Lotte Tobisch

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Lotte Tobisch (Wien 2008)

Lotte Tobisch-Labotýn (* 28. März 1926 in Wien) ist eine österreichische Theaterschauspielerin, die gelegentlich auch in Filmen auftrat. Lotte Tobisch-Labotýn gilt als Inbegriff der eleganten Wiener Salondame.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lotte Tobisch-Labotýn wurde 1926 in Wien als Tochter des Dipl.-Ing. und Architekten Karl Anton Gustav Alfred Ritter Tobisch von Labotýn (* 8. Oktober 1897 in Wien, † 17. Dezember 1977 in Linz) und dessen Ehefrau Nora Anna Josefine Maria Krassl von Traissenegg (* 21. Januar 1906 in Wien, † 26. November 2002 in Wien) geboren. Ihr Großvater Karl Anton Josef Tobisch (1860–1932) war Präsident des Landesschulrates von Böhmen und Mähren und wurde am 4. März 1912 von Kaiser Franz Josef in den erblichen Adelsstand mit dem Prädikat Ritter von Labotýn erhoben.

Ihre Tante Margarethe Amelie Anna Barbara Johanna Tobisch von Labotýn (1901–1991) war in zweiter Ehe mit dem Innenminister der DDR Karl Steinhoff verheiratet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Tochter aus bestem Hause (die Geschichte ihrer Familie großmütterlicherseits lässt sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen) genoss sie eine Ausbildung an den besten Schulen, wie im Schloss Marquartstein in Oberbayern oder im Wiener Gymnasium Sacre Coeur.[1] Sie absolvierte eine Ausbildung am Franz Schubert Konservatorium.[2] Während die Familie gegen Kriegsende nach Bayern floh, blieb Tobisch allein in Wien, wo sie den um 37 Jahre älteren Erhard Buschbeck kennenlernte und mit ihm eine „skandalträchtige Beziehung“ einging.[3]

Als Schauspielerin war sie Schülerin von Raoul Aslan und gab ein frühes Debüt am Wiener Burgtheater, danach auch am Wiener Volkstheater sowie am Theater in der Josefstadt. Im Jahr 1986 erhielt Lotte Tobisch den Ehrenring des Burgtheaters. Aber auch als Filmschauspielerin war sie tätig. So spielte sie unter Georg Wilhelm Pabst die Rolle von Eva Braun im Film Der letzte Akt. Am Burgtheater war sie auch als künstlerischer Betriebsrat tätig.

Der breiten Öffentlichkeit ist Lotte Tobisch vor allem als Organisatorin des weltberühmten Wiener Opernballs bekannt, welchen sie von 1981 bis 1996 leitete. In den letzten Jahren engagierte sie sich verstärkt für soziale Projekte, unter anderem die Aktion „Künstler helfen Künstlern“ und die Österreichische Alzheimer-Liga.

Über mehrere Jahre führte Lotte Tobisch einen Briefwechsel mit dem Philosophen und Soziologen Theodor W. Adorno, der 2003 in Buchform veröffentlicht wurde.

Am 1. Oktober 2007 wurde Lotte Tobisch im Wiener Rathaus von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny die „Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold“ verliehen.[4] Unter Wissenschaftsminister Rudolf Scholten wurde ihr auch die Berufsbezeichnung Professor verliehen.[5]

Auch im hohen Alter ist Lotte Tobisch für den Verein „Künstler helfen Künstlern“, der in Baden ein Heim betreibt, als Präsidentin aktiv.

Seit 1951 lebt sie am Opernring.[6]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lotte Tobisch – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lotte Tobisch feiert 85. Geburtstag auf ORF vom 28. März 2011
  2. Ehemalige Studenten des Schubert Konservatoriums
  3. Interview mit Lotte Tobisch in der Presse vom 7. Dezember 2013 abgerufen am 11. Jänner 2014
  4. Weblink: http://www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink?SEITE=020071001025
  5. Die Welt der Lotte Tobisch Seite 190 abgerufen am 5. September 2010
  6. Kultur heute: Ringstraßen-Trilogie, ORF III, 10. März 2015, 19:50 („Seit 64 Jahren …“)
  7. a b c Lotte Tobisch, "Dame von Welt", erhielt Goldene Ehrenmedaille vom 1. Oktober 2010 abgerufen am 11. Jänner 2014