Lothar Kittstein

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Lothar Kittstein an seinem Schreibtisch in Bonn (2014)

Lothar Kittstein (* 22. Oktober 1970 in Trier) ist ein deutscher Historiker, Autor und Dramaturg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lothar Kittstein wuchs als Sohn eines Lehrerehepaares in Trier auf und machte 1989 am dortigen Max-Planck-Gymnasium sein Abitur. Anschließend studierte er Germanistik, Philosophie und Geschichte in Hannover und Bonn. 2001 promovierte er in Neuerer Geschichte und arbeitete danach zunächst zwei Jahre lang als Headhunter bei einer kleinen Bonner Unternehmensberatung.

2003 begann Kittstein für die Bühne zu schreiben; für das Kindertheaterstück Zu Besuch erhielt er zwei Jahre später seinen ersten literarischen Förderpreis. Sein erster großer Theatererfolg war In einer mondhellen Winternacht. Das Drama wurde 2006 im Rahmen der „Autorentheatertage“ unter der Regie von David Bösch am Thalia Theater Hamburg uraufgeführt.[1] Kittstein arbeitete für das Schauspiel Köln zu dieser Zeit noch als Assistent; für die Spielzeit 2006/2007 wurde er schließlich als Dramaturg eingestellt. Seitdem arbeitet er hauptsächlich als freier Autor und ist seit der Spielzeit 2013/2014 auch zusätzlich als Dramaturg mit Auftragsarbeiten für das Theater Bonn tätig. Zudem schrieb er Bühnentexte für das Schauspiel Frankfurt, das Theaterhaus Gessnerallee in Zürich sowie das Residenztheater (München).

Der Dramatiker Kittstein ist sehr an Gemeinschaftsproduktionen interessiert. Nach mehreren Beiträgen als Texter für das Bonner fringe-ensemble[2] liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit seit 2009 im Zusammenspiel mit dem Regisseur Bernhard Mikeska, mit dem er gemeinsam die Grenzen des Schauspiels auslotet.[3] 2013 entwickelte Kittstein zusammen mit dem Regisseur Michael Lippold das Projekt Zu spät!Zu spät!Zu spät!, in dem es um den "Druck des Alles-schaffen-Müssens und Alles-erreichen-Könnens" geht. Mit im 13-köpfigen Team waren u. a. Freya Hattenberger, Sonja Baum und Tobias van Dieken.[4]

Kittstein hat sich auch als ein engagiertes Mitglied der Bonner Kulturszene einen Namen gemacht: In der Lokalpresse nahm er z. B. 2011 kritisch Stellung zu den Plänen der Stadt Bonn, durch Bürgerbefragungen die Einsparungen im Bereich Theater legitimieren zu wollen.[5]

Lothar Kittstein ist verheiratet mit der Schauspielerin Birte Schrein, mit der er drei Kinder hat. Die Familie lebt in der Bonner Südstadt.

Theaterstücke/Bühnenfassungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geordnet nach dem Datum der Erstaufführung:[6]

  • Juni 2005 : Spargelzeit
  • 18.09.2006: In einer mondhellen Winternacht
  • 25.02.2007: Die Sorglosen
  • 21.03.2007: Letzte Tage
  • 20.01.2008: Tokio
  • 05.03.2008: Hotel Kairo
  • 10.02.2010: Haus des Friedens
  • 26.01.2011: Böses Mädchen
  • 08.04.2011: Die Geister von Amnas
  • 23.05.2011: Die Bürgschaft (in Anlehnung an die gleichnamige Ballade von Friedrich Schiller)
  • 28.05.2011: Zu Besuch
  • 25.08.2011: Je t'aime::Je t'aime
  • 02.12.2011: Der große Gatsby (nach der gleichnamigen Romanvorlage von F. Scott Fitzgerald)
  • 01.06.2013: Making of::Marilyn
  • 07.02.2014: Der weiße Wolf [7]

Weitere Produktionen für das Theater Bonn:[8]

  • 12.10.2013: 1913 (nach dem gleichnamigen Roman von Florian Illies)
  • 30.03.2014: Welt am Draht (nach dem gleichnamigen Fernsehfilm von Rainer Werner Fassbinder)
  • 30.04.2014: Schatten::Frau
  • 27.06.2014: KÖNIGSDRAMEN I + II [Träume und Trümmer]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lothar Kittstein: Politik im Zeitalter der Revolution: Untersuchungen zur preußischen Staatlichkeit 1792-1807, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2003. ISBN 3-515-08275-1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. idw-online.de: Premiere: HAW Hamburg begrüßt Erstsemester im Thalia Theater (abgerufen am 25. Juli 2014)
  2. theaterszene-koeln.de: Kittsteins Wor(l)ds - fringe ensemble (abgerufen am 29. Juli 2014)
  3. youtube.com: JE T'AIME :: JE T'AIME Ein Projekt von Bernhard Mikeska und Lothar Kittstein (kurzer Trailer) (abgerufen am 29. Juli 2014)
  4. alleszuspaet.de: Zu spät!Zu spät!Zu spät! Ein Projekt von Lothar Kittstein und Michael Lippold (abgerufen am 30. Juli 2014)
  5. general-anzeiger-bonn.de: Lothar Kittstein: "Bürgerbefragung ist eine Farce" (abgerufen am 25. Juli 2014)
  6. Lothar Kittstein auf fischertheater.de (abgerufen am 25. Juli 2014)
  7. DIE WELT vom 6. Mai 2013: "Man ist aneinandergekettet fürs Leben" (abgerufen am 21. Januar 2015)
  8. theater-bonn.de: Lothar Kittstein als Ensemble-Mitglied (abgerufen am 25. Juli 2014)
  9. kulturpur.de: Lothar Kittstein: Zu Besuch (abgerufen am 26. Juli 2014)
  10. burgtheater.at: Junge Autoren am Burgtheater (Werkstatttage‘06) S.17 (abgerufen am 25. Juli 2014)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]