Luc-Armau

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Luc-Armau
Luc-Armau (Frankreich)
Luc-Armau
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh
Gemeindeverband Nord Est Béarn
Koordinaten 43° 25′ N, 0° 4′ WKoordinaten: 43° 25′ N, 0° 4′ W
Höhe 218–324 m
Fläche 5,85 km2
Einwohner 116 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 20 Einw./km2
Postleitzahl 64350
INSEE-Code

Rathaus von Luc-Armau

Luc-Armau ist eine französische Gemeinde mit 116 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh (bis 2015: Kanton Lembeye).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luc-Armau liegt ca. 35 km nordöstlich von Pau in der Region Vic-Bilh der historischen Provinz Béarn am nordöstlichen Rand des Départements und grenzt an das benachbarten Département Hautes-Pyrénées.

Umgeben wird Luc-Armau von den Nachbargemeinden:

Lembeye Bassillon-Vauzé
Peyrelongue-Abos Nachbargemeinden Vidouze (Hautes-Pyrénées)
Lucarré Bentayou-Sérée

Luc-Armau liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Larcis, ein Nebenfluss des Lées, entspringt auf dem Gebiet der Gemeinde. Zwei Nebenflüsse des Louet, der Ruisseau de Peyroulet und der Ruisseau de Lissarre, durchströmen ebenfalls die Gemeinde.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 12. Jahrhundert unterstanden Luc und Armau einer Komturei des Malteserordens, die vor 1540 an Caubin und Morlaàs angegliedert wurde. Der Kommandeur und gleichzeitig Grundherr von Luc-Armau hatte Zugang zu der Ständeversammlung des Béarn. 1381 vereinigten sich die beiden Dörfer Luc und Armau unter einer Grundherrschaft. Bei der Volkszählung im Jahre 1385 wurden in Luc vier, in Armau ein einziger Haushalt gezählt, Luc unter der Bailliage von Montaner, Armau unter der des Erzpriestertums von Lembeye. Trotz der moderaten Größe der Dörfer in jener Zeit erlangten sie im Mittelalter eine gewisse Bedeutung durch den Verlauf eines der Pilgerwege nach Santiago de Compostela durch die Gemeinden, der wahrscheinlich der Trasse einer ehemaligen Römerstraße von Beneharnum (Lescar) nach Augusta Auscorum (Auch) folgt. Die ehemaligen Gemeinden Luc und Armau vereinigten sich im Jahre 1831 offiziell zur neuen Gemeinde Luc-Armau.[2][3]

Toponyme und Erwähnungen von Luc waren:

  • l’espitau deu Luc (1385, Volkszählung im Béarn, Blatt 62),
  • Lucq (1750 und 1793, Karte von Cassini bzw. Notice Communale) und
  • Luc (1801, Bulletin des lois).[3][4][5]

Toponyme und Erwähnungen von Armau waren:

