Ludwig Goldbrunner

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Ludwig Goldbrunner
Spielerinformationen
Geburtstag 5. März 1908
Geburtsort MünchenDeutsches Kaiserreich
Sterbedatum 26. September 1981
Sterbeort MünchenDeutschland
Position Abwehr
Vereine in der Jugend
1917–1927 FC Bayern München
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1927–1945
1945–1946
FC Bayern München
TSV 1860 München

7 (0)
Nationalmannschaft
1933–1940 Deutschland 39 (0)
Stationen als Trainer
1938–1943
1945–1949
1949–1950
FC Bayern München
TSV 1860 München
ASV Dachau
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Ludwig Goldbrunner (* 5. März 1908 in München; † 26. September 1981 in München), auch „Lutte“ genannt, war ein deutscher Fußballspieler, der von 1933 bis 1940 für die A-Nationalmannschaft 39 Länderspiele bestritten hatte.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon als Neunjähriger schloss sich Goldbrunner dem FC Bayern München an und war zehn Jahre in der Nachwuchsmannschaft aktiv, bevor er 1927 in die erste Mannschaft aufrückte und sich in der Folgezeit zu einem Münchner Fußballidol entwickelte. Bereits in seiner Premierensaison im Seniorenbereich gewann er u. a. mit Ludwig Hofmann, Emil Kutterer und Josef Pöttinger die Süddeutsche Meisterschaft vor Eintracht Frankfurt und der Spielvereinigung Fürth, nachdem man zuvor Südbayerischer Meister in der Bezirksklasse Bayern geworden war.

Als Teilnehmer an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1928 war er mit der Mannschaft zunächst gegen Wacker Halle und die SpVgg Sülz 07 im Achtel- bzw. Viertelfinale mit 3:0 bzw. 5:2 erfolgreich, doch im Halbfinale beendete der Hamburger SV mit Albert Beier, Otto Harder, Hans Lang und Walter Risse mit einem deutlichen 8:2-Erfolg, obwohl es zur Halbzeitstand noch 1:1 gestanden hatte, die Titelträume der Mannschaft von Trainer Konrad Weisz.

In der Saison 1931/32, jetzt übte Richard Dombi das Traineramt bei den Bayern aus und als Leistungsträger neben Goldbrunner waren Sigmund Haringer, Konrad Heidkamp und Oskar Rohr im Einsatz, gelang der erste Gewinn der Deutschen Meisterschaft des FC Bayern München. Nach einem Halbfinalerfolg mit 2:0 Toren gegen den 1. FC Nürnberg setzten sich die Münchener auch im Finale am 12. Juni 1932 mit demselben Resultat gegen den Süddeutschen Meister Eintracht Frankfurt durch. Eine Wiederholung dieses Erfolges gelang dem herausragenden Abwehrdirigenten mit ausgezeichnetem Kopfballspiel – Goldbrunner war für das WM-System wie geschaffen – in seiner langjährigen Aktivität beim FC Bayern München nicht mehr. Mit der Gauauswahl von Bayern wurde er dagegen 1933 und 1940 Reichsbundpokalsieger. Das Endspiel 1939, in dem er ebenfalls mitwirkte, wurde allerdings mit 1:2 Toren gegen die Gauauswahl Schlesien verloren. Von 1933 bis 1943 bestritt Goldbrunner 16 Spiele in den Gau-Wettbewerben für Bayern.

Von 1937 bis 1941 war er Mannschaftskapitän und von 1938 bis 1943 übte er beim FC Bayern München das Amt des Spielertrainers aus. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war er von 1945 bis 1949 in der gleichen Funktion beim TSV 1860 München tätig und bestritt in der Oberliga Süd in der Saison 1945/46 für die „Löwen“ sieben Punktspiele. Ab 1949/50 trainierte er den ASV Dachau, kehrte später wieder zum FC Bayern München zurück und war dort im Spielausschuss tätig.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der großgewachsene, athletische und kampfstarke Stopper debütierte am 19. November 1933 in Zürich in der A-Nationalmannschaft, die mit 2:0 gegen die Auswahl der Schweiz gewann, und trat die Nachfolge des Fürthers Ludwig Leinberger an. Als weiterer Debütant überzeugte auf Rechtsaußen der Augsburger Ernst Lehner.

Goldbrunner kam am 14. Januar 1934 beim 3:1-Sieg gegen die Auswahl Ungarn zum Einsatz und nahm auch am WM-Lehrgang vom 7. bis 19. Mai 1934 teil, aber für das Aufgebot für die Weltmeisterschaft 1934 in Italien wurde er nicht nominiert. Den dritten Einsatz in der Nationalmannschaft hatte Goldbrunner erst am 27. Januar 1935 in Stuttgart wiederum gegen die Auswahl der Schweiz, als er beim 4:0-Erfolg als Mittelläufer den Aachener Reinhold Münzenberg vertreten konnte.

