LuAZ-967

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LuAZ
Ein LuAZ-967M in Frankreich (2008)

Ein LuAZ-967M in Frankreich (2008)

LuAZ-967
Verkaufsbezeichnung: ZAZ-967, LuMZ-967, LuAZ-967
Produktionszeitraum: 1961–1991
Klasse: Geländewagen
Karosserieversionen: Kübelwagen
Motoren: Ottomotoren:
0,9–1,2 Liter
(20–27 kW)
Länge: 3682 mm
Breite: 1712 mm
Höhe: 1580 mm
Radstand: 1800 mm
Leergewicht: 950 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der LuAZ-967 (russisch ЛуАЗ-967), in den ersten Jahren auch als LuMZ-967 bezeichnet, war ein Amphibienfahrzeug des Herstellers LuAZ, das in den Armeen des Warschauer Pakts als „Geschädigtentransportfahrzeug“ diente. Ab 1961 wurde es in verschiedenen Versionen in Serie produziert.

Fahrzeugbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heckansicht des Fahrzeugs mit Blick auf das mittig sitzende Lenkrad (2008)
Frontansicht – gut zu erkennen ist die Seilwinde des Fahrzeugs (2008)
Schwimender LuAZ-967M (2000)
Fahrzeugcockpit auf einer Ausstellung in Kiew (2013)

Der LuAZ-967 wurde unter Berücksichtigung der Erfahrungen der Sowjetarmee im Koreakrieg (1950–1953) entwickelt und seit 1961 im Luzker Fahrzeugwerk in Serie gefertigt. Ein erster Prototyp wurde noch unter dem Namen ZAZ-967 gebaut, von 1961 bis 1967 hießen die Serienfahrzeuge LuMZ-967, da auch das Werk erst 1966 in LuAZ umbenannt wurde.[1]

Da die Armeen des Warschauer Pakts zum großen Teil mit schwimmfähigen Fahrzeugen (z. B. SPW 60, SPW 70, SPz BMP-1, BMP-2) ausgestattet waren, musste auch der Rücktransport der Verwundeten mit schwimmfähigen Fahrzeugen erfolgen können.

Das „Geschädigtentransportfahrzeug“ war für den Einsatz im „vordersten Bereich“ konzipiert. Es war luftlandefähig und konnte mittels mitgeführter Spurbrücken auf dem Rückmarsch auch kleinere Gräben selbsttätig überwinden.

Durch die klappbare Lenksäule, Frontscheibe und die versenkbaren Sitze war es möglich, das Fahrzeug im Liegen zu steuern, was insbesondere bei Beschuss von Vorteil ist. Dabei konnten die seitlich angebrachten Spurbrücken als Splitterschutz aufgestellt werden.[2]

Der Fahrersitz ist mittig angeordnet, da seitlich die Tragen für die Verwundeten angebracht wurden. Alternativ gehörte, neben weiterer Sanitätsausstattung, eine Verwundetentransportmatte zur Ausrüstung. Mittels der zwei seitlich angeordneten Notsitze konnten anstelle der Tragen leichter Verwundete sitzend transportiert werden. Mit der serienmäßigen Seilwinde (etwa 2 kN Zugkraft) konnten Verwundete auf einer Zeltbahn aus den Schussbereich gerettet und an das Fahrzeug herangezogen werden.[2]

Die Schwimmfähigkeit des LuAZ ist laut Betriebsanleitung auf 30 Minuten begrenzt und auf Grund des Antriebs über die Räder ausschließlich auf stehende Gewässer beschränkt. Die Geschwindigkeit beträgt dann etwa 3 km/h. Da die Abdichtung gegen eindringendes Wasser nur unzureichend war, umfasste die Ausstattung auch eine Lenzpumpe mit Pumpensumpf im Motorraum. Die 30-minütige Schwimmfähigkeit bedeutet aber nicht, dass der LuAZ dann sinkt. Vielmehr wird aufgrund der geringen Geschwindigkeit der Motor nicht mehr mit ausreichend Fahrtwind gekühlt, wodurch es zur Überhitzung kommen kann.[2]

Verschiedene Versionen des LuAZ-967 wurde 1978 bei den Sanitäts-Bataillonen der Mot-Schützen-Divisionen der Nationalen Volksarmee der DDR eingeführt. Insgesamt wurden etwa 250 Fahrzeuge importiert.[3]

Das Fahrzeug war in keiner Armee mit Hoheitszeichen ausgestattet, sondern trug das Rote Kreuz auf den vorderen Kotflügeln, der Frontscheibe und am rechten Fahrzeugheck. Die Fahrer trugen im Einsatz statt des Stahlhelms eine Panzerfahrer-Haube, da sie über das mitgeführte Funkgerät R 105 im Funkkontakt standen.

Modellversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die lange Produktionszeit des Fahrzeugs hinweg gab es verschiedene Modellvarianten.

  • ZAZ-967 – Diesen Arbeitstitel erhielten die ersten Prototypen, die noch im Saporisky Awtomobilebudiwny Sawod gefertigt wurden.
  • LuMZ-967 – Ab 1961 im Luzki Maschinostroitelny Sawod (LuMZ) in Serie gebaute Version mit 0,9-Liter-Motor und 27 PS (20 kW) Leistung. 1967 wurde das Fahrzeug in LuAZ-967 umbenannt, da aus dem Maschinenbauwerk offiziell ein Automobilhersteller wurde. Entsprechend änderte sich der Werksname von LuMZ in LuAZ.[1]
  • LuAZ-967A – Eine ab 1972 gefertigte Version mit überarbeiteten Scheinwerfern und stärkerem Motor.
  • LuAZ-967M – 1975 bis 1991[4] gebaute Version mit Seilwinde und 1,2-Liter-Motor mit 37 PS (27 kW).

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für ein Fahrzeug Baujahr 1974.[2]

  • Motor: Vierzylinder-Ottomotor, luftgekühlt
  • Leistung: 37 PS (27 kW)
  • Hubraum: 1197 cm³
  • Drehmoment: 71 Nm
  • Höchstgeschwindigkeit: 75 km/h an Land, 3 km/h im Wasser
  • Tankvolumen: 34 l
  • Antriebsformel: 4×2 bzw. 4×4 (permanenter Frontantrieb, Hinterachse zuschaltbar)
  • Getriebe: mechanisch, 4 Vorwärtsgänge
  • Trommelbremsen an allen Rädern
  • Einzelradaufhängung mit Drehstabfedern
  • schwimmfähig für 30 Minuten in ruhigen Gewässern
  • Antrieb im Wasser über rotierende Hinterräder

Abmessungen und Gewichte

  • Länge: 3682 mm
  • Breite: 1712 mm
  • Höhe: 1580 mm
  • Bodenfreiheit: 285 mm
  • Radstand: 1800 mm
  • Leergewicht: 950 kg
  • Zuladung: 400 kg
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 1350 kg

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Webseite zum Fahrzeug und insbesondere seiner frühen Geschichte (russisch)
  2. a b c d Fahrbericht zum LuAZ-967 von 2008
  3. Webseite zum Fahrzeug mit kurzer Geschichte und Fotografien (russisch)
  4. Webseite zur Geschichte des Fahrzeugs (russisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: LuAZ-967 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien