Lorraine Hansberry

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Lorraine Hansberry (* 19. Mai 1930 in Chicago; † 12. Januar 1965 in New York, NY) war eine amerikanische Dramatikerin und politische Aktivistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hansberry wurde in Chicago, Illinois als jüngstes von vier Kindern des Immobilienmaklers und Carl Augustus und der Lehrerin Nannie Louise Hansberry geboren. Ihr Onkel war der Geschichtsprofessor William Leo Hansberry. Hansberrys Eltern engagierten sich beide politisch für die schwarze Community und gegen Rassentrennung, Carl Hansberry war auch aktives Mitglied der NAACP und National Urban League. Lorraine Hansberry wuchs in der Woodlawn Neighborhood im Süden Chicagos auf.

1938 zog die Familie in einen weißen Vorort von Chicago, in dem sie heftigen rassistischen Repressalien ausgesetzt war: So wurde auch der Kauf des Hauses durch ein Abkommen angefechtet, das Afroamerikanern den Kauf von Häusern in der Gegend verbieten sollte. Carl Hansberry klagte dagegen an, was schließlich zur Grundsatzentscheidung im Fall Hansberry v. Lee, 311 U.S. 32 (1940) vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten führte, die zugunsten der Familie ausfiel. Diese Erfahrungen inspirierten Lorraine Hansberry später zu ihrem wohl bekanntestes Werk, dem Theaterstück A Raisin in the Sun.

New York City[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hansberry studierte an der University of Wisconsin–Madison, bevor sie 1950 nach New York City zog, wo sie die New School besuchte und sich in der Bürgerrechtsbewegung engagierte. 1951 begann sie als Redakteurin für die afroamerikanische Zeitschrift Freedom zu schreiben. 1953 heiratete sie Robert Nemiroff, einen jüdischen Aktivisten, Songwriter und Schriftsteller. In ihrer Hochzeitsnacht nahm das Ehepaar an Protesten gegen die Hinrichtung von Ethel und Julius Rosenberg Teil. Ab 1953 begann Hansberry auch eigene literarische Texte zu verfassen. 1956 landete Nemiroff mit seinem Song Cindy, Oh Cindy ein weltweiter Hit, was Hansberry in die finanzielle Lage setzte, sich hauptberuflich dem Schreiben zu widmen.

Ihr Durchbruch gelang Hansberry mit dem Stück A Raisin in The Sun, dass 1959 uraufgeführt wurde. Es war das erste Stück einer schwarzen Autorin, das am Broadway produziert wurde. Das Stück wurde in 35 Sprachen übersetzt und mit dem New York Drama Critics Circle Award ausgezeichnet. Sie erstellte auch die Drehbuchfassung, die 1961 von Daniel Petrie mit Sidney Poitier verfilmt wurde (dt. Titel: Ein Fleck in der Sonne).

Neben diversen Essays verfasste Hansberry das Buch The Movement: Documentary of a Struggle for Equality über die Bürgerrechtsbewegung und die Stücke Das Zeichen am Fenster, Les Blancs und Jung, begabt und schwarz.

1964 ließen sich Hansberry und Nemiroff scheiden, führten ihre gemeinsame Arbeit dennoch fort. Mehrere Texte und insbesondere eine Briefkorrespondenz, die Hansberry mit dem lesbischen Magazin The Ladder führte, lassen darauf schließen, dass Hansberry homosexuell war, wobei sie ihre Sexualität nicht offen lebte.[1]

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1964 erkrankte Hansberry an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie starb im folgenden Jahr im Alter von nur 34 Jahren. Nina Simone, eine enge Freundin von Hansberry, schrieb das Lied To Be Young, Gifted and Black in Gedenken an sie und sang das Lied auf ihrer Beerdigung.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A Raisin in the Sun. 1959
  • Ein Fleck in der Sonne. Drehbuch, 1961
  • On Summer. Essay, 1960
  • The Drinking Gourd. 1960
  • The Movement: Documentary of a Struggle for Equality. 1964
  • The Sign in Sidney Brustein's Window. 1965
  • To Be Young, Gifted and Black: Lorraine Hansberry in Her Own Words. 1969
  • Les Blancs: The Collected Last Plays / by Lorraine Hansberry. Edited by Robert Nemiroff (1994)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Village Voice: Lorraine Hansberry's Letters Reveal the Playwright's Private Struggle