Ludwig Hofmann (Fußballspieler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche



Ludwig Hofmann
Spielerinformationen
Geburtstag 9. Juni 1900
Geburtsort MünchenDeutsches Kaiserreich
Sterbedatum 2. Oktober 1935
Sterbeort MünchenDeutsches Reich
Position Sturm
Vereine in der Jugend
0000–1916 FC Isaria
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1916–1932 FC Bayern München
Nationalmannschaft
1926–1931 Deutschland 18 (4)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Ludwig Hofmann (* 9. Juni 1900 in München; † 2. Oktober 1935 in München ebenda), oftmals nur „Wiggerl“ genannt, war ein deutscher Fußballspieler, der von 1926 bis 1931 für die A-Nationalmannschaft 18 Länderspiele bestritt und vier Tore erzielte.

Vereine[Bearbeiten]

Der vom FC Isaria als Jugendspieler 1916 zum FC Bayern München gekommene Stürmer, gewann mit den Bayern die Süddeutsche Meisterschaft 1926 und 1928. In Folge dessen nahm er auch an den Endrundenspielen der Jahre 1926, 1928 und 1929 um die Deutsche Meisterschaft teil. Dabei schied er mit der Mannschaft im Achtelfinale mit 0:2 gegen den SV Fortuna Leipzig, im Halbfinale gegen den Hamburger SV mit 2:8 und im Folgejahr im Viertelfinale gegen den Breslauer SC 08 mit 3:4 n. V. aus dem Wettbewerb aus.

Für die Auswahl Süddeutschlands bestritt er fünf Spiele um den Bundespokal/Kampfspielpokal. Kurzzeitig, in der Saison 1933/34, trainierte er die Münchener während der Zugehörigkeit zur Gauliga Bayern.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Sein Debüt in der Nationalmannschaft gab der Techniker am linken Flügel gemeinsam mit seinem Vereinsmitspieler Josef Pöttinger am 18. April 1926 in Düsseldorf beim 4:2-Erfolg über die Auswahl der Niederlande. Nachdrücklich für weitere Einsätze in der DFB-Elf empfahl sich Hofmann durch seine Leistung in der Süddeutschen Auswahl am 4. Juli 1926 in Köln beim 7:2-Sieg über Westdeutschland im Endspiel um den Kampfspielpokal. Er hatte sich im Laufe des Wettbewerbs gegen die Nationalspieler Heinrich Altvater vom FC Wacker München und Hans Sutor vom 1. FC Nürnberg durchgesetzt. Reichstrainer Otto Nerz hatte am 31. Oktober 1926 erstmals die Verantwortung für die Nationalmannschaft beim Spiel in Amsterdam gegen Holland inne. Auf Linksaußen stürmte Heinrich Träg vom 1. FC Nürnberg. Im zweiten Spiel unter Nerz' Verantwortung ließ dieser Hofmann auf Linksaußen stürmen. Das Spiel fand am 12. Dezember 1926 in München gegen die Auswahl der Schweiz statt. Die beiden „Hofmänner“, Richard aus Sachsen und Ludwig aus Bayern, bildeten erstmals am 23. Oktober 1927 den linken Flügel der Nationalmannschaft. Im Altonaer Stadion gab es einen 6:2-Erfolg nach dem 0:2-Halbzeitstand gegen die Auswahl Norwegens; Ludwig Hofmann erzielte mit dem Treffer zum 5:2 sein erstes Länderspieltor. Ein Höhepunkt stellte die Teilnahme mit der Nationalmannschaft am Olympischen Fußballturnier 1928 in Amsterdam dar. Im ersten Spiel besiegte die Mannschaft um Kapitän Hans Kalb am 28. Mai den Olympia-Zweiten von 1924 in Paris, die Auswahlmannschaft der Schweiz, mit 4:0 Toren. Am 3. Juni schied die Mannschaft mit 1:4 Toren gegen den amtierenden und späteren Olympiasieger Uruguay nach einem ruppig geführten Spiel aus dem Turnier aus. Die „La celeste“, angeführt vom Kapitän José Nasazzi, setzte sich im zweiten Finalspiel am 13. Juni in Amsterdam, mit 2:1 Toren gegen die Auswahl Argentiniens durch und verteidigte damit die Goldmedaille.

Nach den Olympischen Spielen ragten folgende Länderspiele heraus:

Hofmann (5.v.l.) am 1. Mai 1929
vor dem Länderspiel gegen Italien
  • der 2:1-Sieg am 16. September 1928 in Nürnberg gegen Dänemark (Siegtorschütze in der 68. Minute: Hofmann),
  • der 2:1-Auswärtssieg am 28. April 1929 in Turin gegen Italien mit Heinrich Stuhlfauth im Tor,
  • das 3:3-Unentschieden am 10. Mai 1930 in Berlin gegen England mit drei Toren von Richard Hofmann,
  • der 5:3-Erfolg am 28. September 1930 im Dresdner Ostragehege gegen Ungarn nach einem 0:3-Halbzeitrückstand und zwei Toren des Münchner Linksaußen.

Mit der 0:1-Niederlage gegen die Auswahl Frankreichs am 15. März 1931 in Paris endete die Karriere von Ludwig Hofmann in der Nationalmannschaft. Der finessenreiche Flügelstürmer, der gefühlvoll Flanken schlug und ein eleganter, fast tänzerischer Spieler war, wird als einer der besten Linksaußen aller Zeiten in Deutschland bezeichnet.

Kirn/Natan notierten: „Er entwickelte sich zu einem der vornehmsten und technisch reifsten Linksaußen der guten Münchner Schule.“

Sonstiges[Bearbeiten]

Der gelernte Versicherungskaufmann war beim FC Bayern München als Sportlehrer angestellt. Am 2. Oktober 1935, im Alter von nur 35 Jahren, starb er in München an den Folgen einer Hirnhautentzündung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft. Das Lexikon. Sportverlag Berlin, 1997, ISBN 3-328-00749-0
  • Deutschlands große Fußballmannschaften, Teil 4: Bayern München 1900-1993. AGON, 1993, ISBN 3-928-562-35-5
  • Deutschlands Fußball-Länderspiele. Sport- und Spielverlag, Hürth, 1989, ISBN 3-9802172-4-8
  • Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. AGON, 1996, ISBN 3-928562-85-1
  • Richard Kirn, Alex Natan: Fußball. Ullstein TB, Frankfurt/M., 1958
  • LIBERO, Nr. D 9, 1994, IFFHS
  • LIBERO, Nr. D 6/D 7, 1993, IFFHS

Weblinks[Bearbeiten]