Lost Horizon (Computerspiel)

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Lost Horizon
Studio Animation Arts
Publisher Deep Silver
Leitende Entwickler Marco Zeugner
Komponist Thorsten Engel
Erstveröffent-
lichung
20. August 2010
Plattform Android, iOS, Windows
Genre Adventure
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Maus
Medium DVD-ROM, Download
Sprache Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben
PEGI ab 16+ Jahren empfohlen

Lost Horizon ist ein im Jahr 2010 erschienenes und in Deutschland entwickeltes Point-and-Click-Adventure von Animation Arts, welche u. a. auch Geheimakte Tunguska kreiert haben. Im Rahmen einer Geschichte, die bestimmte Bereiche klassischer Kinoabenteuer tangiert, übernimmt der Spieler die Rolle des Draufgängers Fenton Paddock.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hongkong, 1936. Fenton Paddock, ehemaliger Offizier der Britischen Armee und jetziger Pilot und Flugunternehmer, erhält vom örtlichen Gouverneur des Vereinigten Königreiches einen Auftrag: Lord Weston bittet ihn, nach einem verschollenen Militärtrupp zu suchen, der im streng geheimen Auftrag Tibet erkunden sollte. Darunter befand sich auch Westons Sohn Richard – gleichzeitig Paddocks bester Freund. Fenton macht sich, nachdem er den Häschern einer lokalen Gaunerbande entkommen ist, auf die Suche und findet erste Anhaltspunkte beim Kartographen des Kommandos. Gleichzeitig trifft er hier Kim wieder: sowohl eine alte Bekannte als auch die Nichte des inzwischen verstorbenen Kartenmachers. Gemeinsam gelingt beiden die Flucht, nachdem Fenton erneut von Angreifern gejagt wird.

Das Duo schlägt sich zum Himalaya durch, wo Paddock und Kim ein verstecktes Lager von Nazisoldaten entdecken. Angeführt von der Wissenschaftlerin Hanna Gräfin von Hagenhild versuchen diese hinter ein Geheimnis zu kommen, welches in einem alten Kloster verborgen zu sein scheint. Fenton und Kim schleichen sich sowohl in das Lager als auch in das Kloster ein und kommen so nach und nach den wahren Hintergründen auf die Spur:

Sowohl der von Weston entsandte britische Trupp als auch die Nazis sind auf der Suche nach Shambala, einem sagenumwobenen Reich, welches versteckt in den tibetanischen Bergen liegt und das eine geheimnisvolle Macht enthält, welche seinem Beherrscher die Einflussnahme über menschlichen Geist und Materie ermöglicht. Im Kloster befindet sich ein Zugang nach Shambala, der allerdings nur durch bestimmte Medaillons geöffnet werden kann.

Fenton reist im Laufe der Spielhandlung über Marokko und Deutschland bis nach Indien, um ein zweites Zugangsartefakt zu ergattern, nachdem von Hagenhilds Schergen ihm ein Erstes abnehmen konnten. Schließlich gelangen sowohl die Deutschen als auch Paddock nach Shambala. Unterstützt durch Richard, der lebt und zuvor ebenfalls in das Reich gelangt ist, liegt es zu guter Letzt an Fenton, die Nazis von ihrem Plan abzuhalten …

Spielprinzip und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lost Horizon ist ein 2.5D-Point-and-Click-Adventure. Aus Polygonen zusammengesetzte, dreidimensionale Figuren agieren vor handgezeichneten, teilanimierten Kulissen. Mit der Maus kann der Spieler seine Spielfigur durch die Örtlichkeiten bewegen und mit den Maustasten Aktionen einleiten, die den Spielcharakter mit seiner Umwelt interagieren lassen. Fenton kann so Gegenstände finden, sie auf die Umgebung oder andere Gegenstände anwenden und mit NPCs kommunizieren. Mit fortschreitendem Handlungsverlauf werden weitere Orte freigeschaltet. Die Kamera zeigt dabei das Geschehen aus einer frontalen Perspektive; verlässt der Spieler innerhalb eines Raumes das Sichtfeld, bewegt sich die Kamera in die jeweilige Richtung mit. Dialoge finden über kontextbezogene Auswahlmenüs statt.

