophira africana Loudon ex G.Don, Lophira barteri Tiegh. und Lophira macrophylla Tiegh.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holz von Lophira alata als Bodenbelag auf einer Fußgängerbrücke in Breslau

Die Bäume liefern ein tief rotbraunes, sehr schweres, stark schwindendes, hartes und witterungsfestes Konstruktionsholz für Land-, Wasser- und Fahrzeugbau, Treppenstufen und Werkzeuggriffe, Zaunpfähle und anderes. Bedingt durch die hohe Dichte sinkt es im Wasser zu Boden, daher wird es auch im Wasserbau verwendet. Das Holz ist leicht ölig, Splitter können Infektionen auslösen. Durch die hohe Dichte lässt sich das Holz nur schwer bearbeiten (Nageln ohne Vorbohren ist nicht möglich). Beim Einschneiden des Stammes kann es zu unangehmen Gerüchen kommen, die nach kurzer Zeit verfliegen. Die Resistenz gegen Insekten und Pilze ist sehr hoch.

Kenngrößen:

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. online auf biodiversitylibrary.org.