Loučná pod Klínovcem

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Loučná pod Klínovcem
Wappen von Loučná pod Klínovcem
Loučná pod Klínovcem (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Chomutov
Fläche: 2089,2954[1] ha
Geographische Lage: 50° 25′ N, 12° 59′ OKoordinaten: 50° 24′ 46″ N, 12° 59′ 23″ O
Höhe: 865 m n.m.
Einwohner: 114 (1. Jan. 2016)[2]
Postleitzahl: 431 91
Kfz-Kennzeichen: U
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Jana Müllerová (Stand: 2014)
Adresse: Loučná 86
431 91 Loučná pod Klínovcem
Gemeindenummer: 546518
Website: www.loucna.eu
Lage von Loučná pod Klínovcem im Bezirk Chomutov
Karte

Loučná pod Klínovcem (deutsch Böhmisch Wiesenthal) ist eine Stadt im Ústecký kraj in Tschechien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loučná liegt nördlich des Klínovec auf dem Kamm des mittleren Erzgebirges. Die Ortslage grenzt im Westen unmittelbar an das benachbarte Oberwiesenthal. Zwischen beiden Orten verläuft der Pöhlbach, der die Staatsgrenze zwischen Tschechien und Deutschland bildet.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Loučná pod Klínovcem besteht aus den Ortsteilen Háj (Stolzenhain) und Loučná (Böhmisch Wiesenthal)[3], die zugleich auch Katastralbezirke bilden[4].

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberwiesenthal Vejprty (Weipert)
Jáchymov (St. Joachimsthal) Nachbargemeinden Kovářská (Schmiedeberg)
Krásný Les (Schönwald), Stráž nad Ohří (Warta) Perštejn (Pürstein)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böhmisch, Ober- und Unterwiesenthal (1848)
Ortsansicht mit Kirche (1904)

Die erste Erwähnung von Wiesenthal stammt aus dem Jahre 1431, es ist aber anzunehmen, dass der Ort bereits im 14. Jahrhundert angelegt wurde. Zu dieser Zeit war das gesamte Wiesenthal im Besitz der Herren von Schönburg auf Pürstein und fiel bei der 1431 zwischen den Brüdern Alesch und Wilhelm erfolgten Teilung an Alesch von Schönburg. In den Hussitenunruhen verödete der Ort und wurde 1449 als wüst bezeichnet.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kam es nach Silberfunden im Pöhlbachtal zwischen Keilberg und Fichtelberg zu Ortsgründungen und Wiederbesiedlungen. 1525 wurde entlang des Pöhlbaches die Grenze zwischen der Herrschaft Schönburg und dem Königreich Böhmen festgesetzt. Das Wiesenthal nordwestlich des Baches blieb (bis 1559) schönburgisch und ist das heutige Unterwiesenthal in Deutschland. Das gegenüberliegende Ufer des Baches kam zur königlichen Herrschaft Preßnitz in Böhmen, deren Inhaber Kaspar Schlick wurde. Im Zuge der Reformation waren Böhmisch Wiesenthal und Stolzenhain evangelisch geworden. Sie gehörten zur Parochie Unterwiesenthal.

Nachdem 1527 Ernst von Schönburg am Südosthang des Fichtelberges auf seinem Gebiet das Neustettlein Wiesenthal (Oberwiesenthal) gegründet hatte, verlieh der böhmische König und spätere Kaiser Ferdinand I. auch Böhmisch Wiesenthal das Stadtrecht. In dieser Zeit erfolgte ein reger Bergbau und es entstanden Hütten und Hämmer auf beiden Seiten des Wiesenthals. 1601 verlieh Kaiser Rudolf II. Böhmisch Wiesenthal die Privilegien einer Königlichen Bergstadt. 1623 wurden die Schlicken nach der Schlacht am Weißen Berge enteignet. Infolge der Gegenreformation wanderten bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts die Protestanten (Exulanten) in die sächsischen Nachbarorte aus, und Böhmisch Wiesenthal verlor die meisten seiner Bewohner. 1650 erhielten Böhmisch Wiesenthal und Stolzenhain eine gemeinsame katholische Kirche.[5]

Mit dem Niedergang des Bergbaus entstanden in der Stadt mehrere Handschuhfabriken, und das Posamentiererhandwerk wurde ansässig. 1890 wurde die elektrische Beleuchtung eingeführt, und im selben Jahr wurde in Böhmisch Wiesenthal erstmals in Österreich-Ungarn eine Dampfmaschine zum Antrieb von Nähmaschinen eingesetzt.

1939 lebten in der Stadt 1.230 Einwohner, und es bestanden 180 Häuser. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die fast ausschließlich deutschböhmische Bevölkerung vertrieben, und Český Wiesenthal, das nun abgelegen an der abgeschotteten Grenze zur späteren DDR lag, verödete völlig und verlor das Stadtrecht.

1947 erhielt Český Wiesenthal die neue Bezeichnung Loučná. 1948 wurde der Ort bei der Auflösung des Okres Jáchymov in den Okres Karlovy Vary-okolí eingegliedert. 1949 wurde Háj u Loučné eingemeindet. Bei der Gebietsreform von 1960 kam Loučná zum Okres Chomutov. In den 1970er-Jahren erfolgte die Eingemeindung von České Hamry (Böhmisch Hammer) mit Výsada (Lauxmühle), diese Ortschaften sind heute Teile von Vejprty. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die baufällig gewordene Kirche abgerissen. Zwischen 1986 und 1991 verlor die Gemeinde ihre Selbstständigkeit und gehörte zu Vejprty.

1992 wurde Loučná wieder eine selbstständige Gemeinde. Der eigentliche Ort besteht heute fast ausschließlich aus Wochenendhäusern.

Mit Oberwiesenthal ist der Ort seit 1995 durch einen Grenzübergang für Fußgänger und Radfahrer verbunden, wodurch sich auch hier ein gut besuchter Billigwaren-Markt gebildet hat. Seit dem 10. Oktober 2006 ist Loučná pod Klínovcem wieder eine Stadt.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[6]
1869 806
1880 938
1890 935
1900 1.156
1910 1.237
Jahr Einwohnerzahl
1921 1.126
1930 1.355
19501 1.079
19611 599
19701 209
Jahr Einwohnerzahl
19801 73
19911 23
20011 68
20111 78
1 Loučná mit Háj

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Venier (1812–1876), Pionier der böhmischen Porzellanindustrie und Erfinder eines Porzellanbrennofens mit Gasfeuerung
  • Maximilian Kern (1877–ca. 1945), Journalist und Schriftsteller
  • Gustav Zindel (1883–1959), Maler des Erzgebirges
  • Hans Erich Slany (1926–2013), Industriedesigner

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/546518/Loucna-pod-Klinovcem
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/546518/Obec-Loucna-pod-Klinovcem
  4. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/546518/Obec-Loucna-pod-Klinovcem
  5. Die Wiesenthaler Kirchen auf www.alt-erzgebirge.de
  6. Historický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen am 17. Februar 2016 (PDF, tschechisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Loučná pod Klínovcem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien