Lotte Barthel

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Lotte Barthel (* 23. Mai 1912 in Wien; † 31. März 1992 in Frankfurt am Main) war eine aus Österreich stammende Schauspielerin an deutschen Bühnen.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lotte Barthel begann ihre künstlerische Laufbahn 1932 am „Stadttheater und Schlesisches Landestheater Bunzlau“ (auch: Schlesisches Landestheater Bunzlau). Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs sind nur wenige Festengagements nachzuweisen; eines hatte sie in der Spielzeit 1937/38 am Stettiner Landestheater unter der Intendanz von Walter Storz. In der pommerschen Landeshauptstadt lernte sie auch Fritz Rémond junior kennen, der dort zu dieser Zeit als Oberspielleiter tätig war.

Barthel wirkte nach dem Krieg als Theaterschauspielerin an verschiedenen Frankfurter Bühnen. Sie trat unter anderem an der Frankfurter Komödie und am heutigen Fritz-Rémond-Theater auf.

In der Spielzeit 1947/1948 trat Barthel am Kleinen Theater im Zoo auf. Im März 1949 wirkte sie dort in der Uraufführung des Theaterstücks Der Teufel von Boston von Lion Feuchtwanger mit. 1965 spielte sie im Kleinen Theater im Zoo gemeinsam mit Fritz Rémond, Anna Teluren und Martha Marbo in der Salonkomödie Sein letztes Testament von Sacha Guitry; die Aufführung wurde auch für das Fernsehen aufgezeichnet. Im Oktober 1965 stand sie am Kleinen Theater am Zoo in der deutschsprachigen Erstaufführung des modernen amerikanischen Theaterstücks Telemachos Clay von Lewis John Carlino (* 1932) auf der Bühne; ihre Partner waren unter anderem Liesel Christ und Uwe Dallmeier.[1] 1968 übernahm sie an diesem Hause unter der Regie von Fritz Rémond und an der Seite von Hans Korte (Christian Maske) die Rolle der Luise Maske in der Komödie Der Snob von Carl Sternheim. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb über ihre Darstellung: „Anrührend in ihrer Arglosigkeit, in den bürgerlichen Klischees glücklich befangen.“[2] 1983 trat sie dort unter der Regie von Egon Baumgarten in der Komödie Einmal Moskau und zurück von Alexander Galin auf; ihre Partner waren Friedrich Schoenfelder, Margret van Munster und Anna Teluren. In der Spielzeit 1988/89 übernahm sie beim Tourneetheater „Bühne 64 Zürich“ (Leitung: Margot Medicus) die Rolle des alten Stubenmädchens Malene in einer Inszenierung des Theaterstücks John Gabriel Borkman mit Hans Korte in der Hauptrolle.

Barthel arbeitete auch häufig als Sprecherin für Hörspiele. 1961 war sie beim Hessischen Rundfunk in der Rolle der Frau Fischbier in dem Hörspiel Ein heißes Eisen von Kurt Heynicke zu hören.[3] 1965 übernahm sie die Rolle der Trude Arndt in dem Kriminal-Hörspiel Der Fall Trinkhelm von Rolf Schroers, einer Originalproduktion des Hessischen Rundfunks, des Westdeutschen Rundfunks und von Radio Bremen.[4]

Barthel war auch in einigen deutschen Fernsehfilmen und in mehreren Fernsehserien zu sehen. zu sehen. Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens blieb jedoch ihre Theaterarbeit.

1962 spielte sie in der Familienserie Die Firma Hesselbach in der Folge Die Erbschaft die Rolle der Frau Bauer; sie war die Haushälterin des Kommerzienrates Eduard Hesselbach.[5] 1968 wirkte sie unter der Regie von Tom Toelle als Sekretärin Fräulein Schünemann in dem Fernsehspiel Versetzung mit. 1979 spielte sie in dem Fernsehmehrteiler Die Buddenbrooks von Franz Peter Wirth die Rolle der Krankenschwester Leandra, die die Konsulin Betsy Buddenbrook pflegt.[6] 1981 hatte sie eine kleine Rolle in einer Fernsehinszenierung von Heinrich von Kleists Schauspiel Das Käthchen von Heilbronn unter der Regie von Peter Beauvais.[7] Sie spielte außerdem in der Fernsehserie Rummelplatzgeschichten.[8] In der Tatort-Folge Tod einer Ärztin spielte sie 1990 die Seniorin Thea Grundmann, die von ihrem finanziell ruinierten Neffen ermordet wird.[9] Im Januar 1992 war sie zuletzt in einer Episodenhauptrolle in der Familienserie Das Nest zu sehen; in der Folge Die Zimmerlinde spielte sie als Frau Wollweber, an der Seite von Max Strecker, den weiblichen Part eines älteren Nachbarehepaars.[10]

1979 wirkte sie in der ARD-Fernsehshow Einer wird gewinnen als Schauspielerin mit.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sabine Hock: Liesel Christ. Volksschauspielerin. Eine Biographie. ISBN 3-7829-0546-6, S. 140.
  2. Der Snob. Aufführungskritik. In: Frankfurter Rundschau. 5. September 1968, ISSN 0940-6980.
  3. Ein heißes Eisen hr2 Kultur
  4. Der Fall Trinkhelm HÖRDAT, die Hörspieldatenbank (Nr. 55)
  5. Hesselbach (Figuren und Darsteller)
  6. Legendäre Mehrteiler: Buddenbrooks Rollen und Darsteller
  7. Das Käthchen von Heilbronn (PDF; 403 kB) Kleist-Videos; Kleist-Archiv Sembdner
  8. Lotte Barthel Kabeleins Serienlexikon
  9. Tod einer Ärztin DasErste.de
  10. Das Nest ODEON-FIlm (Besetzung und Produktionsdetails)