Luci van Org

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Luci van Org 2009

Luci van Org (* 1. September 1971 in Berlin; eigentlich Ina Lucia Hildebrand) ist eine deutsche Musikerin und Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luci van Org wurde im Berliner Bezirk Tempelhof geboren. Anfang der 1990er Jahre war van Org als Eena aktiv; unter diesem Pseudonym entstand unter anderem der Song Gates of Eden aus dem Film Go Trabi Go.

Im Jahr 1994 veröffentlichte van Org unter dem Namen Lucilectric zusammen mit dem Produzenten Ralf Goldkind ihr bekanntestes Lied Mädchen. Nach der Trennung von Lucilectric arbeitete sie mit ihrer Band Das Haus von Luci. Mit dieser Band veröffentlichte van Org die Alben Der verbotene Raum (2003) und Der Tod wohnt nebenan (2006, als Beilage zum Kurzgeschichtenband Der Tod wohnt nebenan). 2007 gründete sie die Band Üebermutter, die mit provozierenden Kostümen und Texten auf sich aufmerksam macht. Das erste Album Unheil, das sich dem Genre der Neuen Deutschen Härte zuordnen lässt, erschien im April 2008.

2010 gründete sie zusammen mit dem Schauspieler und Musiker Roman Shamov (Rummelsnuff, Weird Fishes) das Indie-Elektropop-Duo Meystersinger. Unabhängig von einer Plattenfirma, dafür mit teilweise finanzieller Unterstützung von Musikfans durch Crowdfunding brachte van Org 2012 das Album Trost sowie 2014 das Album Haifischweide auf den Markt. 2017 folgte das Album Frieden.

Als Songwriterin schrieb van Org Texte und Songs unter anderem für Nena, Nina Hagen oder die Bands Eisblume, Terrorgruppe und Panda. Sie arbeitete als Musikproduzentin für die Band Panda und Katharina Saalfrank. 2016 nahm van Org ein Cover ihres Lucilectric-Songs Mädchen für das 2017 erschienene Debütalbum Panda Metal Party des Metal-Satire-Künstlers Sataninchen auf.[1]

Für das Musikprojekt KiNG MAMI hat van Org sich mit dem Schauspieler und Sänger Daniel Zillmann zusammengeschlossen, einige Musikvideos wurden bereits veröffentlicht.[2][3] Für ein kommendes Album werden Stücke im Studio aufgenommen, auf der Fotogena-Tour 2018/2019 der Band Laing war King Mami der Support.[4]

Neben der Musik arbeitete van Org als Schauspielerin und Moderatorin und erlangte durch eine Fotostrecke im Magazin Marquis im Jahr 2000 kurzzeitig Bekanntheit als Fetischmodel. Von 1994 bis 2004 war sie Moderatorin der Sendungen Luci in the Sky, Blue Moon mit Luci und Soundgarden beim Radiosender Fritz. Seit 2000 schreibt sie gelegentlich Kolumnen, unter anderem für die Berliner Morgenpost. Sie war in mehreren Kino- und Fernsehfilmen und Fernsehserien als Schauspielerin zu sehen. Zudem ist van Org auch als Drehbuchautorin tätig. Im Jahr 2007 gab sie darin ihr Debüt und war an der allerersten Folge der Serie Notruf Hafenkante mit dem Titel Zeugnistag beteiligt. Im Jahr darauf schrieb sie das Drehbuch zu zwei Folgen von In aller Freundschaft, 2011 folgte das Drehbuch zum Kinofilm Lollipop Monster und zur ZDF-Kultur-Miniserie Heim Herd Hund. 2017 verfasste sie drei Folgen der Serie WaPo Bodensee. Zusammen mit dem Schauspieler Andreas Schmidt schrieb van Org das Theaterstück Die 7 Todsünden oder die Hochzeit der Wetterfee, das am 26. November 2006 im Theater am Kurfürstendamm in Berlin uraufgeführt wurde. Zwischen 2020 und 2021 schrieb van Org drei Folgen der RTL-Serie Der Lehrer. Im März 2021 wurden die Folgen 15 und 16 der Serie WaPo Berlin im Ersten ausgestrahlt, für die sie gemeinsam mit Ihrem Ehemann die Drehbücher schrieb.[5][6] Ebenso für die Folge 24, die im April 2022 gesendet wurde. Hier spielte van Org zudem eine der Episodenhauptrollen.[7] Seit 2019 schreibt van Org auch Drehbücher für die ZDF-Serie Letzte Spur Berlin (Staffel 8, Folge 4 und 12, Staffel 11, Folge 4) und für die Reihe Lena Lorenz (Folge Baby auf Probe).