  • Hermau (14. Jahrhundert, Volkszählung im Béarn),
  • Armau (1750, Karte von Cassini),
  • Arman (1793, Notice Communale) und
  • Armau (1801, Bulletin des lois).[3][4][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von rund 400 reduzierte sich die Zahl bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1990er Jahren auf ein Niveau von rund 100 Einwohnern. Erst in den letzten Jahren setzte ein leichtes Wachstum der Gemeinde ein.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 126 125 121 110 106 105 106 110 116
Bis 1821 nur Einwohner von Luc, ab 1831 von Luc-Armau
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[5] INSEE ab 2006[7][8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche in Luc, geweiht dem heiligen Blasius. Eine Pfarrkirche wurde bereits seit dem 11. Jahrhundert erwähnt, das ursprüngliche Gebäude der heutigen Kirche datiert aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Sie unterstand der Komturei des Malteserordens, das sich gegenüber befand. Trotz zahlreicher Umgestaltungen im 18. und 19. Jahrhundert hat die Kirche einzelne Elemente aus der Ursprungsepoche behalten. Das südliche Seitenschiff ist 1642 angefügt worden, wie eine Inschrift auf dem Schlussstein eines Bogens belegt. Der Glockenturm wurde 1724 umgestaltet, das nördliche Seitenschiff im Jahre 1816 restauriert oder neu gebaut. Chor und Sakristei sind 1858 nach Plänen des Architekten Poublan aus Pau neu gebaut worden. Zehn Doppelkapitelle, die vermutlich aus einem alten Kloster stammen, sind im nördlichen Seitenschiff neu eingesetzt worden. Viele Einrichtungsgegenstände stammen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[9][10]
  • Pfarrkirche in Armau, geweiht dem Apostel Johannes. Die Kirche ist im 17. Jahrhundert am Friedhof von Armau neu errichtet, im 18. Jahrhundert umgebaut worden. Das einschiffige Langhaus besitzt einen Glockengiebel. Viele Einrichtungsgegenstände stammen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[11]
  • Ehemalige Komturei des Malteserordens. Das Hospital zur Pflege von vorbeikommenden Pilgern auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela wurde 1557 zerstört, Schloss und Komturei stellten in der Folge nicht mehr den Sitz des Kommandeurs dar. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts ließ der Kommandeur Charles de Marquein de Rochefort das heutige Gebäude als Landgut wieder errichten. Von der ehemaligen Komturei sind die beiden runden Türme übrig geblieben, die den Wohntrakt einrahmen, die Fensteröffnungen der ersten Etage, die Dachfenster aus dem 16. Jahrhundert und ein Wappen auf der Eingangstür.[12]
  • Schloss von Armau. Ein einfaches Schloss ist im 16. und 17. Jahrhundert auf einer strategischen Stelle auf einer Anhöhe an der Grenze zum Bigorre von der Adelsfamilie Germenaud Lassède errichtet worden. Auf der Karte von Cassini ist es als „Germenaut“ eingetragen. Im 19. Jahrhundert und gegen 1900 ist das Schloss umgebaut worden. Vom ursprünglichen Bau sind die beiden rechteckigen Türme erhalten, die den Wohntrakt einschließen. Das Schloss besitzt heute die Funktion eines Bauernhofs. Ein Taubenschlag aus dem 17. Jahrhundert ist wie das Schloss gegen Ende des 19. Jahrhunderts stark umgestaltet worden. Der hexagonale Bau ruht auf sieben Säulen aus Sandstein und erweckt den Eindruck eines Schweizer Chalets mit seinen sechs Giebelfassaden.[13][14]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist traditionell der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[15]
Gesamt = 13

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luc-Armau wird durchquert von den Routes départementales 224 und 943, der ehemaligen Route nationale 643.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luc-Armau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ma commune : Luc-Armau (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 28. August 2017.
  2. Conseil régional d’Aquitaine: Luc-Armau (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 28. August 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 28. August 2017.
  3. a b c Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 10, 105. 1863. Abgerufen am 28. August 2017.
  4. a b David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 28. August 2017.
  5. a b Notice Communale Luc-Armau (fr) EHESS. Abgerufen am 28. August 2017.
  6. Notice Communale Armau (fr) EHESS. Abgerufen am 28. August 2017.
  7. Populations légales 2006 Commune de Luc-Armau (64356) (fr) INSEE. Abgerufen am 28. August 2017.
  8. Populations légales 2014 Commune de Luc-Armau (64356) (fr) INSEE. Abgerufen am 28. August 2017.
  9. Conseil régional d’Aquitaine: Église Saint-Blaise de Luc-Armau (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 28. August 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 28. August 2017.
  10. Eglise paroissiale Saint-Blaise (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 28. August 2017.
  11. Eglise paroissiale Saint-Jean (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 28. August 2017.
  12. Conseil régional d’Aquitaine: Ferme Lacommande ou château de Luc (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 28. August 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 28. August 2017.
  13. Conseil régional d’Aquitaine: Château d’Armau (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 28. August 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 28. August 2017.
  14. Conseil régional d’Aquitaine: Pigeonnier du château d’Armau (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 28. August 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 28. August 2017.
  15. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Luc-Armau (64356) (fr) INSEE. Abgerufen am 28. August 2017.