Gefleckter Hornklee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Lotus maculatus)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gefleckter Hornklee
Gefleckter Hornklee (Lotus maculatus)

Gefleckter Hornklee (Lotus maculatus)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Hornklee (Lotus)
Art: Gefleckter Hornklee
Wissenschaftlicher Name
Lotus maculatus
Breitf.

Der Gefleckte Hornklee (Lotus maculatus), von Gärtnern auch einfach Lotus (Verwechslungsmöglichkeit mit Lotus) genannt, gehört zur Gattung Hornklee (Lotus) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Maculatus bedeutet „gefleckt“.

Pflanzenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gefleckte Hornklee ist eine kriechend wachsende, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 20 cm erreicht. Er blüht von Februar bis August mit gelben, orange und braun gezeichneten Blüten. Er besitzt schwach filzig behaarte Stängel und silbrige, nadelförmige Fiederblätter. Der ebenfalls auf Teneriffa endemische Kanarische Hornklee (Lotus berthelotii) hat dagegen orangerote bis scharlachrote Blüten.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gefleckte Hornklee zeigt klare Merkmale der Ornithogamie (Vogelbestäubung). Er wurde wahrscheinlich früher von Nektarvögeln bestäubt. Heute bestäubt ihn nur noch der Kanarische Zilpzalp (Phylloscopus collybita canariensis).[2]

Vorkommen und Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Pflanzenart ist ein Endemit auf Teneriffa, der auf Küstenfelsen vorkommt und sehr selten ist. Die einzige bekannte Population liegt im Naturschutzschutzgebiet Costa de Acentejo an der Küste von El Sauzal. Sie besteht aus weniger als 30 Pflanzen und ihr Lebensraum ist starkem anthropogenen Druck ausgesetzt. Mit dem Plan de Recuperación del picopaloma wird versucht durch Stecklinge neue Pflanzen zu ziehen um die Zahl der Individuen zu erhöhen und die genetische Vielfalt zu erhalten.[3]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lotus maculatus wurde von der deutschen Botanikerin Charlotte Breitfeld (1902– etwa 2003)[4] erstbeschrieben, die im März und September 1971 auf Teneriffa blühendes und fruchtendes Material gesammelt hatte.[5] Durch die Festlegung dieser beiden Aufsammlungen als Typus war der Name jedoch ungültig. Dies wurde erst 2008 durch den britischen Botaniker Nicholas Hind korrigiert, der die ursprüngliche Autorenschaft des Namens beibehielt.[6]

Zierpflanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gefleckte Hornklee wird wegen seiner auffallenden Blüten, seiner silbrigen Blätter und seines hängenden Wuchses auch als Zierpflanze für Terrasse und Balkon verwendet. Für eine Beet- und Balkonpflanze hat die Art und die Sorten aber eine relativ kurze Blütezeit, so zählt bei dieser Art vor allem die Struktur und Farbe der Blätter. Um eine reiche Blütenbildung zu erreichen, sollten die Pflanzen frostfrei bei Temperaturen unter + 12 Grad Celsius überwintern.

Sorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 'Gold Flame' mit goldgelben bis orangefarbenen Blüten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die Kosmos-Kanarenflora. Über 850 Arten der Kanarenflora und 48 tropische Ziergehölze (= Kosmos-Naturführer). Kosmos, Stuttgart 1997, ISBN 3-440-06037-3, S. 124.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lotus maculatus bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  2. Ornithogamie. In: Lexikon der Biologie. Spektrum der Wissenschaft, 1999, abgerufen am 14. März 2015.
  3. Plan de Recuperación del picopaloma, Lotus berthelotii, y pico de El Sauzal, Lotus maculatus. In: Sistem de información medioambiental de canarias. Gobierno de Canarias, abgerufen am 14. März 2015.
  4. Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1893.
  5. Charlotte Breitfeld: Lotus maculatus, eine bisher unbeschriebene Art von Tenerife. In: Cuadernos de botánica Canaria. Band 17, 1973, S. 27–31 (online) (Erstbeschreibung: S. 27).
  6. Nicholas Hind: 619. Lotus maculatus. Leguminosae – Papilionoidae. Plant in Peril 30. In: Curtis' Botanical Magazine. Band 25, Nr. 2, 2008, S. 146–157, t. 619, DOI:10.1111/j.1467-8748.2008.00613.x (Validierung des Namens: S. 154).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gefleckter Hornklee – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien