Louisiana

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Louisiana
Flag of Louisiana.svg Great Seal of the State of Louisiana.svg
(Details) (Details)
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Über dieses Bild
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Baton Rouge
Staatsmotto: Union, Justice, and Confidence
Fläche: 134.264 km²
Einwohner: 4.633.375 (Zensus 2012) (34 E. / km²)
Mitglied seit: 30. April 1812
Zeitzone: Central: UTC−6/−5
Höchster Punkt: 163 m (Driskill Mountain)
Durchschn. Höhe: 30 m
Tiefster Punkt: −2,5 m New Orleans
Gouverneur: John Bel Edwards (D)
Post / Amt / ISO LA / / US-LA
Karte von Louisiana
Karte von Louisiana
Geographische Karte Louisianas
Geographische Karte Louisianas

Louisiana Zum Anhören bitte klicken! [luˌ.iː.ziˈæ.nə] oder Zum Anhören bitte klicken! [luː.ziˈænə] (zu französisch Louisiane) ist ein Bundesstaat im Süden der Vereinigten Staaten von Amerika. Louisiana liegt an der Mündung des Mississippi River in den Golf von Mexiko und hat eine Größe von 134.264 km², davon sind 21.440 km² Gewässerflächen. Louisiana hat zwei Beinamen: zum einen Pelican State, wegen des Wappenvogels, und zum anderen Bayou State, wegen der Sümpfe.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louisiana ist Teil der Südstaaten und liegt am Golf von Mexiko. Die Lage ist geprägt von großen Sümpfen und Flüssen mit großen Deltas, weshalb ein Großteil der Fläche Louisianas Feuchtgebiet ist. Im Norden des Bundesstaat grenzt Louisiana mit dem Driskill Mountain an die Ouachita Mountains, die einzig höhere Erhebung im Bundesstaat. Dort bilden sich auch die Flüsse und Gewässer, die teils dann in den Mississippi River fließen.[1]

Ausdehnung des Staatsgebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Staatsgebiet von Louisiana breitet sich vom 29° bis zum 33° Breitengrad über 210 km aus. Die Länge des Staatsgebietes beträgt 610 km und reicht vom 89° bis zum 94° Längengrad. Somit erreicht Louisiana eine Fläche von 134.246 km² und ist somit, gemessen an der Fläche, der 32. größte Bundesstaat der Vereinigten Staaten vor Mississippi und nach Alabama.

Nachbarstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundesstaat unterhält drei Grenzen mit seinen Nachbarstaaten und eine etwa 550 km lange Grenze mit dem Golf von Mexiko. Im Norden grenzt der Bundesstaat an Arkansas, im Osten unterhält er eine Grenze mit Mississippi. Im Süden verläuft die etwa 550 km lange Grenze mit dem Golf von Mexiko und im Westen grenzt der Sabine River den Staat mit Texas.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 64 Parishes in Louisiana

Louisiana gliedert sich in 64 Parishes (Bezirke, in anderen Bundesstaaten County genannt). Der größte Parish ist der Vernon Parish im Westen mit 3441 km² der größte Parish ist. Der kleinste Parish ist mit 468 km² der Orleans Parish im Südosten.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor 250 Millionen Jahren, als es den Golf von Mexiko noch nicht gab, gab es nur einen großen Kontinent, Pangaea. Als sich dieser langsam auseinandersetzte, entstand der Golf von Mexiko und verband sich mit dem Atlantischen Ozean. Louisiana entwickelte sich nun langsam über Millionen von Jahren von Wasser zu Land und wuchs in der Ausdehnung.[2] Die ältesten Felsen sind im Norden Louisianas aufzufinden, im Kisatchie National Forest. Sie stammen aus dem Zeitalter Tertiär und sind 60 Millionen Jahre alt.

Die jüngst hinzugekommenen Teile, die dann die jetzige Größe des Staatsgebietes ausmachten, kamen um 7.500 Jahren hinzu, als aufeinanderfolgende Flussdelta des Mississippi Rivers. Die Sedimente wurden dazu flussabwärt gen Süden transportiert.

Zwischen den tertiären Gesteinen im Norden und den neu dazugekommenen Sedimenten am Mississippi River Delta zieht sich ein langer Gürtel im mittleren Louisiana durch, der in der Pleistozän entstanden ist. Das Entstehen des Gürtels wird weitgehend mit dem Ansteigen und Sinken des Meeresspiegels in den vergangenen Eiszeiten assoziiert. Da die Gesteine im Kisatchie National Forest viel früher als das Mississippi River Delta entstanden ist, bildeten sich dort die Quellen für Flüsse und Schluchten, weshalb dort auch höheres Land ist als in den flachen Küstenregionen am Golf von Mexiko.

