Lothar Wieler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Lothar Wieler

Lothar Heinz Wieler (* 8. Februar 1961 in Königswinter) ist ein deutscher Veterinärmediziner und Mikrobiologe. Er leitet seit März 2015 das Robert Koch-Institut.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wieler wuchs in einer bodenständigen Familie mit zwei Geschwistern auf, der Vater war Tierarzt, die Mutter Landwirtin. Wieler studierte nach dem Abschluss seiner Schullaufbahn in Königswinter von 1980 bis 1985 an der Freien Universität Berlin und der Ludwig-Maximilians-Universität München Veterinärmedizin. Von 1986 bis 1987 leistete er seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr. Danach arbeitete er von 1987 bis 1990 als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Abteilung für Pathologie, an der Universität Ulm. 1988 wurde er an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. Von 1990 bis 1998 war er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere an der Justus-Liebig-Universität Gießen, wo er sich 1996 für das Fach Infektionskrankheiten und Hygiene der Tiere habilitierte. Seit 1997 ist er Fachtierarzt für Mikrobiologie. Von 1998 bis war er Professor für Mikrobiologie und Tierseuchenlehre am Fachbereich Veterinärmedizin der FU Berlin und geschäftsführender Direktor am Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen. Seit März 2015 ist er Präsident des Robert Koch-Instituts.[1]

Lothar Wieler forscht zur molekularen Pathogenese und funktionellen molekularen Epidemiologie multiresistenter bakterieller Pathogene, insbesondere von Zoonose-Erregern innerhalb der Spezies Escherichia coli, Staphylococcus aureus und Staphylococcus pseudintermedius. Fokus ist die Aufklärung jener Mechanismen, die dazu beitragen, dass bakterielle Pathogene erfolgreich verschiedene Wirte infizieren können. Hierbei steht die Entwicklung und Anwendung differenzierender molekularer Typisierungsmethoden im Vordergrund, mit denen in einem ersten Schritt innerhalb einer bakteriellen Spezies Zoonose-Erreger definiert werden.

Mit DNA-Sequenzanalysen, In vitro-Verfahren und relevanten Tierinfektionsmodellen im natürlichen Wirt (Huhn, Schwein) werden bakterielle Faktoren (Adhäsine, Invasine, Toxine, Moduline) identifiziert, die eine erfolgreiche Infektion im jeweiligen Wirt vermitteln. Ziel der Forschung ist die Entwicklung prophylaktischer Interventionsstrategien. In seiner Freizeit spielt er gerne Fußball und ist ein Fan des 1. FC Köln.

Auszeichnungen, Ehrungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BM für Gesundheit
  2. Mitgliedseintrag von Lothar Wieler (mit Bild) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 22. November 2017.