Ludwag
Ludwag Stadt Scheßlitz
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 57′ N, 11° 5′ O |
| Höhe: | 539 m ü. NHN |
| Fläche: | 5,97 km²[1] |
| Einwohner: | 116 (30. Sep. 2025)[2] |
| Bevölkerungsdichte: | 19 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 96110 |
| Vorwahl: | 09542 |
Blick auf Ludwag
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Ludwag ist ein Gemeindeteil der Stadt Scheßlitz im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Ludwag hat eine Fläche von 5,969 km². Sie ist in 606 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9850,15 m² haben.[1][4]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Pfarrdorf liegt auf einer Hochebene der Fränkischen Schweiz. Unterhalb der Ortschaft liegt ein ausgedehnter stillgelegter Kalksteinbruch. Auf einem Berg in der Nähe von Ludwag befindet sich die Wallfahrtskirche Gügel. Im Südosten liegt ein aus zwölf Windrädern bestehender Windpark. Die Staatsstraße 2187 führt nach Neudorf bei Scheßlitz (1,7 km südlich) bzw. nach Zeckendorf (2,4 km nordwestlich). Die Kreisstraße BA 30 führt nach Kübelstein (1,6 km nordöstlich). Die Kreisstraße BA 51 führt nach Poxdorf (3 km südöstlich).[5]
Geologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu Ludwag gehört ein ehemaliger Steinbruch, der allmählich renaturiert wird. Von diesem Steinbruch rührt der Spitzname Staa-Beißer (hochdeutsch: Stein-Beißer) her.[6]
Ortsname
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name des Dorfes ist slawischen Ursprungs (lud: Leute, wach: Wacht).
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vermutlich gehörte Ludwag zu den Standorten der Slawenkirchen, die Karl der Große im Jahr 793 im Rahmen der Slawenmission gründen ließ, indem er um 790 den Würzburger Bischof Berowelf beauftragte, 14 Missionskirchen für die christianisierten Slawen an Main und Regnitz zu errichten, deren Lage meist nur vermutet werden kann.
Die erste urkundliche Erwähnung war erst im Jahr 1061, als der Ort dem Hochstift Bamberg übergeben wurde. Im Jahre 1112 war er Herrensitz des Freiherrn von Ludunbach.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ludwag aus 35 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren
- das Amt Scheßlitz: 1 Hof, 23 Häuser mit Stadel, 1 Schenkstatt mit Brauhaus;
- das Kloster Langheim: 1 Haus mit Stadel;
- die Pfarrei Ludwag: Pfarrhof, Schulhaus, 1 Haus mit Stadel;
- das Gotteshaus Ludwag: 1 Gütlein;
- das Elisabeth-Spital Scheßlitz: 2 Söldenhäuser;
- die Grafen von Giech zu Thurnau: 2 Häuser mit Stadel;
- die Grafen Voit von Rieneck: 1 Hof.[7]
Im Jahre 1802 kam Ludwag an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde Ludwag dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Zeckendorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Ludwag. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 21 Anwesen bis 1848 dem Patrimonialgericht Wiesentfels. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).[8] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 1,766 km².[9]
Am 1. Mai 1978 wurde Ludwag im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Scheßlitz eingegliedert.[10][11]
Baudenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Ludwag gibt es zwei Baudenkmäler:[12]
- katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer
- Hans-Wölfel-Straße 1: Pfarrhaus
Bodendenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Gemarkung Ludwag gibt es neun Bodendenkmäler.[12]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 201 | 252 | 243 | 232 | 235 | 227 | 240 | 260 | 284 | 263 | 243 | 215 | 206 |
| Häuser[13] | 40 | 41 | 42 | 43 | 42 | ||||||||
| Quelle | [8] | [14] | [14] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [14] | [22] |
| Jahr | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 | 1987 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 199 | 219 | 215 | 217 | 209 | 191 | 221 | 229 | 208 | 170 | 167 | 165 | *116 |
| Häuser[13] | 37 | 37 | 37 | 39 | |||||||||
| Quelle | [14] | [23] | [14] | [24] | [25] | [25] | [25] | [26] | [25] | [9] | [27] | [28] | [2] |
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ludwag ist römisch-katholisch geprägt und bis heute Sitz der Pfarrei St. Johannes der Täufer.[7][9]
Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Sat.1-Krimiserie Der König, Folge Herz aus Gold, mit Günter Strack, diente der Steinbruch 1994 als Kulisse für die Schlussszene.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann Kaspar Bundschuh: Ludwach. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 400 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Ludwach. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 36 (Digitalisat).
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ortsteile > Ludwag. In: schesslitz.de. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
- Ludwag in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 23. Dezember 2025.
- Ludwag in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 23. Dezember 2025.
- Ludwag im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 23. Dezember 2025.
Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Gemarkung Ludwag (092220). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 23. Dezember 2025.
- ↑ a b Einwohnerzahlen nach Stadtteilen. In: schesslitz.de. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
- ↑ Stadt Scheßlitz, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 23. Dezember 2024.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 23. Dezember 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 23. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ Silvio Janetz: Biostratigraphie und Paläoökologie des Unterkimmeridgium im unteren Steinbruch von Ludwag (Frankenalb). In: geoberg.de. 11. Juni 2010, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 27. Juni 2010 (private Webseite von Lutz Geißler): „Dieser Text ist am 20. November 2004 auf der alten Version von geoberg.de erschienen und wurde übernommen.“
- ↑ a b W. Weiß: Bamberg, S. 144.
- ↑ a b W. Weiß: Bamberg, S. 253f.
- ↑ a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 646 (Digitalisat).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 672 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Scheßlitz > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 23. Dezember 2024.
- ↑ a b Denkmalliste für Scheßlitz (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b c d e f Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 137, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 832, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 127 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1003, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 48 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 139 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 949 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 139 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 993 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 139 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1014 (Digitalisat).
- ↑ a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 135, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 877 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 146 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 291 (Digitalisat).