Lorenzo Sala

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Lorenzo Sala (auch: Sale; de Sale; di Sale) († 1716?) war in der Barockzeit ein Graubündner Architekt, der in Deutschland tätig war.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Die Lebensdaten sind unbekannt bzw. ungewiss. Er stammte von Roveredo Mesolcina in Graubünden. Seine Bautätigkeit ist von 1700 bis 1717 im Markgrafentum Baden-Baden in Rastatt nachgewiesen. Hier wirkte er unter dem Schlossbaumeister Domenico Egidio Rossi. Er war verheiratet mit einer Maria Magdalena, die ihm am 23. Juni 1701 einen Sohn Simon Andreas gebar. 1707 ernannte ihn Markgräfin Franziska Sibylla Augusta (1675–1733) von Baden-Baden, die Rossi entließ, zum Hofbaumeister und damit Nachfolger Rossis. Vermutet wird, dass er personengleich ist mit dem "magister Laurentius Sala" ("magister" steht in der Barockzeit auch für "Baumeister"), der 1766 im ungarischen "Petro Varadini" (Peterwardein?) starb.

Soweit die 1709/10 in Eckersmühlen in der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach erbaute Evangelisch-Lutherische Dreifaltigkeitskirche mit ihm in Verbindung gebracht wird, liegt wohl eine Namensverwechslung mit Lorenzo Salle, dem Palier des eichstättisch-fürstbischöflichen Baudirektors Gabriel de Gabrieli vor.

Werke[Bearbeiten]

Schloss Favorite
  • 1699–1711 Rastatt, Schloss Favorite, 2. Architekt (Oberpalier) unter D. E. Rossi
  • 1702–1717 Rastatt, Franziskanerkloster nach Plänen von D. E. Rossi, nach 1707 selbstständige Bauleitung
  • 1702–1714 Kirche „Unbefleckte Empfängnis“ des Franziskanerklosters nach Plänen von D. E. Rossi, weitgehend selbstständige Bauleitung; ab 1707 Planänderungen durch Sala (seit 1807 Evangelische Stadtkirche)

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnoldo Marcelliano Zendralli: Misoxer Baumeister und Stukkatoren in deutschen Landen im 17. und 18. Jahrhundert, Chur 1927, S. 17, Fußnote 46
  • Theodor Neuhofer: Beiträge zur Kunstgeschichte Bayerns. Hochstift Eichstätt. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 62 (1967/68), S. 69f., Fußnote 9
  • Max Pfister: Baumeister aus Graubünden – Wegbereiter des Barock, Chur: Verlag Bündner Monatsblatt 1993, S. 274

Weblinks[Bearbeiten]