In Louisiana bildeten sich Salzstöcke, die zurzeit des ehemaligen Golf vom Mexikos, als noch keine Verbindung zum Atlantik bestand, im damaligen Golf von Mexiko eine hohe Verdunstungsrate aufwies, die für das Bilden von Salzstöcken verantwortlich sind. In Louisiana gibt es mehrere Hundert dieser Salzkuppeln, von denen die bekannteste Avery Island ist. Salzkuppeln dienen dem Abbau von Salz und Bohrungen nach Öl und Gas.[3]

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flora in Louisiana ist abwechslungsreich und besteht aus vier größeren Bestandteilen, zum einen der Pinus echinata, der Pinus elliottii und der Sumpf-Kiefer, sowie den Harthölzern in den Alluvialböden im des Staates. Wichtige Baumarten, die teils heimisch sind u. a., die roten Zedern, Rotbuchen und Walnussgewächsen. In Louisiana stehen die Orchideen und mehrere Arten der Hyazinthen, sowie der Isoetes louisianensis und der Schwalbea seit 2003 unter "gefährdetem Status" aufgelistet. Im Süden ist vor allem das Tillandsia usneoides, auch bekannt als Spanisches Moos, weit verbreitet, dass im Gegensatz zum Norden so gut wie kaum aufzufinden ist.[4]

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Louisiana ist eine reichhaltige Vielfalt der Fauna vorhanden, die durch abwechslungsreiche Sümpfe, Wälder und Prärien entstanden ist. Der Hirsch, das Eichhörnchen und das Kaninchen, sowie der Bär werden als Wildtier kommerziell gejagt. Währenddessen werden die Bisamratte, die Nutria, Nerz und Beutelratten, sowie der Rotluchs und der Skunk als natürliche Förster in den Wäldern gebraucht. In Louisiana gibt es viele verschiedene Arten von Wildvögeln, wie den Wachteln, den Truthähnen, Waldschnepfen und verschiedene Wasservögeln, von denen die Floridaente und die Brautente in Louisiana beheimatet sind. Die Küstenstrände des Golfes von Mexikos sind mit Meeresschildkröten beheimatet. Wale und andere Fische sind in der Nähe der Küste heimisch. In den Seen und Lagunen sind viele Süßwasserfische vorhanden, zu denen die Süßwasserfische der Gattung Pomoxis gehören, Brachse und Krebstiere zählen, wie Flusskrebse.[4]

Gefährdete Tierarten in Louisiana sind fünf Arten der Meeresschildkröten, die Echte Karettschildkröte, die Atlantik-Bastardschildkröte, die Lederschildkröte und die Unechte Karettschildkröte, sowie die Suppenschildkröte, bedroht. Im Jahre 2003 waren noch insgesamt 23 andere Tierarten in Louisiana bedroht.[4]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Louisiana herrscht subtropisches Klima, dass von heißen, schwülen und von durchschnittlich regenreichen Zeiten, sowie überwiegend milden Wintern geprägt ist. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Louisiana beträgt etwa 20,6 Grad Celsius, wobei im Sommer meist Temperaturen von über 30 Grad Celsius überschritten werden. Im Winter fallen die Temperaturen nur sehr selten unter den Gefrierpunkt, sonst sind die durchschnittlichen milden Wintertemperaturen bei 12,6 Grad Celsius. Im ganzen Jahr über gibt es einen großen Niederschlag, bei denen in New Orleans und Baton Rouge über ein Jahr gemeinsam etwa 3.112,2 mm Regen fällt, mit einer durchschnittlichen Anzahl von 8,7 Regentagen pro Monat. Trtotz der hohen Anzahl Regentage pro Monat scheint selbst im Januar durchschnittlich 3,9 Stunden pro Tag die Sonne. Im Sommer scheint die Sonne bis zu über acht Stunden pro Tag; der sonnenreichste Monat ist der Juli. In Louisiana herrscht hohe Luftfeuchtigkeit von mindestens über 70 %.

