Lorbeer-Seidelbast

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Lorbeer-Seidelbast
Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola)

Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae)
Gattung: Seidelbast (Daphne)
Art: Lorbeer-Seidelbast
Wissenschaftlicher Name
Daphne laureola
L.

Der Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola),[1] auch Immergrüner Seidelbast oder Waldlorbeer genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Seidelbast (Daphne) innerhalb der Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blüten im Detail

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lorbeer-Seidelbast ist eine immergrüne, verholzende Pflanze, die als Kleinstrauch (Nanophanerophyt) wächst und Wuchshöhen von meist 50 bis 100 (40 bis 120) Zentimetern erreicht. Sie ist nur wenig verzweigt. Die Rinde ist anfangs gelbgrün und später hellgrau.[1]

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die kahle, ledrige Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 10 Zentimetern lanzettlich bis verkehrt-eiförmig. Die Blattoberseite ist matt dunkelgrün und die -unterseite ist gelblich mit einem kräftigen Mittelnerv.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Februar bis Mai. Drei bis sieben Blüten stehen in einem kurz gestielten, traubigen Blütenstand in den Blattachseln nahe der Zweigspitze zusammen. Die wachsen zu Die schwach duftenden, zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier gelblich-grünen, kronblattartigen Kelchblätter sind zu einer kahlen Röhre verwachsen. Kronblätter sind keine zu erkennen.

Die 5 bis 10 Millimeter langen, eiförmigen Steinfrüchte beginnen ab Juli zu reifen und sind bei Reife blauschwarz.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet umfasst den Mittelmeerraum, West- und Südeuropa sowie Nordafrika.

Der Lorbeer-Seidelbast ist in Österreich selten bis häufig in den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten verbreitet. In der Schweiz wächst der Lorbeer-Seidelbast im Jura, im westlichen Mittelland, im südlichen Tessin, im Wallis im unteren Rhonetal und in den zentralen Nordalpen.

In Deutschland kommt der Lorbeer-Seidelbast lediglich im südlichen Schwarzwald und am Mittelrhein natürlich vor und wurde 1996 in der Rote Liste der gefährdeter Pflanzenarten als Kategorie 3 = gefährdet bewertet.[1]

Diese kalkliebende Pflanze bevorzugt als Standort sommerwarme, wintermilde Edellaubwälder (besonders Buchenwälder) und Gebüsche mit mäßig trockenen Lockerböden. Im Bergland dringt der Lorbeer-Seidelbast bis in Höhenlagen von 1000 Metern vor. Er wächst in kollinen bis montanen Höhenstufen.

Der Lorbeer-Seidelbast verwildert selten.

Giftigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lorbeer-Seidelbast ist durch Daphnetoxin stark giftig.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurden zwei Unterarten des Lorbeer-Seidelbast beschrieben:

  • Daphne laureola subsp. laureola: Sie erreicht Wuchshöhen von 40 bis 120 Zentimeter. Die Blütenröhre ist 5 bis 9 Millimeter lang.
  • Daphne laureola subsp. philippii (Gren.) Rouy: Sie erreicht Wuchshöhen von 20 bis 40 Zentimeter. Die Äste sind mehr oder weniger niederliegend. Die Blütenröhre ist 3 bis 5 Millimeter lang. Diese Unterart kommt in den Pyrenäen vor.

Mit dem Echten Seidelbast (Daphne mezereum) bildet Daphne laureola die Hybride Daphne × houtteana Lindl. ex Paxton. Dessen Blätter sind halbimmergrün, ledrig und schwärzlich rot.[3]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lorbeer-Seidelbast wird zerstreut als Zierpflanze für Gehölzgruppen und in Steingärten genutzt. Er ist seit spätestens 1561 in Kultur.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Daphne laureola L., Lorbeer-Seidelbast. In: FloraWeb.de.
  2. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 660.
  3. a b Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Bruno P. Kremer: Strauchgehölze. Erkennen und Bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11478-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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