Lotus 99T

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Lotus 99T

Konstrukteur: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus
Designer: Gérard Ducarouge
Vorgänger: Lotus 98T
Nachfolger: Lotus 100T
Technische Spezifikationen
Federung vorn: Doppeldreiecksquerlenker, Zugstangendämpfer
Federung hinten: Doppeldreiecksquerlenker, Stoßdämpfer
Radstand: 2720 mm
Gewicht: 540 kg
Reifen: Goodyear
Benzin: Elf
Statistik
Fahrer: BrasilienBrasilien Ayrton Senna
JapanJapan Satoru Nakajima
Erster Start: Großer Preis von Brasilien 1987
Letzter Start: Großer Preis von Australien 1987
Starts Siege Poles SR
32 2 1 3
WM-Punkte: 64
Podestplätze: 8
Führungsrunden: 108 über 447 km
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Vorlage:Infobox Formel-1-Rennwagen/Wartung/Federung Vorne
Vorlage:Infobox Formel-1-Rennwagen/Wartung/Federung Hinten

Der Lotus 100T war ein Formel-1-Rennwagen des britischen Rennstalls Lotus, der in der Formel-1-Saison 1987 eingesetzt wurde.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rennwagen war eine Entwicklung des Lotus-Chefkonstrukteurs Gérard Ducarouge und von Martin Ogilvie. Das Monocoque selbst wurde in Verbundbauweise aus Kohlefaser, Kevlar und Aluminium gefertigt. Insgesamt wurden sechs Chassis gebaut.

Die wesentliche Neuerung am Lotus 99T war die aktive Radaufhängung, die nach dem Wunsch von Teamchef Peter Warr Lotus-Stammfahrer Ayrton Senna zur Weltmeisterschaft verhelfen sollte. Die aktive Radaufhängung bestand im Wesentlichen aus drei Komponenten: einem Rechner, der unter dem Sitz des Piloten montiert war, mehreren am Fahrzeug angebrachten Sensoren sowie dem Hydrauliksystem selbst, das mit der Aufhängung verbunden war. Die Sensoren übermittelten während der Fahrt dem Bordcomputer Informationen über die momentane Geschwindigkeit des Fahrzeuges und über die jeweilige Fahrbahnbeschaffenheit. Der Rechner wiederum leitete entsprechende Kommandos an die Hydraulik der Radaufhängung und Stoßdämpfer weiter, um eine konstante Bodenfreiheit zwischen Chassis und Fahrbahnoberfläche zu gewährleisten. Das ganze System war aufgrund mangelhafter Rechnerleistungen noch störanfällig, weshalb man beim Nachfolgemodell, dem Lotus 100T, darauf verzichtete. Nichts desto trotz wurde mit dieser Innovation der Grundstein für weitere Arbeiten an der aktiven Radaufhängung im Formel-1-Sport gelegt.

Angetrieben wurde der Lotus 99T von einem selbsttragenden wassergekühlten V6-Motor von Honda im Winkel von 80° mit der Typenbezeichnung RA166E. Der längs eingebaute Turbo-Mittelmotor hatte 1494 cm³ Hubraum und entwickelte mit einem auf 3,5 bar begrenzten Ladedruck eine Leistung von etwa 721 kW (Qualifikation bis zu 736 kW) bei 12.500/min. Nachteil der hohen Motorleistung waren Vibrationen am ganzen Fahrzeug, die das Fahrverhalten negativ beeinflussten. Zündung und Motormanagement stammten ebenfalls von Honda. Das manuelle Getriebe von Hewland hatte sechs Vorwärts- und einen Rückwärtsgang. Das Tankvolumen umfasste 195 Liter. Die Stoßdämpfer wurden von Koni bezogen.

Ab dem Grand-Prix von Ungarn erhielt der Lotus 99T geringfügige Modifikationen. Diese betrafen eine schmalere Cockpitöffnung und niedrigere Seitenkästen.

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Hauptsponsoren waren die zum Tobacco Konzern gehörende Zigarettenmarke Camel sowie der Haushaltsgerätehersteller De’Longhi.

Saisonverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Senna gewann mit dem Lotus 99T zwei von 16 Saisonrennen, holte eine Pole-Position und fuhr drei schnellste Runden. Im Gegensatz zum Williams-Team, das den gleichen Honda-Motor verwendete, hatte Lotus im Rennverlauf oft mit zu hohen Treibstoffverbrauch zu kämpfen, was oftmals bessere Platzierungen verhinderte. Teamkollege Satoru Nakajima, Mitgift des Motorenpartners Honda, holte mit dem gleichen Material lediglich sieben Weltmeisterschaftspunkte. Das Team belegte in der Konstrukteursweltmeisterschaft den dritten Platz. Der Sieg von Senna beim Großen Preis der USA war der letzte von Lotus in der Formel 1

Fahrer Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Punkte Rang
Formel-1-Saison 1987 Flag of Brazil (1968-1992).svg Flag of San Marino (before 2011).svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Monaco.svg Flag of the United States.svg Flag of France.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Civil Ensign of Hungary.svg Flag of Austria.svg Flag of Italy.svg Flag of Portugal.svg Flag of Spain.svg Flag of Mexico.svg Flag of Japan.svg Flag of Australia.svg 64 3.
JapanJapan Satoru Nakajima 11 7 6 5 10 DNF NC 4 DNF DNF 13 11 8 9 DNF 6 DNF
BrasilienBrasilien Ayrton Senna 12 DNF 2 DNF 1 1 4 3 3 2 5 2 7 5 DNF 2 DSQ
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lotus 99T – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • François-Xavier Basse: Fahrzeugdatenblatt: Lotus 99T. Die gelbe Revolution! In: Das große Formel-1- Archiv, Weltbild Verlag Augsburg, o.S.
  • Anthony Pritchard: Lotus: The Competition Cars-All the Racing Type Numbers from 1947 to the Modern Era. Haynes Publishing Sparkford 2006, ISBN 978-1-84425-006-6, S. 194 f, 255.
  • Achim Schlang: Grand Prix. Die Rennen zur Automobil-Weltmeisterschaft 1987., Motorbuch Verlag Stuttgart 1987, ISBN 978-3-613-01202-8, S. 40 f.