Lorenzo Mascheroni

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Lorenzo Mascheroni

Lorenzo Mascheroni (* 13. Mai 1750 bei Bergamo; † 14. Juli 1800 in Paris) war ein italienischer Mathematiker.

Im Jahr 1786 wurde Mascheroni Mathematikprofessor der Universität Pavia, nachdem er sich mit einem Buch über Statik einen Namen gemacht hatte. 1789 wurde er Rektor der Universität. 1790 veröffentlichte er in seinem Werk Adnotationes ad calculum integralem Euleri einige Integraldarstellungen der Euler-Mascheroni-Konstante \gamma = \lim_{n\to\infty} \left(1 + \tfrac12 + \tfrac13 + \ldots + \tfrac1{n} - \ln n\right) und berechnete sie auf 32 Nachkommastellen, wovon allerdings die Stellen 19 bis 21 (vermutlich aufgrund eines Übertragungsfehlers) falsch angegeben sind. Er bezeichnete die Konstante nicht, wie oft behauptet, mit γ, sondern ausschließlich mit A. Der Ursprung der Bezeichnung γ ist ein offenes Problem.

1797 bewies er, dass alle geometrischen Konstruktionen mit Zirkel alleine durchgeführt werden konnten. Denselben Satz hatte 120 Jahre zuvor bereits Georg Mohr bewiesen, sein Beweis war jedoch in Vergessenheit geraten, sodass die Aussage heutzutage nach beiden Mathematikern als Satz von Mohr-Mascheroni benannt wird.

Schriften[Bearbeiten]

  • Nuove ricerche sull’equilibrio delle volte, 1785; Neuausgabe Giovanni Silvestri, Milano (Mailand) 1829 (italienisch; mit Bild; bei Google Books: [1])
  • Adnotationes ad calculum integralem Euleri/ In quibus nonnulla Problemata ab Eulero proposita resolvuntur. Petrus Galeatius, Ticini 1790–1792 (lateinisch; „A = 0,577215 664901 532860 618112 090082 39“ auf S. 23; bei Google Books: [2]); Nachdruck: Leonhardi Euleri Opera Omnia Ser. 1 Vol. 12., Teubner, Leipzig 1915, S. 415–542
  • La Geometria del Compasso, Pavia 1797; Neuausgabe Era Nova, Palermo 1901 (italienisch; im Internet-Archiv: [3], [4])
  • Poesie edite ed inedite di Lorenzo Mascheroni, Pietro Bizzoni, Pavia 1823 (italienisch; 2. Auflage; bei Google Books: [5], [6])
  • J. P. Gruson (Hrsg.): L. Mascheroni’s Gebrauch des Zirkels aus dem Italiänischen in's Französische übersetzt durch Herrn A. M. Carette, Schlesinger, Berlin 1825 (deutsche Übersetzung von Geometria del Compasso, 1797; bei Google Books: [7])
  • Aloisio Fantoni (Hrsg.): Poesie di Lorenzo Mascheroni. Raccolte da’ suoi manoscritti, Felice Le Monnier, Firenze (Florenz) 1863 (italienisch; bei Google Books: [8], [9], [10], [11])
  • Invito a Lesbia Cidonia ed altre poesie, Edoardo Sonzogno, Milano (Mailand) 1887 (im Internet-Archiv: [12]); Neuausgabe: L’Invito a Lesbia Cidonia e altre poesie, Unione Tipografico-Editrice Torinese, Torino (Turin) 1915 (italienisch; mit Bild von Mascheroni; im Internet-Archiv: [13])
  • Poesie e prose italiane e latine edite ed inedite, Istituto italiano d’arti grafiche, Bergamo 1903 (italienisch; im Internet-Archiv: [14])

Weblinks[Bearbeiten]