Lotsenbrüderschaft

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Lotsreviere in Deutschland

Lotsenbrüderschaften sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie werden gebildet von den für das jeweilige Seelotsrevier bestallten freiberuflichen Lotsen. Ihre Rechtsgrundlage ist das Gesetz über das Seelotswesen (Seelotsgesetz).[1] Die Brüderschaften verteilen an ihre Mitglieder nach einer Lotsgeldverteilungsordnung die Lotsgelder, die vorher von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GWDS) nach der Lotstarifverordnung eingezogen werden. Diese zieht für die Bereitstellung der Lotseinrichtungen auch die Lotsabgaben ein, die zur Kostendeckung der festen und schwimmenden Lotsenstationen sowie der Versetz- und Zubringerfahrzeuge dienen.[2] Die Lotsenbrüderschaften der Seelotsen wiederum bilden die Bundeslotsenkammer.

Der gesetzliche Vertreter einer Lotsenbrüderschaft ist der Ältermann. Er wird aus den Reihen der Seelotsen für fünf Jahre in diese Funktion gewählt.

Die Lotsenbrüderschaften haben die ihnen durch Gesetze und Verordnungen übertragenen Aufgaben zu erfüllen. Sie haben im Rahmen ihrer Selbstverwaltung die Belange des jeweiligen Seelotsreviers zu wahren und zu fördern. Besonders obliegt ihnen:

  • die Erfüllung der Berufspflichten zu überwachen
  • die Ausbildung und Fortbildung der Seelotsen zu fördern
  • die Dienstfolge zu regeln
  • bei Streitigkeiten zwischen Mitgliedern zu vermitteln
  • Maßnahmen zu treffen, die eine ausreichende Versorgung der Seelotsen und ihrer Hinterbliebenen für den Fall des Alters, der Berufsunfähigkeit und des Todes gewährleisten
  • die Aufsichtsbehörde bei der Erfüllung ihrer Aufgaben auf dem Gebiet des Seelotswesens zu beraten und zu unterstützen
  • die Lotsgelder für Rechnung der Seelotsen im Auftrag der GWDS einzunehmen

Deutsche Lotsenbrüderschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das deutsche Lotswesen unterteilt sich in neun Brüderschaften auf (davon sieben Seelotsenbrüderschaften und zwei Hafenlotsenbrüderschaften):[3]

Seelotsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafenlotsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berufsverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990 wurde der Bundesverband der See- und Hafenlotsen (BSHL)[4] gegründet, der sich als überregionale Vertretung und Berufsverband aller Lotsen versteht.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetz über das Seelotswesen
  2. Lotstarifverordnung - LTV
  3. www.bshl.de (Memento des Originals vom 23. September 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bshl.de Bundesverband der See- und Hafenlotsen: Die Reviere der See- und Hafenlotsen. Aufgerufen am 23. September 2011.
  4. Bundesverband der See- und Hafenlotsen (Memento des Originals vom 29. Juli 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bshl.de