In den Sommermonaten treffen Louisiana regelmäßig starke Hurrikane mit Windstärken von über 120 km/h. Der folgenschwerste Hurrikan fand am 29. August 2005 statt, als Hurrikan Katrina mit über 200 km/h auf das Festland traf. Alleine in Louisiana wurden 490 Menschen von dem Hurrikan getötet. Besonders schwer wurde der St. Bernard Parish im Südosten und die Region um New Orleans getroffen.[5]

Baton Rouge
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: World Weather Information[6]; [7]; Wetter24[8]
Klimadiagramm Baton Rouge
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Max. Temperatur (°C) 16,8 18,7 22,6 26,3 30,1 32,7 33,4 33,6 31,5 27,1 22,2 17,8 Ø 26,1
Min. Temperatur (°C) 5,1 6,9 10,2 13,8 18,4 21,9 23,2 23,0 20,3 14,4 9,4 5,9 Ø 14,4
Niederschlag (mm) 145,3 128,0 112,0 113,3 124,2 162,8 126,0 147,8 115,3 119,4 104,1 142,2 Σ 1.540,4
Sonnenstunden (h/d) 3,0 3,9 5,0 6,1 7,1 8,0 8,1 7,4 6,5 5,2 3,4 2,6 Ø 5,5
Regentage (d) 9,9 8,8 8,3 7,5 7,9 12,1 12,9 11,8 8,5 7,5 8,5 9,1 Σ 112,8
Luftfeuchtigkeit (%) 70 72 71 72 73 74 76 77 77 74 75 76 Ø 73,9
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Quelle: World Weather Information[6]; [7]; Wetter24[8]
New Orleans
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Klimatabelle.info[9]
Klimadiagramm New Orleans
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 18,6 20,1 23,0 26,3 30,0 32,3 33,2 33,3 31,3 27,4 23,0 19,3 Ø 26,5
Min. Temperatur (°C) 7,2 8,4 11,3 14,7 19,3 22,4 23,6 23,5 21,8 16,4 10,9 7,5 Ø 15,6
Niederschlag (mm) 128,3 152,7 124,5 114,3 115,8 148,3 155,4 156,7 140,0 77,5 112,3 146,0 Σ 1.571,8
Sonnenstunden (h/d) 4,9 5,7 7,1 8,4 9,0 9,1 8,3 8,1 7,6 7,8 5,7 5,1 Ø 7,2
Regentage (d) 8,2 7,7 7,2 5,7 6,7 9,5 12,1 11,3 8,7 4,5 6,7 8,2 Σ 96,5
Luftfeuchtigkeit (%) 77 78 76 77 75 75 78 76 76 70 74 78 Ø 75,8
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Quelle: Klimatabelle.info[9]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Louisianas

Der Name wurde zu Ehren Königs Ludwig XIV. von Frankreich gewählt. Louisiana wurde früh erforscht; bereits der Spanier Hernando de Soto erkundete von 1539 bis 1542 das Mississippigebiet, der Franzose Robert Cavelier de La Salle setzte diese Forschungen 1681 fort, woraufhin Frankreich das Gebiet für sich beanspruchte und 1699 erstmals dauerhaft besiedelte. (siehe Kolonie Louisiana)

Im Herbst 1729 kam es mit dem Natchez-Aufstand (Natchez Uprising) zu einer großen Rebellion der Natchez-Indianer, die sich mit afrikanischstämmigen Sklaven verbündet hatten, gegen die französischen Kolonialherren, bei der das Fort Rosalie zerstört und fast alle dort lebenden Franzosen getötet wurden. Der Aufstand traf die Kolonisten so schwer, dass die Wirtschaft der Region fast ein Jahrhundert lang stagnierte und eine hochprofitable Plantagenökonomie, wie sie in anderen Teilen des amerikanischen Südens bereits im 18. Jahrhundert entstand, sich in Louisiana erst im 19. Jahrhundert herausbildete.[10]

Die Besitzverhältnisse änderten sich im Laufe der Jahre mehrmals: Auf Grund der Übereinkünfte im Pariser Frieden kam der westliche Teil 1762 an Spanien, der östliche ein Jahr später an Großbritannien, das ihn 1783 an die Vereinigten Staaten abgeben musste. 1800 erwarb Napoleon I. den spanischen Anteil zurück.