2002 veröffentlichte van Org ihre erste Kurzgeschichte in der Anthologie Taxigeschichten im dtv-Verlag, 2006 erschien ihr erster Kurzgeschichtenband Der Tod wohnt nebenan im Parthas Verlag. 2013 erschien ihr Debüt-Roman Frau Hölle, 2015 Schneewittchen und die Kunst des Tötens, 2017 Die Geschichten von Yggdrasil. Das kleine Familienbuch der nordischen Sagen und im Juni 2019 Vagina dentata.

Van Org heiratete 2001 den Regisseur Axel Hildebrand, mit dem sie einen Sohn (* 2004) hat.[8]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film

Fernsehen

  • 1998: Mama ist unmöglich (Staffel 2)
  • 2000: Code Name: Eternity – Gefahr aus dem All (1 Folge)
  • 2002: Edel & Starck (eine Folge)
  • 2002: In aller Freundschaft (Folge: Rivalitäten)
  • 2004: Balko (eine Folge)
  • 2004: Schloss Einstein (3 Folgen)
  • 2011: Heim Herd Hund (6 Folgen)
  • 2017–2019: WaPo Bodensee (Drehbuch 11 Folgen)
  • 2019: Letzte Spur Berlin (Staffel 8 / Drehbuch Folgen 4 und 12)
  • 2020: Der Lehrer (Drehbuch 1 Folge)
  • 2021: WaPo Berlin (Co-Drehbuch Folgen 15 und 16)
  • 2022: Lena Lorenz: Baby auf Probe (Drehbuch)
  • 2022: Letzte Spur Berlin (Staffel 11 / Drehbuch Folge 4)
  • 2022: WaPo Berlin (Co-Drehbuch und eine Episodenhauptrolle Folge 24)

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Eena

  • 1990: 18 so What (Single)
  • 1990: Gates of Eden (Single und Soundtrackbeitrag zu Go Trabi Go)
  • 1992: Welcome to the Sun (Single)

als Luci van Org mit Lucilectric

  • 1994: Mädchen (Album)
  • 1996: Süß und Gemein (Album)
  • 1997: Tiefer (Album)

Luci van Org

  • 1999: Waterfalls (Single)
  • 2000: No Endless Summer (Single; Plewka feat. Luci van Org)[9]
  • 2010: Notaufnahmen (Album mit Coversongs in dem Buch Notbuch)

mit Das Haus von Luci

  • 2003: Der verbotene Raum (Album)
  • 2006: Der Tod wohnt nebenan (Album mit gleichnamigen Buch)

mit Üebermutter

  • 2007: Heim und Herd (Promo-Single)
  • 2008: Unheil (Album)[10]
  • 2008: Wein mir ein Meer (Single)

mit Meystersinger

  • 2012: Trost (Album)
  • 2014: Haifischweide (Album)
  • 2017: Frieden (Album)

als Lucina Soteira

  • 2020: Safe (Single)
  • 2020: O Caligo (Single)
  • 2021: Amor Vincit Omnia (Single)
  • 2021: Mein Wille (Single)

Kooperationen

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Luci van Org – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sataninchen: Panda Metal Party. Tracklist auf cd-lexikon.de.
  2. King Mami – Video zum ersten Song. (Nicht mehr online verfügbar.) In: unart.tv. Archiviert vom Original am 15. April 2019; abgerufen am 21. März 2022.
  3. KiNG MAMI - House Of Hope. In: youtube.com. King Mami, abgerufen am 21. März 2022.
  4. Christian Reder: Laing in Essen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: deutsche-mugge.de. 25. Januar 2019, archiviert vom Original am 15. April 2019; abgerufen am 21. März 2022.
  5. WaPo Berlin Abgeschleppt Folge 15. In: daserste.de. 9. März 2021, abgerufen am 8. Januar 2022.
  6. WaPo Berlin Laubenpieper Folge 16. In: daserste.de. 16. März 2021, abgerufen am 8. Januar 2022.
  7. WaPo Berlin (24). In: ard.de. 26. April 2022, abgerufen am 28. April 2022.
  8. Luci van Org („Lucilectric“) über ihr wildes Leben – „Ich will, dass es knallt“. bild.de vom 31. Juli 2013
  9. discogs.com
  10. laut.de