Ludwig Groß

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Ludwig Groß

Ludwig Philipp Groß (* 24. August 1825 in Lachen; † 5. Februar 1894 in Lambsheim) war ein deutscher Arzt und Bürgermeister. Er saß im Reichstag (Deutsches Kaiserreich).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß war der Sohn des Arztes Franz Groß (1786–1869) aus Lachen und dessen Gattin Elisabeth geb. Reudelhuber (1799–1887) aus Lambsheim.

Grab auf dem Friedhof Lambsheim

Groß legte 1845 das Abitur am humanistischen Gymnasium Zweibrücken ab und studierte danach Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Er wurde Mitglied der Corps Franconia München (1846) und des Corps Guestphalia Heidelberg (1847).[1] Als Inaktiver wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und die Universität Leipzig. 1849 nahm er als Hauptmann einer Studentenlegion am Pfälzischen Aufstand teil; nach der Niederschlagung des Aufstandes musste er ins Ausland flüchten. Dies nutzte er, um sein Studium in Straßburg, Zürich und Prag fortzusetzen. 1851 wurde Groß begnadigt, legte sein Medizinexamen ab und promovierte. Nach einer Unterarzttätigkeit beim Militär ließ er sich als praktischer Arzt in Lambsheim nieder und hatte dort auch einen landwirtschaftlichen Betrieb. Dort betätigte sich Ludwig Groß in der Pferdezucht, der Obstzucht und der Obstverwertung.

Nachdem er Gemeinderatsmitglied geworden war, wurde er schließlich von 1870 bis 1894 Bürgermeister von Lambsheim und Mitglied des pfälzischen Landrats.

Groß war Mitglied der bayerischen Kammer der Abgeordneten von 1863 bis 1869 und von 1873 bis 1894 für den Reichstagswahlkreis Pfalz (Bayern) 1 Speyer-Frankenthal. Von 1874 bis 1887 war er Mitglied des Deutschen Reichstags, wo er den Wahlkreis Pfalz 1, Speyer vertrat und zunächst der Deutschen Fortschrittspartei, dann der Gruppe Löwe-Berger und später der Nationalliberalen Partei angehörte.[2]

Der Politiker besaß über seinen Schwiegervater Georg Reudelhuber das barocke Jagdschloss Lambsheim und ließ es 1890 in seiner heutigen Form umbauen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Kalkoff (Hrsg.): Nationalliberale Parlamentarier 1867–1917 des Reichstages und der Einzellandtage. Schriftenvertriebsstelle der nationalliberalen Partei Deutschlands, Berlin 1917
  • Viktor Carl: Lexikon der Pfälzer Persönlichkeiten. 2. Auflage, Hennig, Edenkoben 1998

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 106, 124; 64, 461.
  2. Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage. Verlag Carl Heymann, Berlin 1904, S. 194.