Lucy im Licht

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Lucy im Licht ist ein Sachbuch von Markolf Niemz. Es erschien am 22. August 2007 im Droemer-Verlag. Das Buch ist der zweite Teil der Lucy-Trilogie und beschäftigt sich im Rahmen einer fiktiven Rahmenhandlung mit Nahtoderfahrungen sowie der „Seele“, einem immateriellen Prinzip, das als Träger des Lebens eines Individuums und seiner durch die Zeit hindurch beständigen Identität aufgefasst wird.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lucy ist eine Reiseführerin. Sie erklärt zunächst einige physikalische Prinzipien. Die Relativitätstheorie mit der Struktur von Raum und Zeit und der Längenkontraktion wird angeschnitten und religiöse Ansichten werden angesprochen. Als Wissenschaftlerin ist sie nicht nur neugierig, sie stellt auch einige Theorien auf. An vielen Stellen des Buches konfrontiert sie den Leser direkt mit Behauptungen und regt ihn so zum Nachdenken an. Außerdem versucht die Protagonistin zu erklären, warum es überhaupt Leben auf dieser Welt gibt, und meint dazu, dass der Raum für die Seele wichtig sei, um zu erfahren, was Liebe und Wissen ist.[1]

Grundgedanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund religiöser Jenseitsvorstellungen und Berichten von Menschen mit Nahtoderfahrungen versucht Niemz zu erklären, was passiert, wenn die Seele den menschlichen Körper verlässt. Niemz macht darauf aufmerksam, dass sich viele Aussagen von Menschen mit Nahtoderlebnissen an einem Punkt ähnlich sind, dass den Betroffenen nämlich ein sehr helles Licht erscheine und immer größer werde. Daraus schließt er, dass sich die Seele mit extrem hohem Tempo vorwärts bewege. Bei annähernder (nicht bei voller) Lichtgeschwindigkeit begegneten der Seele Lichtstrahlen dann nur noch von vorne, wodurch ein kreisrundes, leuchtendes Bild entstehe, das immer größer werde, bis die Seele bei voller Lichtgeschwindigkeit vom Licht komplett umschlossen werde. Nach Niemz’ Auffassung erreiche die Seele so die Unendlichkeit bzw. die Ewigkeit.[2][3][4]

Form und Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niemz hat versucht, physikalische Muster so zu erläutern, dass auch Leser ohne Kenntnisse der Relativitätstheorie und von Grenzwissenschaften dem Verlauf folgen können.[1] Dafür bedient er sich zahlreicher Illustrationen, mit denen er z. B. auf einfache Art den Searchlight-Effekt erläutern kann, der den Eindruck erweckt, als bewege sich bei hoher Geschwindigkeit alles von vorn auf den Betrachter zu.[5]

Einordnung ins Werk des Autors[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niemz, Professor der Medizintechnik, beschäftigt sich oft mit Nahtodforschung. Erfahrungen dieser Forschung fanden schon im ersten Teil seiner Lucy-Trilogie, Lucy mit c, Erwähnung. Im zweiten Teil der Trilogie wird detailreicher auf Nahtoderlebnisse eingegangen, besonders auf Schilderungen von Betroffenen. Typisch für Niemz’ Lucy-Werke ist der Versuch, eine Brücke zwischen Religion und Naturwissenschaft zu bauen. Dem Leser soll verdeutlicht werden, dass ein Dialog zwischen beiden für die Zukunft wichtig und unvermeidbar sei. Dies wird damit begründet, dass Physiker nicht in einer anderen Welt lebten als Theologen.

Bei Lucy im Licht wird auch auf die Frage nach dem Sinn des Lebens eingegangen. Die Protagonistin Lucy vollzieht in den Büchern eine Entwicklung. So knüpfen ihre Gedanken im zweiten Teil an die des ersten an. Hatte sie im ersten Teil noch voller Neugier viele Fragen aufgeworfen, die auch beantwortet wurden, so wirkt sie durch diese Erkenntnisse im zweiten Teil etwas selbstbewusster.[6][7][1]

Im Mai 2007 gründete Niemz die nach seinen Büchern benannte Stiftung „Lucys Kinder“. Die Stiftung unterstützt karitative Projekte, unter anderem zum Aufbau von Schulen und Straßen in wirtschaftlich rückständigen Ländern.[8]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Meinungen der Kritiker gingen auseinander. Allgemein wurde der leicht verständliche Schreibstil gelobt. Mit einfachen Worten führe der Autor den Leser an Erkenntnisse in der Quantenphysik und der speziellen Relativitätstheorie heran. Dem Leser scheine die Idee berührend, dass die Seele nach dem Tod mit Lichtgeschwindigkeit durchs Weltall fliege, aber Niemz wage sich weit ins Feld der Theologie, zum Beispiel mit der Aussage, dass das Dasein ein Spiel sei und vermutlich nur das Ziel kenne, sich im Sinne seines Schöpfers zu vollenden.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Lucy im Licht – engelmagazin.de
  2. Das Jenseits und die Physik – Zurück ins Leben – derStandard.at
  3. Mysterium Nahtod – Serie „Rätsel der Menschheit“ – PM Online (Memento vom 20. Oktober 2011 im Internet Archive)
  4. Lucy, die Physik und das Jenseits – newsage.de
  5. Welt.de: Die Seele existiert auch nach dem Tod. Abgerufen am 4. Mai 2016.
  6. “Liebe und Wissen sind die höchsten Werte” – Interview mit Markolf Niemz – freiewelt.net
  7. Interview mit Markolf H. Niemz – engelmagazin.de
  8. Stiftung Lucys Kinder
  9. Sehnsucht nach Ewigkeit: «Lucy im Licht» ist bereits ein Bestseller – monstersandcritics.de