Die erste Turnierteilnahme mit der DFB-Mannschaft wurde für den Münchener das Olympische Fußballturnier 1936 in Berlin. Die unmittelbare Vorbereitung stellten zwei Testspiele gegen den FC Everton im Mai 1936 und ein dreiwöchiger Trainingslehrgang im Juli unter der Leitung von Reichstrainer Otto Nerz dar. Das erste Spiel bei den Spielen gewann die deutsche Mannschaft am 4. August mit 9:0 Toren gegen die überforderte Auswahlmannschaft Luxemburgs. Drei Tage später schied er mit der Mannschaft mit einer sensationellen 0:2-Niederlage in der Zwischenrunde gegen die Auswahl Norwegens – Goldbrunner bestritt sein 15. Länderspiel - aus dem Turnier aus. Nach der olympischen Enttäuschung rehabilitierte sich die Nationalelf mit einem 2:2-Unentschieden am 15. November 1936 vor 100.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion gegen Weltmeister und Olympiasieger Italien. Goldbrunner hatte es dabei mit Silvio Piola zu tun, einem der besten Mittelstürmer dieser Ära. In seinem 22. Länderspiel am 25. April 1937 in Hannover gegen die Auswahl Belgiens, bildete er das erste Mal mit den zwei Schweinfurter Außenläufern Albin Kitzinger und Andreas Kupfer die Läuferreihe der Nationalmannschaft. Mit dem 8:0-Erfolg am 16. Mai 1937 in Breslau gegen die seit einem Jahr unbesiegte Auswahl Dänemarks wurde der Mythos der „Breslau-Elf“ begründet. In der Chronik des deutschen Fußballs[1] wird dazu folgendes notiert:

Der Name des Ortes und die spielerische Glanzleistung der deutschen Elf verbinden sich zu einem Synonym für technisch hochklassigen deutschen Tempofußball: Die „Breslau-Elf“ zelebriert Fußball in Vollendung und schickt die seit über einem Jahr ungeschlagenen Dänen mit einem 8:0 auf die Heimreise

Die Sieger von Breslau spielten in folgender Aufstellung: Hans JakobPaul Janes, Reinhold Münzenberg – Andreas Kupfer, Ludwig Goldbrunner, Albin Kitzinger – Ernst Lehner, Rudolf Gellesch, Otto Siffling, Fritz Szepan, Adolf Urban.

Einen Monat später, am 20. Juni 1937, wurde Goldbrunner in die Auswahl von Westeuropa berufen. Otto Nerz betreute in Amsterdam die Auswahl beim Spiel gegen Zentraleuropa. Er brachte dabei mit Jakob, Goldbrunner, Kitzinger und Lehner vier Spieler der „Breslau-Elf“ in der Kontinentauswahl zum Einsatz. Am 21. November 1937 gewann Deutschland das WM-Qualifikationsspiel gegen die Auswahl Schwedens in Hamburg mit 5:0 Toren und Helmut Schön ergänzte dabei mit zwei Toren die „Breslau-Elf“. Da durch den Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich am 12. März 1938 der „Anschluss Österreichs“ erfolgt war, fand das inoffizielle Länderspiel am 3. April 1938 in Wien unter denkbar schlechten Voraussetzungen statt. Die Auswahlmannschaft der „Ostmark“ gewann die Begegnung mit 2:0 Toren und Reichstrainer Sepp Herberger stand vor dem Dilemma, auf die Schnelle aus zwei völlig verschiedenen Spielsystemen eine Mannschaft für die im Juni stattfindende Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich zu formieren. Im Wiederholungsspiel am 9. Juni gegen die Auswahl der Schweiz - es war das 32. Länderspiel des Müncheners – vertrat Goldbrunner als Mittelläufer die deutschen Farben und lieferte sich rasante Zweikämpfe mit Alfred Bickel, dem jungen Sturmführer der Eidgenossen. Die Elf von Karl Rappan gewann das Spiel mit 4:2 Toren und damit schied Goldbrunner auch in seinem zweiten Turnier frühzeitig aus. Mit der Begegnung am 20. Oktober 1940 in München gegen die Auswahl Bulgariens verabschiedete sich der Kapitän mit einem 7:3-Erfolg und seinem 39. Länderspiel aus der Nationalmannschaft. Ihm folgte Hans Rohde vom Eimsbütteler TV auf der Mittelläuferposition.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner aktiven Fußballerkarriere war er als Aufsichtsbeamter, dann als Kühlhausmeister des Münchner Schlacht- und Viehhofs beschäftigt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Spiele der Nationalmannschaft von 1908 bis heute, Chronik Verlag, 2005, Seite 57

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]