Ludwig Bischoff

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Ludwig Bischoff (* 27. November 1794 in Dessau; † 24. Februar 1867 in Köln) war Pädagoge, Musiker, Kritiker und Verleger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren wurde er als Sohn eines Cellisten aus einer traditionsreichen Musikerfamilie. So bekam er seine erste musikalische Erziehung vom Vater.

Ab 1812 studierte Bischoff in Berlin Philologie. Aber bereits 1813 ging er zum Preußischen Kavallerie-Regiment und nahm an der Völkerschlacht bei Leipzig teil. 1814 nahm er seine Studien in Berlin wieder auf und beendete sie 1817.

Im Frühjahr 1818 übersiedelte er in die Schweiz, wo er als Pädagoge Anstellung fand. Nach seiner Rückkehr wurde er 1821 Gymnasiallehrer in Berlin und 1823 Direktor am Gymnasium in Wesel, wo Konrad Duden bei ihm sein Abitur ablegte.

Bischoff nahm in Wesel rege am Musikleben teil und gründete einen Gesang- und Orchesterverein. Wegen seiner liberalen Gesinnung und seines Verhaltens während der 1848er Revolution musste er seinen Abschied nehmen und zog 1849 nach Bonn. Dort gründete er die in Köln erscheinende »Rheinische Musikzeitung« (1850-59, später »Niederrheinische Musikzeitung«), deren erklärtes Ziel es war, die Traditionen der klassischen Kunst gegen die Zumutungen der Zeitgenossen zu verteidigen. 1850 gründete er gemeinsam mit anderen die Musikgesellschaft  »Beethoven Verein«. Bereits kurze Zeit später gab dieser Verein, bestehend aus Fachmusikern und Dilettanten, Abonnementskonzerte.

Die letzten Jahre verbrachte Bischoff in Köln, wo er 1867 einem Schlaganfall erlag.

Bischoff war einer der Hauptkämpfer gegen die „neudeutsche“ Wagner-Richtung und wurde von Wagner (in seiner Schrift Das Judenthum in der Musik) zu Unrecht bezichtigt, den Begriff „Zukunftsmusik“ geprägt zu haben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Lee Curtis: Ludwig Bischoff – a mid-nineteenth-century music critic, in: Beiträge zur rheinischen Musikgeschichte, Heft 123, Köln 1979
  • Ferdinand HillerBischoff, Ludwig. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 2, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 675.
  • Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 2. Aufl., Bonn 2008