Ludwig II. (Hessen)

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Ludwig II. (auch „der Freimütige“; * 7. September 1438; † 8. November 1471 auf Burg Reichenbach) regierte von 1458 bis 1471 als Landgraf von Niederhessen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgrafschaft Hessen war von seinem Vater Ludwig I. zwischen Ludwig II. in Niederhessen (Residenz in Kassel) und dessen jüngerem Bruder Heinrich III. in Oberhessen (Residenz in Marburg) geteilt worden. Ludwig stritt bis 1470 mit seinem Bruder um die genaue Abgrenzung ihrer jeweiligen Herrschaftsbereiche und Hoheitsrechte, und 1469 kam es sogar zum offenen Krieg zwischen den beiden. Der Hessische Bruderkrieg wurde erst im Mai 1470 auf Vermittlung des Bruders der beiden Kontrahenten, des späteren Erzbischofs Hermann IV. von Köln, beendet. Nach dem Aussterben der Marburger Linie mit Heinrichs Sohn Wilhelm III. fiel dieser Teil 1500 wieder an die Kasseler Linie unter Ludwigs Sohn Wilhelm II. zurück.

1470 ließ Ludwig das Schloss Rotenburg errichten und die Burg in Ziegenhain zu einem Schloss umbauen.

Hessischer Schildgroschen (Zweischildgroschen) Ludwigs II., nach dem Vorbild des meißnischen Pfahlschildgroschens geprägt.

Der abgebildete hessische Schildgroschen Ludwigs II., auch Zweischildgroschen genannt, ist ein nach dem Vorbild des meißnisch-sächsischen Pfahlschildgroschens geprägter Groschen.[1] Ludwigs Vater, Schwager des sächsischen Kurfürsten Friedrichs des Sanftmütigen, ließ als erster hessischer Landgraf Schildgroschen mit dem hessischen Löwen nach dem Vorbild der meißnischen Schildgroschen schlagen. Sein Sohn Ludwig II. führte die Prägung der Schildgroschen fort.

Von 1464 bis zum Mai 1471 stritt Ludwig mit Fürstbischof Simon III. von Paderborn in der Hessen-Paderbornischen Fehde, die um den Besitz der Burg Calenberg bei Warburg ausgebrochen war.

Nach einer Jagd mit seinem Bruder im „Süllingswald“ bald nach dem Friedensschluss mit Bischof Simon starb Ludwig unerwartet auf der Burg Reichenbach. Spätere Geschichtsschreiber vermuteten einen Giftanschlag. Ludwig II. wurde in der Elisabethkirche in Marburg beigesetzt.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn von Ludwig I. und Anna von Sachsen war verheiratet mit Mechthild von Württemberg (1438–1495), Tochter des Grafen Ludwig I. von Württemberg. Die Heirat fand am 1. September 1454 statt. Mechthild starb am 6. Juni 1495 im Schloss Rotenburg in Rotenburg an der Fulda und wurde neben ihrem Ehemann in der Elisabethkirche in Marburg beigesetzt.[2]

Das Paar hatte vier Kinder:

  • Anna (1455–1458), wurde schon im Alter von drei Jahren mit Adolf III. von Nassau-Wiesbaden (1443–1511) verlobt, starb jedoch bereits kurz danach
  • Elisabeth (starb jung), war nach ihrer Schwester mit Adolf von Nassau-Wiesbaden verlobt
  • Wilhelm I., „der Ältere“ (1466–1515); verzichtete 1493 auf die Regentschaft
  • Wilhelm II., „der Mittlere“ (1469–1509)

Mit seiner Mätresse Margarethe von Holzheim (* um 1443; † nach 1515) hatte Ludwig II. acht weitere Kinder:

  • Anna (*ca. 1460), verh. 23. Mai 1484 mit Heinz Missener
  • Margarethe (*ca. 1460–† 1524), verh. 5. Februar 1486 mit Heinrich Furster (*ca. 1452–1515), Schultheiß und Bürgermeister in Kassel[3]
  • Johannes (*ca. 1460 – † ermordet 11. März 1531), verh. mit Gertrudes ...
  • Wilhelm von der Landsburg (*ca. 1470 – † Melsungen 1550), verh. ...
  • Luckel/Lukardis (* vor 1471), verh. Lambrechts
  • Wilhelm
  • Ernst (von Natega)
  • Friedrich

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Kahnt: Das große Münzlexikon von A bis Z (2005), S. 419
  2. Zu Mechthild und zur Ehe siehe Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege. Band 1: Das Haus Württemberg von Graf Ulrich dem Stifter bis Herzog Ludwig. 6. Auflage. Landhege, Schwaigern 2014, ISBN 978-3-943066-34-0, S. 329–331.
  3. Wilhelm Alfred Eckhardt: Beiträge zur Genealogie Furster. In: Genealogie. Band 16, Nr. 8, 1967, S. 625–643.
VorgängerAmtNachfolger
Ludwig I.Landgraf von Hessen (Niederhessen)
1458–1471
Wilhelm I.