Am 30. April 1803 kaufte US-Präsident Thomas Jefferson mit dem so genannten Louisiana Purchase die französische Kolonie Louisiana von Napoleon I. für 15 Mio $. Die Vereinigten Staaten verdoppelten damit ihr Staatsgebiet auf einen Schlag, denn das damalige Louisiana umfasste noch große Gebiete des Mittleren Westens. Louisiana wurde am 10. März 1804 in einer förmlichen Zeremonie übergeben. Mit dem Organic Act vom 26. März 1804 wurde mit Wirkung vom 1. Oktober aus dem Gebiet, das südlich des 33. Breitengrades lag, das Orleans-Territorium geschaffen, das im Wesentlichen dem heutigen Louisiana entspricht. Der weitaus größere Teil nördlich des 33. Breitengrades wurde zum District of Louisiana, der 1805 in Louisiana-Territorium umbenannt wurde. Am 30. April 1812 wurde das Orleans-Territorium unter dem Namen Louisiana als 18. Bundesstaat der USA aufgenommen. Um eine Verwechslung zu vermeiden wurde im Juni des gleichen Jahres das Louisiana-Territorium in Missouri-Territorium umbenannt.

Während des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861–1865) gehörte der Staat Louisiana der Südstaatenunion der Konföderierten Staaten von Amerika an. Hauptstadt von Louisiana ist Baton Rouge, größte und bekannteste Stadt ist New Orleans.

Im August 2005 wurde der Südosten des Staates vom Hurrikan Katrina heimgesucht. Die Stadt New Orleans und umliegende Regionen erlitten dabei schwere Schäden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Census Einwohner ± in %
1810 76.556
1820 153.407 100 %
1830 215.739 40,6 %
1840 352.411 63,4 %
1850 517.762 50 %
1860 708.002 36,7 %
1870 726.915 2,67 %
1880 939.946 29,3 %
1890 1.118.588 19 %
1900 1.381.625 23,5 %
1910 1.656.388 19,9 %
1920 1.798.509 8,58 %
1930 2.101.593 16,9 %
1940 2.363.516 12,5 %
1950 2.683.516 13,5 %
1960 3.257.022 21,4 %
1970 3.641.306 11,8 %
1980 4.205.900 15,5 %
1990 4.219.973 0,335 %
2000 4.468.976 5,9 %
2010 4.533.372 1,44 %
Vor 1900[11]

1900–1990[12] 2000 + 2010[13]

Bevölkerungsdichte

Louisiana hat 4.533.372 Einwohner (Stand: Census 2010), davon waren 60,3 % Weiße, 32,0 % Afroamerikaner, 4,2 % Hispanics oder Latinos, 1,5 % Asiatische Amerikaner und 0,7 % Indianer.[14] Die Mehrheit der Weißen hat französische bzw. kreolische Vorfahren,[15] doch nur noch 4,7 % sprechen Französisch als Muttersprache.[16]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louisiana hat keine Amtssprache. Wegen der damaligen starken Präsenz der Franzosen wurden bis zum Amerikanischen Bürgerkrieg offizielle Dokumente sowohl auf Englisch als auch auf Französisch herausgegeben. Die Verfassung von 1845 und ein Gesetz von 1847 sicherten die Zweisprachigkeit. Eine weitere sprachliche Minderheit bilden die Isleños, die im 18. Jahrhundert von den Kanarischen Inseln nach Louisiana auswanderten. Inzwischen ist der Anteil der Französischsprecher in Louisiana jedoch sehr weit zurückgegangen. Im Jahr 2010 rangierte er mit circa 3 % Sprechern hinter Englisch (91,26 %) und Spanisch (ca. 4 %) auf dem dritten Platz.[17]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Religionsgemeinschaften im Jahr 2000 sind die Katholische Kirche (1.382.603), Southern Baptist Convention (768.587) und die United Methodist Church (160.153).[18] Es gibt viele andere, vor allem protestantisch geprägte Konfessionen. Im Vergleich zu den anderen Südstaaten gibt es ungewöhnlich viele Katholiken.

Größte Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

New Iberia Houma (Louisiana) Alexandria (Louisiana) Monroe (Louisiana) Bossier City Kenner (Louisiana) Lake Charles Lafayette (Louisiana) Shreveport Baton Rouge New Orleans

