Ludwig Fels

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Ludwig Fels bei seiner Lesung aus dem Roman Reise zum Mittelpunkt des Herzens im Jahr 2007 in der „Blue Box“ des Staatstheaters Nürnberg

Ludwig Fels (* 27. November 1946 in Treuchtlingen) ist ein deutscher Schriftsteller. Fels lebt heute in Wien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig Fels, der aus einer kleinbürgerlichen Familie stammt und ohne Vater aufwuchs, begann nach dem Besuch der Volksschule eine Malerlehre, die er jedoch vorzeitig abbrach. Ab 1964 war er in verschiedenen Hilfs- und Gelegenheitsjobs tätig, u. a. als Arbeiter in einer Brauerei, Maschinist sowie Stanzer. 1970 zog er nach Nürnberg, wo er als Packer in einer Halbleiterfabrik arbeitete. Er war kurzzeitig Mitglied im „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“. Seit 1973 ist Fels freier Schriftsteller, und seit 1981 Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland. Im Jahr 1983 verlegte er seinen Wohnsitz nach Wien. Neben erzählenden Werken und Lyrik hat er auch Theaterstücke und Hörspiele verfasst.

In jüngeren Jahren verstand sich Fels als „Arbeiterschriftsteller“, ohne dass er sich einer bestimmten ideologischen Richtung hätte zurechnen lassen. Seine aggressive, sprachgewaltige Prosa und Lyrik war vielmehr bestimmt von Wut und Zorn über Unterdrückung in jeglicher Form sowie Strukturen der Unterdrückung bestimmter Schichten der Gesellschaft. Die Bezeichnung "Arbeiterschriftsteller" lehnt Ludwig Fels für sich inzwischen ab.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anläufe. Darmstadt u. a. 1973
  • Ernüchterung. Erlangen u. a. 1975
  • Alles geht weiter. Darmstadt u. a. 1977
  • Ich war nicht in Amerika. Erlangen 1978
  • Ludwig Fels. Kürbiskern-Zeit-Gedichte, München 1979
  • Vom Gesang der Bäuche. Darmstadt u. a. 1980
  • Der Anfang der Vergangenheit. München u. a. 1984
  • Blaue Allee, versprengte Tataren. München u. a. 1988
  • Egal wo das Ende der Welt liegt. Salzburg, Wien 2010
  • Letzter Versuch, die Welt zu umrunden. 2012
  • Hinterm Spiegel Bregenz 2013

Erzählungen und Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Platzangst. Darmstadt u. a. 1974
  • Die Sünden der Armut. Darmstadt u. a. 1975
  • Mein Land. Darmstadt u. a. 1978
  • Ein Unding der Liebe. Darmstadt u. a. 1981
  • Kanakenfauna. Darmstadt u. a. 1982
  • Betonmärchen. Darmstadt u. a. 1983
  • Die Eroberung der Liebe. München u. a. 1985
  • Rosen für Afrika. München u. a. 1987
  • Der Himmel war eine große Gegenwart. München u. a. 1990
  • Bleeding heart. München u. a. 1993
  • Mister Joe. München 1997
  • Krums Versuchung. Hamburg u. a. 2003
  • Reise zum Mittelpunkt des Herzens. Salzburg 2006, ISBN 3-902497-05-X
  • Die Parks von Palilula. Salzburg 2009
  • Die Hottentottenwerft. Salzburg 2015

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kaputt oder Ein Hörstück aus Scherben. 1973
  • Die bodenlose Freiheit des Tobias Vierklee oder Stadtrundgang. 1974
  • Lehm. 1975
  • Der Typ. 1977
  • Wundschock. 1979
  • Vor Schloß und Riegel. 1980
  • Mary. 1980
  • Frau Zarik. 1984
  • Heldenleben. 1985
  • Lämmermann. 1985
  • Ich küsse Ihren Hund, Madame. 1987
  • Soliman. 1989
  • Schwarzer Pilot. 1989
  • Nach diesen kalten Sommern der Liebe. 1997
  • Der tausendundzweite Tag. 1997
  • Nachts an den Feuern – Calamity Jane. 2000
  • Öl auf dem Mond. 2000
  • Robot. 2000
  • Keiche. 2001
  • Lappen hoch! Eine Theaterschwadronade. 2003
  • Jack kommt dann vorbei, um uns zu fotografieren. 2006
  • Hello, I’m Glen Sherley. 2006
  • Freetown nonstop – Ein Verwirrspiel mit ungleichen Paaren. 2009
  • Der Himmel war eine große Gegenwart - Ein Abschied. 2015, Hessischer Rundfunk, Bearbeitung und Regie: Ulrich Lampen

Theaterstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lämmermann. 1983
  • Der Affenmörder. 1985
  • Lieblieb. 1986
  • Soliman. 1991
  • Sturmwarnung. 1992
  • Die Hochzeit von Sarajewo. 1994
  • Corpus Christi, Texas, Good Friday. Frankfurt am Main 1996
  • Öl auf dem Mond. 2000
  • Tillas Tag. 2002

Die Theaterstücke sind im Verlag der Autoren erschienen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]