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charaktere und Synchronsprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charakter Deutscher Sprecher
Fenton Paddock Stefan Günther
Kim Wuang Farina Brock
Hanna Gräfin von Hagenhild Kathrin Simon
Richard Christian Baumann
Mönch Peter Musäus
Shen / Obsthändler Tobias Lelle
Tänzerin Ulrike Dostal
Schläger 1 / Kims Vater Torsten Münchow
Schläger 2 / Soldat im Kloster 2 / Stadionsprecher / Soldat bei Turbine Crock Krumbiegel
Mun Tong Ekkehardt Belle
Kleist / Kampfveranstalter Hans Georg Panczak
Gus Norbert Gastell
Adjutant Huxley Claus Brockmeyer
Gouverneur Weston Thomas Rauscher
Polizist Thomas Albus
Straßenjunge Hao Tobias John von Freyend
Hilfreicher Chinese Nianzu Harry Täschner
Wuang / Schamane Manfred Erdmann
Thomas / Nomade Philipp Moog
Soldat in Baracke / Monsieur Lacoste Andreas Neumann
Soldat bei LKW / Kellner Philipp Brammer
Verhörsoldat / Berber Ulf J. Söhmisch
Soldat, der LKW kontrolliert Gerhard Acktun
Stewardess / Telefonstimme Sonja Reichelt
Textilhändler Reinhard Brock
Professor Hayes Niels Clausnitzer
Gendarme / Promoter / Thimblerigger / Glen / Station Guard Daniel Curshen
Glenn Max Felder
Wache am Stadion Ulrich Frank
Alter im Dorf Michael Gahr
Messrichter Gudo Hoegel
Mutte Anita Höfer
Mann in Stadion Christoph Jablonka
Kim (jung) Leslie-Vanessa Lill
Wissenschaftler Schaumberger Erich Ludwig
Kims Mutter Melanie Manstein
Graf von Droste Schattenburg Leon Rainer
Handwerker Michael Schernthaner
Spielhilfe Christian Schult
Gendarm Michael Schwarzmaier
Leierkastenmann Kai Taschner
Edison Walter von Hauff

Nachfolger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 erschien mit Lost Horizon 2 ein ebenfalls von Animation Arts entwickelter und von Deep Silver vertriebener Nachfolger.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewertungen
Publikation Wertung
Adventure-Treff 91 % [1]
GameStar 87 [2]
Metawertungen
GameRankings 81 % [3]
Metacritic 77 [4]

Aus 24 aggregierten Wertungen erzielt Lost Horizon auf Metacritic einen Score von 77.[4] GameRankings aggregiert zehn Wertungen zu einem Score von 81 %.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das in Lost Horizon thematisierte Shambala hat reale Hintergründe. Im tibetanischen Glauben ist es der Name eines geheimnisvollen Königreiches. Für das Spiel wurde es offensichtlich etwas ausgeschmückt und um Elemente der Shangri-La-Legende ergänzt. Tatsächlich gibt es den Film "Lost Horizon" aus dem Jahr 1937 von Frank Capra, welcher sich ebenfalls mit Shangri-La beschäftigt.
  • Bei den im Spiel vorkommenden Dialogen werden die jeweils agierenden Figuren durch gezeichnete Konterfeis am unteren Bildrand dargestellt. Hierbei griff man teilweise auf die Gesichtszüge bekannter Schauspieler zurück. Unter anderem kann man Heath Ledger (Richard Weston), Ernest Borgnine (Gus), John Candy (Polizist am Gouverneurspalast), Lucy Liu (Stewardess), Treat Williams (deutscher Kampfrichter) und James Franco (Glenn Parker) erahnen.
  • Im Rahmen der Spielhandlung greift Fenton Paddock auch in die Geschehnisse der Olympischen Sommerspiele von Berlin ein. Hierbei muss er seinem ehemaligen Armeekollegen Glenn Parker zum Sieg im Zehnkampf gegen den Lokalmatador Erwin Huber verhelfen. Der Zehnkämpfer Huber existierte tatsächlich: er wurde 1936 in dieser Disziplin Vierter hinter drei US-Amerikanern. Der Name des Briten Glenn Parker wurde hingegen erfunden und aus zwei anderen Athleten zusammengesetzt: dem damaligen Goldmedaillengewinner Glenn Morris sowie dem Drittplatzierten Jack Parker.
  • Bereits kurz nach Erscheinen des Spiels wurde in verschiedenen Internetforen ein möglicher Bug diskutiert, welcher sich im Endeffekt nicht als solcher entpuppte: An einer bestimmten Stelle im Finale kam der Spieler nicht weiter, da ein Objekt, das man kurz zuvor bewegt hatte, verschwunden war. Das Problem trat aber nur bei älteren, langsameren Rechnern auf und war einer Grafik-Diskrepanz zwischen der 2D-Spieloberfläche sowie den 3D-Spielfiguren geschuldet.
  • Im Himalaya findet Fenton Paddock, im Zelt in dem der britische Soldat mit deutscher Musik "gefoltert" wird, einen roten Zelthering. Im Adventuregenre ist ein Red Herring ein Gegenstand der eigentlich völlig nutzlos ist und nur mitgenommen werden kann. Im Spiel kann der Hering aber trotzdem benutzt werden, z.B. um eine Werkzeugkiste zu öffnen, Schilder zu lösen und eine Konservendose aufmachen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Adventure-Treff.de: Lost Horizon. Abgerufen am 8. September 2017.
  2. GameStar.de: Lost Horizon im Test - Fehlt nur noch die Peitsche. Abgerufen am 8. September 2017.
  3. a b GameRankings.com: Lost Horizon. Abgerufen am 8. September 2017.
  4. a b Metacritic.com: Lost Horizon. Abgerufen am 8. September 2017.