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louisiana, früher berühmt für seine (Un-)Kultur recht offener politischer Korruption, ist einer der in seiner Gesamtheit weniger konservativen Südstaaten. New Orleans und Baton Rouge sind in diesem Staat Zentren des demokratischen Liberalismus. Die Landbevölkerung ist ähnlich konservativ wie in anderen Südstaaten. Nach dem Hurrikan Katrina bleibt allerdings abzuwarten, ob sich das ehemalige liberale Zentrum des Südens, New Orleans, noch einmal erholen kann. In der Vergangenheit war Louisiana vergleichbar mit den anderen Südstaaten. Demokratische Dominanz und Pro-Segregation-Inhalte dominierten bis weit in die 1980er-Jahre das politische Geschehen. Allerdings ist Louisiana durch die Liberalisierung der Demokraten nicht zum eindeutigen Red State geworden, wie zum Beispiel South Carolina, Alabama oder Mississippi. Vielmehr hat Louisiana seit 1972 bei Präsidentschaftswahlen immer für den am Ende siegreichen Kandidaten gestimmt − allerdings nicht im Jahr 2008, als die Wahlmännerstimmen deutlich an den Republikaner John McCain gingen, der Demokrat Barack Obama aber zum Präsidenten gewählt wurde. Auch 2012 wählte Louisiana mit Mitt Romney mehrheitlich den republikanischen Kandidaten, der jedoch Barack Obama unterlag. Louisiana stellt im Electoral College seit 2012 acht Wahlmänner. 1988 waren es noch zehn.[19]

Im US-Senat wird der Staat durch die Republikaner David Vitter und Bill Cassidy vertreten. Louisianas Delegation im Repräsentantenhaus des 114. Kongresses besteht aus fünf Republikanern und einem Demokraten.

Gouverneure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kongress[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Recht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zum Rest der Vereinigten Staaten, in denen Angloamerikanisches Recht gilt, gilt in Louisiana ein auf dem Code Napoléon basierendes kontinentaleuropäisches Recht. Ein in Louisiana akkreditierter Rechtsanwalt hat deshalb keine Zulassung außerhalb des Bundesstaates, und umgekehrt. Auch das Wahlrecht in Louisiana folgt französischem Vorbild, bei den meisten Wahlen gibt es daher eine Stichwahl zwischen den beiden führenden Bewerbern, wenn in der ersten Runde keiner eine absolute Mehrheit erreichen konnte. In fast allen anderen Staaten der USA gilt immer ein einfaches Mehrheitswahlrecht, bei dem keine absolute Mehrheit erforderlich ist, sondern der Kandidat mit den meisten Stimmen sofort gewinnt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Leben in Louisiana ist von zahlreichen Kulturen, Sitten und Gebräuchen geprägt, beispielsweise auch dem Voodookult. Noch heute ist der französische Einfluss spürbar.

Louisiana war 2002 der erste US-Bundesstaat, der Film- und Fernsehproduktionen Steuervergünstigungen anbot. Als weitere Staaten nachzogen, erhöhte Louisiana die Steuervergünstigungen. Dadurch ist Louisiana zum populärsten Staat für Film und Fernsehen nach Kalifornien und New York geworden.[20]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2006 bei USD 32.923 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 37.714; nationaler Rangplatz: 38).[21]

Reiche Lagerstätten an Erdöl und Erdgas (auch Offshoreförderung) sowie an Schwefel und Steinsalz sind Grundlagen der überwiegend energieintensiven Industrie. In der Landwirtschaft werden auf fruchtbaren Böden Sojabohnen, Gurken, Baumwolle, Zuckerrohr, Süßkartoffeln und Reis erzeugt. Große Bedeutung haben Fleisch- und Milchviehhaltung, Geflügelzucht und Fischerei (Garnelen, Austern) sowie Pelzproduktion durch Fallenstellen (Nerze, Otter, Bisamratte, Opossum, Nutria). Die Wälder liefern Bauholz und den Rohstoff für Papiererzeugung. Der Tourismus ist bedeutend.[22]

Wichtigste Wirtschaftszweige im Überblick:

  • Chemische und petrochemische Industrie (Erdöl, Erdgas, Schwefel)
  • Papierindustrie
  • Aluminiumindustrie
  • Tourismus (v. a. New Orleans mit dem größten Hafen der Golfküste)
  • Anbau von Baumwolle, Zuckerrohr, Reis, Gemüse, Tabak
  • Rinderzucht (v. a. Milchwirtschaft)
  • Fischerei
  • Holzgewinnung

Louisiana ist seit Ende des 20. Jahrhunderts der zweitgrößte Erdöl- und Erdgasproduzent der USA; um 2014 erreichte die Förderung einen Höhepunkt. Durch den Verfall des Ölpreises kam es seit 2014 zu einem massiven Arbeitsplatzabbau. Allein 2015 gingen 12.000 Arbeitsplätze in der Ölindustrie und 7.000 in der von billiger Energie stark abhängigen verarbeitenden Industrie verloren. Eine wirtschaftliche Förderung ist erst wieder ab ca. 60 US-Dollar pro Barrel möglich.[23]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Fernverbindungen sind die Interstate 10 und Interstate 20 in West-Ost- sowie die Interstate 49 und Interstate 55 in Nord-Süd-Richtung.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Passagierverkehr von Amtrak verbindet New Orleans, Shriever, New Iberia, Lafayette und Lake Charles mit Mississippi, Texas und der Pazifikküste. Der Güterverkehr wird von zahlreichen Gesellschaften abgewickelt.

Luftverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louisiana verfügt über Flughäfen u. a. in Alexandria, Baton Rouge, Monroe, Shreveport sowie über den internationalen Louis Armstrong New Orleans International Airport, der sich in der Stadt Kenner bei New Orleans befindet.

Häfen und Wasserstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafen New Orleans ist einer der modernsten Hochseehäfen der USA, über die ein großer Teil der Lebensmittelexporte erfolgt. Er liegt 160 Kilometer oberhalb der Mündung des Mississippi. Der Hafen von Baton Rouge ist der am weitesten im Landesinneren gelegene Hochseehafen am Mississippi. Hier werden v.a. Erzeugnisse der Petrochemie auf Schubverbände umgeschlagen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten staatlichen Hochschulen sind in dem University of Louisiana System und dem Louisiana State University System zusammengefasst. Eine weitere staatliche Hochschule ist das Southern University and A&M College. Die bekannteste private Hochschule ist die Tulane University. Weitere Universitäten sind in der Liste der Universitäten in Louisiana verzeichnet.

Einige bekannte Museen haben hier ihren Standort: Alexandria Museum of Art, Confederate Memorial Hall, LSU Rural Life Museum, Louisiana History Museum, Louisiana State Museum, National World War II Museum, New Orleans Mint, New Orleans Museum of Art, R.W. Norton Art Gallery, River Road African American Museum, Shaw Center for the Arts.

Louisiana in der Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Comics[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographische Lage von Louisiana. Abgerufen am 29. Januar 2017
  2. Paul A. Keddy: Water, Earth, Fire: Louisiana's natural heritage. Xlibris, Philadelphia 2008, ISBN 978-1-4363-6234-4.
  3. Geologie in Louisiana. Abgerufen am 29. Januar 2017 (englisch)
  4. a b c Flora und Fauna in Louisiana. Abgerufen am 29. Januar 2017 (englisch)
  5. Klima in Louisiana. Abgerufen am 29. Januar 2017
  6. Wetter in Baton Rouge. Abgerufen am 29. Januar 2017
  7. Luftfeuchtigkeit in Baton Rouge. Abgerufen am 29. Januar 2017
  8. Sonnenstunden in Baton Rouge. Abgerufen am 29. Januar 2017
  9. Klima in New Orleans. Abgerufen am 29. Januar 2017
  10. The Natchez Indians Rebel; Ira Berlin: Generations of Captivity: A History of African-American Slaves, Cambridge, London: The Belknap Press of Harvard University Press, 2003, ISBN 0-674-01061-2, S. 42.
  11. U.S. Census Bureau _ Census of Population and Housing. Abgerufen am 28. Februar 2011
  12. Auszug aus Census.gov. Abgerufen am 28. Februar 2011
  13. Auszug aus census.gov (2000+2010) Abgerufen am 2. April 2012
  14. US Census Bureau
  15. Wolfgang Viereck: dtv-Atlas Englische Sprache, Seite 160. München 2002
  16. US Census 2000
  17. Most spoken languages in Louisiana in 2010, bei mla.org: (Zur Anzeige der Grafik muss „State“ angeklickt und "Louisiana" ausgewählt werden)
  18. The Association of Religion Data Archives | Maps & Reports
  19. www.270towin.com.
  20. Alex Ben Block (The Hollywood Reporter, 28. März 2014): How Georgia Toppled Louisiana in Attracting TV Productions, abgerufen am 29. März 2014.
  21. U.S. Bureau of Economic Analysis: Regional Economic Accounts.
  22. Brockhaus. Enzyklopädie in 30 Bänden, 21., völlig neu bearbeitete Auflage Mannheim, 2006, s. v. Louisiana.
  23. Tom DiChristopher: Oil rout has Louisiana's bayou businesses singing the blues, CNBC, 6. Mai 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Louisiana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Louisiana – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Koordinaten: 31° N, 92° W