Ludwig Bohnstedt

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Ludwig Bohnstedt
Bohnstedts Entwurf des Reichstagsgebäudes
Stadttheater in Riga, ca. 1875
Grabstein auf dem Hauptfriedhof Gotha

Franz Ludwig Carl Bohnstedt (* 27. Oktober 1822 in Sankt Petersburg; † 3. Januar 1885 in Gotha) war ein deutscher Architekt. Im ersten Architekturwettbewerb für das Reichstagsgebäude im Jahr 1872 wurde sein Entwurf mit dem ersten Preis ausgezeichnet, jedoch nicht ausgeführt. Darüber hinaus entwarf Bohnstedt zahlreiche Bauten in Thüringen.

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn deutscher Einwanderer wurde Bohnstedt in Sankt Petersburg geboren. 1839 begann er an der Universität Berlin ein Studium der Philosophie, jedoch wechselte er bald zur Architektur. Nach dem Studium kehrte er 1843 nach Sankt Petersburg zurück, wo er als Architekt tätig war.

1850 heiratete er in Sankt Petersburg Olga geb. van der Vliet, mit der er drei Kinder hatte, den Architekten Alfred Bohnstedt (1854–1906), die Malerin Ida Bohnstedt (* 17. März 1858 in Sankt Petersburg, † 16.?.1916 in Gotha)[1] und eine Tochter namens Ella.

1863 übersiedelte er mit seiner Familie in die Residenzstadt Gotha des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha, wo er als Stadtbaumeister wirkte und viele repräsentative Gebäude und die Bahnhofstraße samt Bebauung, aber auch Villen für private Bauherren entwarf.

Bohnstedt fand seine letzte Ruhestätte auf dem Gothaer Friedhof IV. Bei dessen Beräumung im Jahre 1951 wurde der Grabstein Bohnstedts gesichert, der heute (allerdings ohne den ihn einst krönenden Aufsatz) im Ehrenhain auf dem Hauptfriedhof steht. An der Rückseite des Grabsteins lehnt eine Gedenktafel für die Tochter Ida.

Die Stadt Gotha benannte eine Straße im Westen der Stadt zu Ehren des Architekten in "Bohnstedtstraße".

Werk[Bearbeiten]

Zu den von Bohnstedt entworfenen Bauten gehören:

  • 1860-1863: Stadttheater in Riga
  • enthüllt am 9. Juli 1867: Paul-Emil-Jacobs-Denkmal in Gotha
  • 1868: Eisenach – Bauten im Südviertel, z.B. Reutervilla
  • um 1870 und erneut 1878 umfangreiche Um- und Anbauten an der Villa Koenig (heutige Villa Hammerschmidt)in Bonn[2]
  • 1870/1871: Landes-Kriegerdenkmal in Gotha, zugleich Regimentsdenkmal des 6. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 95[3], gegenüber dem Theater (1874)
  • 1870 (1878?): Villa Gelbke, Gartenstraße 19 (Fassade 1966 für die Verbreiterung der Gartenstraße zerstört)
  • 1872–1874: Gothaer Feuerversicherungsbank
  • 1872–1877: Deutsche Grundkreditbank in Gotha
  • 1873–1877: Gothaer Privatbank
  • 1874: Villa Kneiff, Nordhausen, siehe Park Hohenrode
  • 1876–1883: Finnische Nationalbank in Helsinki
  • 1880: Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/1871, in den Anlagen an der Sedanstraße in Nordhausen

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Ludwig Bohnstedt – Quellen und Volltexte
 Commons: Ludwig Bohnstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Von ihr gibt es im Museum für Regionalgeschichte und Volkskunde in Gotha unter der Inventar-Nummer 11866 eine Zeichnung aus dem Jahr 1875.
  2. Olga Sonntag: Villen am Bonner Rheinufer 1819–1914. Bouvier Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-416-02618-7, Band 1, S. 191 ff. (zugleich Dissertation Universität Bonn, 1994)
  3. Das 6. Thüringische Infanterie-Regiment Nr. 95 bei GenWiki