Lossewo (Kaliningrad, Krasnosnamensk)

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Siedlung
Lossewo
Groß Augstutschen (Rehwalde) und Kiauschen (Wetterau)

Лосево
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Krasnosnamensk
Erste Erwähnung 1580 (Kiauschen)
Frühere Namen I. Aukstey (vor 1610),
Augstutschen (vor 1770),
Groß Augstutschen (bis 1930),
Rehwalde (1930–1946);

II. Causchen Aeszernincken (1580),
Escherningken (vor 1664),
Eßernincken (vor 1728),
Ciauschen (nach 1763),
Kiauschen (bis 1938),
Wetterau (1938–1946)
Bevölkerung 29 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40164
Postleitzahl 238734
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 218 813 002
Geographische Lage
Koordinaten 54° 53′ N, 22° 38′ OKoordinaten: 54° 53′ 12″ N, 22° 37′ 53″ O
Lossewo (Kaliningrad, Krasnosnamensk) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Lossewo (Kaliningrad, Krasnosnamensk) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Lossewo (russisch Лосево, deutsch Groß Augstutschen, 1930 bis 1945 Rehwalde, auch: Kiauschen, 1938 bis 1945 Wetterau, litauisch Didieji Aukštučiai, auch: Kiaušai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er besteht aus zwei ursprünglich eigenständigen Ortschaften und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lossewo liegt mit seinen beiden Ortsteilen an einer Nebenstraße (27K-299), die Nikitowka (Uszpiaunen, 1938 bis 1946 Kiesdorf) an der Regionalstraße R 508 (27A-027) mit Leskowo (Rammonischken, 1938 bis 1946 Hagenfließ) an der Regionalstraße R 511 (27A-031) verbindet. Die einstige Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen, 1938 bis 1946 Schloßberg) liegt 15 Kilometer südwestlich, und die heutige Rajonshauptstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen, 1938 bis 1946 Haselberg) ist 10 Kilometer nordwestlich. Beide Ortsteile waren vor 1945 jeweils eine Bahnstation an der Bahnstrecke Pillkallen–Lasdehnen der Pillkaller Kleinbahn, und im damaligen Kiauschen zweigte zudem eine Kleinbahnstrecke nach Doristhal (russisch: Rasino, nicht mehr existent) ab.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß Augstutschen (Rehwalde)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der früher Groß Augstutschen genannte Ort[2] war vor 1945 eine Domäne. Von 1874 bis 1945 gehörte das Dorf zum Amtsbezirk Girrehlischken[3] (1932 bis 1945 „Amtsbezirk Jägerswalde“, der Ort hieß russisch: Swobodnoje, ist nicht mehr existent) im Kreis Pillkallen (1938 bis 1945 „Kreis Schloßberg“) im Regierungsbezirk Gumbinnen in der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 waren in Groß Augstutschen 188 Einwohner gemeldet[4]. Am 21. August 1930 wurde das Dorf offiziell in „Rehwalde“ umbenannt. Die Einwohnerzahl lag 1933 bei 179 und betrug 1939 noch 161[5]. In Kriegsfolge kam der Ort 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.

Kiauschen (Wetterau)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das frühere und bereits 1580 ersterwähnte Kiauschen[6] war vor 1945 ein kleines Dorf, das jedoch – wie auch schon Groß Augstutschen – von der Bahnstation profitierte. Auch Kiauschen gehörte zwischen 1874 und 1945 zum Amtsbezirk Girrehlischken[3] bzw. Jägerswalde und war somit ebenfalls Teil des Kreises Pillkallen (Schloßberg) in der preußischen Provinz Ostpreußen. 225 Einwohner waren im Jahre 1910 in Kiauschen registriert[4]. Ihre Zahl stieg bis 1933 auf 282 und belief sich 1939 auf 254[5]. Ein Jahr zuvor – am 3. Juni 1938 wurde Kiauschen in „Wetterau“ umbenannt. Die offizielle Bestätigung hierfür kam am 16. Juli 1938. Innerhalb des nördlichen Ostpreußen gelegen, kam der Ort 1945 zur Sowjetunion.

Lossewo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1947 wurde Rehwalde in „Lossewo“ umbenannt und gleichzeitig dem Dorfsowjet Mitschurinski im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.[7] Später gelangte der Ort in den Dorfsowjet Prawdinski und es wurde auch die Ortsstelle Kiauschen zu Lossewo gezählt.[8] Von 2008 bis 2015 gehörte Lossewo zur Landgemeinde Dobrowolskoje und gehört seither zum Stadtkreis Krasnosnamensk.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor 1945 lebte in Groß Augstutschen resp. Rehwalde und Kiauschen resp. Wetterau eine fast ausnahmslos evangelische Bevölkerung. Die beiden Dörfer waren jedoch unterschiedlichen Kirchspielen zugeordnet: Groß Augstutschen war in die Kirche Schillehnen (der Ort hieß von 1938 bis 1946: Schillfelde, russisch: Pobedino), Kiauschen dagegen in die Kirche Willuhnen (der Ort hieß russisch: Ismailowo, ist nicht mehr existent) eingepfarrt. Beide Pfarreien aber gehörten zu demselben Kirchenkreis Pillkallen (Schloßberg) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Lossewo im weitflächigen Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Babuschkino (Groß Degesen) innerhalb der Propstei Kaliningrad[9] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographische Ortsregister Ostpreußen (2005): Rehwalde
  3. a b Rolf Jehke, Amtsbezirk Girrehlischken/Jägerswalde
  4. a b Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Pillkallen
  5. a b Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Pillkallen
  6. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Wetterau
  7. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  8. Gemäß dem amtlichen Ortsverzeichnis der Oblast Kaliningrad von 1976
  9. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad