Ludwig-Erhard-Stiftung

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Die Ludwig-Erhard-Stiftung e.V. wurde 1967 durch Altbundeskanzler Ludwig Erhard in Bonn als gemeinnütziger Verein gegründet.

Der Verein will durch Publikationen, Vorträge und Veranstaltungen „der Fortentwicklung und Stärkung der Sozialen Marktwirtschaft“ dienen. Sie hat nach ihrer Satzung die Aufgabe, „freiheitliche Grundsätze in Politik und Wirtschaft durch staatsbürgerliche Erziehungs- und Bildungsarbeit im In- und Ausland sowie durch wissenschaftliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Wirtschaft und Ordnungspolitik“ zu fördern.

Ein wissenschaftliches Dokumentationszentrum über Ludwig Erhard, sein Leben und Wirken ermöglicht der zeitgeschichtlichen Erhard-Forschung den Zugang zu wichtigen Quellen.

Der Etat wird laut Vereinssatzung aus dem Stiftungsvermögen, durch freiwillige Beiträge und durch Spenden finanziert.[1] Für den jährlich aufzustellenden Jahresabschluss und Geschäftsbericht besteht keine Publikationspflicht.

Vorstandsvorsitzender des Vereins ist Roland Tichy, Geschäftsführer ist Lars Vogel.

Stellvertretender Vorsitzender der Stiftung ist Oswald Metzger.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Eklat um Preisverleihung an Friedrich Merz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2018 lehnte Friedrich Merz den von der Stiftung verliehenen Ludwig-Erhard-Preis ab. Er begründete dies mit den rechtspopulistischen publizistischen Tätigkeiten des Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Roland Tichy. Vier Mitglieder der Jury, Ursula Weidenfeld, Rainer Hank, Nikolaus Piper und Ulric Papendick, nahmen den Vorfall zum Anlass, zurückzutreten. Sie warfen Tichy vor, er würde die Stiftung als „Reputationsmaschine“ für seine publizistische Tätigkeiten machen. Ebenso kritisierten sie, dass der stellvertretende Vorsitzende Oswald Metzger Büroleiter bei Tichy geworden sei. Andere Jurymitglieder, Thomas Mayer und Frank Schäffler, sprachen sich für Tichy aus. Schäffler sah eher „innerhalb des Liberalismus ein Zerwürfnis zwischen den Anhängern des Merkel-Kurses und dessen Gegnern, sei es bei der Euro-Rettung und nun beim Migrationsstreit“.[2]

Mitglieder (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Publikationen sind bisher erschienen bzw. erscheinen als Periodika:

  • Periodikum Im Klartext. Informationen zur Sozialen Marktwirtschaft, monatlich erscheinender Infobrief für junge Erwachsene
  • Periodikum Orientierungen zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, Vierteljahreszeitschrift mit ordnungspolitischen und zeitgeschichtlichen Beiträgen
  • Schriftenreihe Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft, bisher 8 Monographien zu ordnungspolitischen Themen
  • Buchreihe Grundtexte zur Sozialen Marktwirtschaft, bisher 3 Bände
  • Festschrift 100 Jahre Ludwig Erhard
  • Schriftenreihe Symposien, bisher 45 Monographien zu marktwirtschaftlichen Themen

Ludwig-Erhard-Medaille für Verdienste um die Soziale Marktwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ludwig-Erhard-Medaille für Alfred Müller-Armack, 1976

Die Ludwig-Erhard-Medaille für Verdienste um die Soziale Marktwirtschaft der Ludwig-Erhard-Stiftung e.V. „soll Männern und Frauen verliehen werden, die sich durch beispielhafte Leistungen für das Gesamtwohl und den Bestand und die Fortentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft und der sie tragenden Prinzipien besonders verdient gemacht haben.“

Bisherige Träger der Medaille sind:

Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik der Ludwig-Erhard-Stiftung e.V. wird als Hauptpreis und seit 1991 auch als Förderpreis verliehen, um „Informationen und Diskussionen über die Soziale Marktwirtschaft zu fördern“. Der Förderpreis ist ein Nachwuchswettbewerb und wird an Journalisten, Wissenschaftler und Angehörige anderer Berufe vergeben, die jünger als 35 Jahre sind.

Die zehnköpfige Jury besteht zum Teil aus ehemaligen Preisträgern:[3]

Bisherige Träger des Hauptpreises waren:

Bisherige Träger des Förderpreises sind:

Sonstige Förderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ludwig-Erhard-Stiftung ist zudem Mitglied der Initiative Ludwig-Erhard-Preis, die den Ludwig-Erhard-Preis verleiht, eine Auszeichnung für Spitzenleistungen im Wettbewerb an „Unternehmer und Institutionen […], die sich ihre Spitzenposition im internationalen Wettbewerb nicht allein durch technische und wirtschaftliche Entscheidungen, sondern vor allem durch systematische Kundenorientierung und ein partnerschaftliches Betriebsklima erworben haben“.[6]

Des Weiteren unterstützt die Ludwig-Erhard-Stiftung den Fürther Ludwig-Erhard-Preis, der Promotionsarbeiten an fränkischen Universitäten auszeichnet, „in denen die Faktoren Innovation, Praxisnähe, Realisierbarkeit, wirtschaftlicher Nutzen und die Auswirkungen auf die Menschen in unserer Gesellschaft berücksichtigt sind“ und die die Grundgedanken der Sozialen Marktwirtschaft im Sinne Ludwig Erhards weiterführen.[7]

„Darüber hinaus handelt es sich bei der Institution um eine operative Stiftung, die Drittprojekte nur in ganz seltenen Fällen fördert. Die Vergabe von Stipendien ist ebenfalls nicht möglich.“[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. § 5 der Vereinssatzung (PDF; 73 kB)
  2. Philip Plickert: Merz lehnt Preis ab: Ärger für die Ludwig-Erhard-Stiftung. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 20. Juli 2018]).
  3. ludwig-erhard-stiftung.de: Mitglieder der Jury (abgerufen am 21. Juli 2018)
  4. ludwig-erhard-stiftung.de: Preisverleihung 2017 (abgerufen am 28. November 2017)
  5. Eklat um Preisvergabe: Um keinen Preis auf einer Bühne mit Tichy stehen
  6. vgl. Homepage der Stiftung
  7. vgl. ebenda
  8. Information der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz