Lorenz Gösta Beutin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Lorenz Gösta Beutin, Mitglied des Bundestags und Landessprecher der Partei DIE LINKE. Schleswig-Holstein.
Lorenz Gösta Beutin, 2017

Lorenz Gösta Beutin (* 18. Juli 1978 in Hamburg) ist ein deutscher Politiker (Die Linke). Seit 2017 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beutin ist ein Sohn der Politikerin Heidi Beutin und des Schriftstellers Wolfgang Beutin. 1998/99 leistete er seinen Zivildienst in der Evangelischen Akademie Bad Segeberg. Seit 1999 ist Beutin Mitglied der Gewerkschaft ver.di.

Seit dem Wintersemester 1999/2000 studierte Beutin an der Universität Hamburg Geschichte, Politik und Germanistik. Das Studium finanzierte er sich als Service- und Sicherheitskraft in einem Alten- und Pflegeheim in Hamburg sowie durch Arbeit in verschiedenen Archiven. Er schloss es 2008 mit einer Magisterarbeit ab, in der er die Wandlungen des Historikers Ludwig Beutin vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg untersucht.

In den Jahren 2000 bis 2006 war er aktiv im Fachschaftsrat Geschichte, der Fachschaftsrätekonferenz sowie diversen universitären Gremien. Im Streik-Wintersemester 2003/04 war er in der „Streikzentrale“ tätig, danach ein Semester im hochschulpolitischen Referat des AStA der Uni Hamburg.

Als Historiker arbeitet er u. a. zur Geschichte des Nationalsozialismus und zum Thema Antisemitismus.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beutin sammelte erste politische Erfahrungen in der BUND-Jugendgruppe „Milane“. 1996 war er am Aufbau einer Ortsgruppe der Grün-Alternativen Jugend in der Region Trittau beteiligt. Wegen der Befürwortung des Kosovokrieges 1999 brach er mit den Grünen.

In den Jahren 2000 bis 2005 war Beutin Mitglied der PDS. 2004 unterstützte er die „Wahlalternative“ und die „Initiative Arbeit & soziale Gerechtigkeit“, die Vorgängerorganisationen der WASG. 2005 trat er der WASG bei, 2006 auch der Linkspartei.PDS.

Von Juli 2005 bis zum 16. Juni 2007, (Verschmelzung von WASG und PDS zur Partei Die Linke) war Lorenz Gösta Beutin Landessprecher und Länderratsdelegierter der WASG. Von 2007 bis 2014 war er Mitglied im geschäftsführenden Landesvorstand der Linken.Schleswig-Holstein. Seit November 2015 ist Beutin Landessprecher der Linken Schleswig-Holstein. Von 2010 bis 2014 war er als Wahlkreismitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Cornelia Möhring tätig, ab 2014 war er Mitarbeiter der Bundestagsfraktion im Regionalbüro Nord in Kiel.

Er ist Mitglied des Kieler Friedensforums und des Zusammenarbeitsausschusses der Friedensbewegung Schleswig-Holstein, Mitglied in der VVN-BdA, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein und der Leonhard-Frank-Gesellschaft.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geopfert im Stacheldraht des Vaterlandes. Leonhard Frank und der Erste Weltkrieg, in: "Das Denken der Zukunft muß Kriege unmöglich machen" Der Krieg in Kunst, Literatur und Wissenschaft, hrsg. v. Heidi Beutin u. a., Mössingen-Talheim 2015. ISBN 9783893761647
  • Die 'Nürnberger Gesetze' - Voraussetzung, Inhalte, Folgen, in: Beutin, Lorenz Gösta u. a. (Hrsg.): In Nürnberg machten sie ein Gesetz. Diskriminierung, Ausgrenzung, Verfolgung - Kontinuitäten und Brüche. Politische Tagung aus Anlass der 75. Wiederkehr des Inkrafttretens der 'Nürnberger Rassegesetze', 1.–3. Oktober 2010, im Dokumentationszentrum Prora/Rügen, Frankfurt/M. u. a. 2011 (Bremer Beiträge zur Literatur- und Ideengeschichte. Bd. 62), S. 39–58. ISBN 3631615345
  • "Vox populi, vox Dei". Zur romantischen Judenfeindschaft in den Märchen Wilhelm Hauffs, in: Dvorák, Johann (Hrsg.): Aufklärung, Demokratie und die Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Texte über Literatur und Politik in Erinnerung an Walter Grab, Frankfurt/M. u. a. 2011. ISBN 9783631552926
  • Freiheit und Sozialismus in der Partei "Die Linke" im Spannungsfeld von Parlamenten und Bewegungen, in: Herrschaftsfreie Gesellschaftsmodelle in Geschichte und Gegenwart und ihre Perspektiven für die Zukunft, hrsg. v. d. Erich-Mühsam-Gesellschaft e.v., Lübeck (Schriften der Erich-Mühsam-Gesellschaft, H. 34), S. 45–56. ISBN 9783931079444
  • Semantische Affirmation: Ludwig Beutin (1903-1958); Wandlungen eines Historikers in den gesellschaftlichen Umbrüchen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Magisterarbeit, Universität Hamburg, 2008).
  • Lorenz Knorr: Aufklärung, Frieden, Antifaschismus. Ausgewählte Reden und Schriften. Hrsg. v. Lorenz Gösta Beutin, PapyRossa-Verlag, Köln 2006. ISBN 3-89438-356-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]